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Aufmischen – Neue Ansätze in der Wohnungspolitik

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Bundesinnungsmeister, Geschäftsstelle Bau, Wirtschaftskammer Österreich, Wien Abstract
Die langfristige Sicherung von leistbarem Wohnraum sind wir den künftigen Generationen schuldig!
Es ist ein Faktum, dass die österreichische Bevölkerung und die Anzahl der Haushalte wächst.

Laut Bevölkerungsprognose 2011 der Statistik Austria wird Österreichs Bevölkerung von dzt. 8,4 Mio. auf 9,0 Mio. im Jahr 2030 (+7%) bzw. 9,4 Mio. im Jahr 2050 (+12%) ansteigen.
Bis 2050 wird die Einwohnerzahl der Bundeshauptstadt Wien zwei Millionen überschritten haben und mit 2,02 Mio. um 18% größer sein als 2010.
Bundesweit verschiebt sich die Altersstruktur deutlich hin zu den älteren Menschen. Die Absolutzahl der über 80-Jährigen steigt bis 2030 von dzt. 405.000 um mehr als die Hälfte (+57%) auf 635.000 an.
Bei der Volkszählung 2010 gab es 3,62 Mio., Privathaushalte, somit um 8,4% mehr als 2001. Bis 2030 werden sie auf 4,03 Mio. (+11,2%), bis 2050 schließlich auf 4,27 Mio. ansteigen (+18,0%).
Daraus resultiert ein erhöhter jährlichen Bedarf von 45.000 bis 55.000 Neubauwohnungen.
Notwendige Maßnahmen zur langfristigen bedarfsgerechten Sicherung der Finanzierung von leistbarem Wohnraum sind daher insbesondere:
- Ein bundesweites Finanzierungskonzept, abgestimmt mit Bund und Ländern auf Grundlage konkreter wissenschaftlicher Bedarfserhebungen
- Ausgliederte Sonderbudgets bzw. Fonds für Wohnbauförderung
- Zuordnung von Wohnbeihilfen zum Sozialressort
- Fiskalische Anreize (steuerliche Absetzbarkeit bzw. Abschreibungsmöglichkeit, Stadterneuerungsmodelle, Bauhandwerkerbonus, etc.)
- Ausbau zusätzlicher alternativer Finanzierungsinstrumente (z.B. über Fonds, Pensionskassen, Bausparkassen etc.)
- Verpflichtende Rechnungslegung für geförderte Baudienstleistungen
Miteinzubeziehen in die Konzepte sind auch raumplanerische Aspekte, urbane Nachverdichtung oder Revitalisierung von Ortskernen. Ebenso ökonomische Planungsfaktoren und Wirtschaftlichkeitsparameter bei geförderten Wohnbauprojekten
Die langfristige Sