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Arbeit in einer alternden Gesellschaft

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Professorin und Dekanin, Jacobs Center on Lifelong Learning & Institutional Development; Vizepräsidentin, Jacobs University Bremen Abstract Key Note
Altern als Chance  die gewonnenen Jahre

In den letzten 150 Jahren haben wir 45 Lebensjahre an durchschnittlicher Lebenserwartung hinzugewonnen, und zwar überwiegend gesunde Jahre. Die gewonnenen Jahre stellen ein unausgeschöpftes Fortschrittspotential für jeden Einzelnen und die Gesellschaft dar. Durch lebenslanges Lernen, längere Erwerbsarbeit, gesellschaftliches Engagement, und Muße in flexibler Balance, Prävention und geeignete Wohnbedingungen können wir uns bis ins hohe Alter weiter entwickeln.
Dafür ist es erforderlich, die individuelle Erwerbsbiografie durch Tätigkeitswechsel und lernförderliche Arbeitsplätze zu entroutinisieren, um das Lernpotential jedes Einzelnen anzuzapfen und das Altwerden zu einem Gewinn werden zu lassen. Auch der Übergang in den Ruhestand sollte individuell gestaltbar sein.
Professor für Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft, Universität Hamburg Abstract
Die Jüngeren sind vielleicht schneller, aber die Älteren kennen die Abkürzung

Ob der Wandel der demographischen Strukturen tatsächlich zu einer entsprechenden Umgliederung des Erwerbspersonenpotentials führt, hängt von der Personalentwicklungsstrategie der Unternehmen ab. Aus den gesellschaftlichen Strukturverschiebungen resultiert nicht zwangsläufig eine Alterung der Belegschaften. Technik, Organisation und Personal sind drei unterdeterminierte Variablenkomplexe. Auch reagieren die verschiedenen Branchen und Betriebsgrößen unterschiedlich.

Im Personalmanagement müssen sich zwei Prämissen ändern:
Zum einen die Einstellungen zum Lernpotential Älterer. Es gibt keine physische Grenze der Fähigkeit neues anzueignen.
Zum andern muss, um psychische Lernwiderstände zu überwinden, ein geänderter Einsatz des Arbeitspotentials greifen. Die Arbeitsorganisation muss körperliche und geistige Belastungen abbauen und Sinnhaftigkeit und Bedeutung für die Älteren - letztlich für alle - Arbeitenden erhöhen. Eine wichtige Reorganisationsstrategie ist es, Übergänge zwischen Erwerbs-, Lern- und Eigenarbeit zu entwickeln.
Selbständiger Wirtschaftswissenschafter; Vorstandsvorsitzender, Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen, Wien Abstract
Keine Frage: die demografischen Perspektiven werden die unter günstigen Bedingungen  rasches Wachstum, zunehmende Erwerbsbeteiligung  eingerichteten und ausgebauten öffentlichen Sicherheitsnetze einer epochalen Belastung aussetzen. So, wie sie heute dimensioniert sind, werden sie nicht bleiben können. Reformstau und Strategie-Verweigerung könnten schwerwiegende gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen haben.

Leistungsdruck, steigende Realeinkommen und die individuelle Verfügbarkeit von Wohnungen und Ausstattung, die Individualisierung fördern (Beseitigung der Wohnungsnot, Individualmotorisierung, Fernsehen, www., steigende Erwerbsquoten auch bei Frauen) haben zur Lockerung und Auflösung früherer Familien- und Nachbarschaftsbindungen, zur Verkümmerung des öffentlichen Lebens und der Kommunikation im öffentlichen Raum geführt.

Eine teilweise Umkehr dieser Trends und eine Rückverlagerung der sozialen Verantwortung von anonymen staatlichen Systemen auf den Einzelnen oder auf kleinere Gruppen der Zivilgesellschaft könnten die Belastung der öffentlichen Auffangnetze reduzieren.
Diese würden  gebrechlich , würden sich Reformen auf den Versuch beschränken, einige Parameter der sozialen Sicherheit entsprechend nachzujustieren, sosehr solche Anpassungen (längere Lebensarbeitszeit, Berücksichtigung der steigenden Lebenserwartung, höhere Erwerbsbeteiligung, Immigration, sinkende Ersatzquote, Inflations- statt Reallohnanpassung) unvermeidlich erscheinen. Im Extremfall könnte diese Verschlechterung der Altersvorsorge jüngere Bevölkerungsschichten dazu bringen, sich ihrer impliziten Verpflichtung aus dem Generationenvertrag zu entziehen: durch Emigration in  jüngere Länder mit geringeren Soziallasten, noch stärkeres Ausweichen in  beitragsfreie Aktivitäten und in Freizeitpräferenz. Dann würde freilich ein Zerbrechen des öffentlichen Sozialsystems und wohl auch von fundamentalen politischen Institutionen drohen.

Mehr als Parameterkorrektur stehen an, um diese Prozesse politisch machbar und sogar als wünschenswert akzeptabel zu machen. Das bedeutet einen eigentlichen Paradigmenwechsel. Gesellschaftliche Alterung darf nicht von vornherein als wirtschaftliche oder soziale Last verstanden werden. Es muss allgemeine Auffassung werden, dass diese Perspektiven auch Chancen auf höhere Lebensqualität eröffnen: die wird nicht in erster Linie vom Wachstums in den bisherigen Bahnen, Produktions- und Verbrauchsstrukturen zu erwarten sein. Expansion des materiellen Güterumsatzes  mit den entsprechenden Umweltfolgen - , zunehmender Leistungsdruck, Zeitknappheit, belangloser Freizeitspaß, mehr und mehr Überfluss (oder eher: Überflüssiges) und Ungleichheit würden die dramatischen Perspektiven verschärfen. Auch wirtschaftlich ist eine neue Epoche zu begründen: in dieser werden Lösungen für die schon erkennbaren Probleme der globale Gesellschaft von morgen und der natürlichen Umwelt zu erarbeiten sein, organisatorische, naturwissenschaftliche und ethische. Wer das am ambitioniertesten angeht, wird auch wirtschaftlich anderen voraus sein.
Chairwoman, AUVA - Austrian Workers' Compensation Board; Vice President, Austrian Federal Economic Chamber, Vienna Abstract
Mit erfahrenen älteren Arbeitskräften produktiv und wettbewerbsfähig bleiben

Seit 2005 ist jede/r zweite MitarbeiterIn in heimischen Betrieben über 40 Jahre alt. Ab 2020 wird in Österreich die Gruppe der 45 bis 64-Jährigen erstmals den größten Anteil der Personen im Erwerbsalter darstellen.
Die Österreicherinnen und Österreicher gehen zu früh in Pension. Die Erwerbsquoten der 55 bis 64.jährigen liegen bei niedrigen 41%. Wenn es nicht gelingt, die Erwerbsquoten der älteren Arbeitskräfte zu steigern, wird zwischen 2015 und 2020 ein Rückgang bzw. eine Stagnation des Arbeitskräfteangebotes einsetzen. Künftig werden Betriebe mit im Durchschnitt älteren Beschäftigten wettbewerbsfähig und produktiv bleiben müssen. Das bedeutet neue Herausforderungen für Führungskräfte und Personalverantwortliche in der Personalführung- und Entwicklung aller Altersgruppen im Unternehmen.

 Produktivität ist nicht vom Alter abhängig, sondern von der Organisation der Tätigkeit. (Ilmarinen)

Durch die gesteuerte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Altersgruppen im Unternehmen ergänzen sich die jeweiligen Stärken der einzelnen Generationen ideal.

Vorausschauendes Engagement in altersgerechter Unternehmensführung wird künftig die ausreichende Versorgung mit den dringend benötigten Fachkräften sichern.
Publisher, Der Volkswirt, Vienna Chair

Prof. Dr. Ursula STAUDINGER

Professorin und Dekanin, Jacobs Center on Lifelong Learning & Institutional Development; Vizepräsidentin, Jacobs University Bremen

1977-1984 Studies in Psychology, Friedrich-Alexander-University, Erlangen, Germany
1984 Dipl.-Psych. (MA in psychology), Friedrich-Alexander University, Erlangen, Germany
1980-1981 Graduate Studies in Psychology, Clark University, Worcester, MA, USA
1984-1985 Research Associate, University of Bielefeld, Germany
1985-1988 Predoctoral Fellow, Max Planck Institute for Human Development and Education, Berlin, Germany
1988 Dr. Phil. (PhD), Free University Berlin, Germany
1988-1992 Senior Research Scientist, Academy of Sciences and Technology in Berlin, Germany
1992-1999 Research Scientist, Co-Principal Investigator, Max Planck Institute for Human Development and Education, Berlin, Germany
1997 Habilitation in Psychology, Free University Berlin, Germany
1997-1998 Visiting Professorship, Developmental Psychology, Martin-Luther University, Halle-Wittenberg, Germany
1999-2001 Professor of Psychology, Dresden University of Technology, Germany
2000 Visiting Professorship, University of Florida, USA
2001-2003 Professor of Psychology, Lifespan Development, Dresden University of Technology, Germany
since 2002 Corresponding Member, Heidelberg Academy of Sciences
2003 Visiting Professorship, Stanford University, USA
since 2003 Professor of Psychology, Founding Dean of the Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development, Vice President, Jacobs University Bremen, Germany
since 2007 Vice President, National Academy of Sciences Leopoldina
since 2008 President, German Psychological Society (DGPs)

Prof. Dr. Peter FAULSTICH

Professor für Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft, Universität Hamburg

1967-1976 Studium der Stadt- und Regionalplanung, Bildungsökonomie, Pädagogik und Soziologie, sowie Studienrat mit technisch-wissenschaftlichem Lehramt, Technische Universität Berlin
1971 Diplom-Hauptprüfung Stadt- und Regionalplanung
1972-1973 Lehrbeauftragter für Grundlagen der Bildungsplanung, Technische Universität Berlin
1973-1977 Wissenschaftlicher Assistent, Institut für Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften, Technische Universität Berlin
1975 Promotion zum Dr. phil. mit den Fächern Bildungsökonomie, Pädagogik und Soziologie
1977-1978 Referent für Studiengangsplanung und Weiterbildung, Gesamthochschule Kassel
1977 Habilitation für Erziehungswissenschaft, Technische Universität Berlin
1977-1985 Privatdozent, Technische Universität Berlin
1978-1992 Leiter, Kontaktstelle für wissenschaftliche Weiterbildung, Gesamthochschule Kassel
1985-1992 Privatdozent, Fachbereich Berufspädagogik, Gesamthochschule Kassel - Universität
1992 Leiter, Zentrum für Wissenschaftstransfer, Gesamthochschule Kassel - Universität
1992-1995 Außerplanmäßiger Professor für Berufspädagogik, Gesamthochschule Kassel - Universität
seit 1995 Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaft, Schwerpunkt Erwachsenenbildung, Universität Hamburg
1995-1999 Sprecher der Kommission Erwachsenenbildung, Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft
seit 2002 Vorsitzender, Arbeitskreis Universitäre Erwachsenenbildung (AUE)

Dr. Helmut KRAMER

Selbständiger Wirtschaftswissenschafter; Vorstandsvorsitzender, Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen, Wien

1958-1963 Studium der Rechtswissenschaft und Ökonomie, Universität Wien
1963 Doctor iuris, Universität Wien
1972 Leiter-Stellvertreter, Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung WIFO
1981-2005 Head, Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung WIFO
  Lehraufträge für Finanzwissenschaft und für Makroökonomische Politik, Wirtschafts Universität Wien und Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
1992 Professor für österreichische Wirtschaftspolitik, Universität Wien
2005-2007 Rektor, Donau-Universität Krems
2006-2007 Vizepräsident, Donau-Rektorenkonferenz
2007 freiberuflicher Konsulent für Wirtschaftspolitik und Autor

Renate RÖMER

Chairwoman, AUVA - Austrian Workers' Compensation Board; Vice President, Austrian Federal Economic Chamber, Vienna

1978 Gründung der RÖMER GmbH Spezial- und Tanktransporte mit Schwester Fr. Beatrix Römer (Gewerbe- und handelsrechtliche Geschäftsführer)
seit 1982 Fachgruppe Güterbeförderung Wien
seit 1982 Mitglied, Fachverband Güterbeförderung
1986 Gründung einer Tankreinigungsfirma für Straßentankfahrzeuge
1992-2000 Obfrau, Außenstelle der WKW/Floridsdorf-Donaustadt
1995-2000 Landesinnungsmeister, Molker/Käser Wien
2000-2004 Spartenobfrau, Sparte Transport/Verkehr, Wirtschaftskammer Wien (WKW)
1995-2010 Delegierte zum Wirtschaftsparlament WKW
1995-2004 Delegierte zum Wirtschaftsparlament WKÖ
seit 2004 Vizepräsidentin, Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
seit 2009 Obfrau, AUVA - Allgemeine Unfallversicherung
seit 2009 Vizepräsidentin des KfV
2012 Gründung der Public Relations Wien

Ronald BARAZON

Publisher, Der Volkswirt, Vienna

1961 Baccalauréat am Französischen Lyzeum
1962 Aspirant in der "Wochenpresse"
1961-1977 Pressereferent der Wiener Symponiker
seit 1963 freier Mitarbeiter der Salzburger Nachrichten
1971/1972 Wirtschaftsdokumentarfilme für den ORF
seit 1972 Chefredakteur der Zeitschrift "Der österreichische Volkswirt", heute "Der Volkswirt"
ab 1977 Teilnahme an zahlreichen Pressestunden des ORF
1965-1995 Wirtschaftsredakteur der Salzburger Nachrichten
1997-2000 Moderator der ORF-Sendung "Zur Sache"
1995-2006 Chefredakteur der Salzburger Nachrichten
2002-2007 Moderator der Sendung "offen gesagt
seit 2006 Kolumnist der Salzburger Nachrichten
 Autor der Fernsehfilme "Die Erde trägt" (1993), "Die Zukunft der Stadt" (2001), Euro - eine Frage des Geldes (2002)
seit 2008 wöchentliche TV-Wirtschaftssendung in TW1 Bei Barazon" (Talks und Dokumentarfilme)

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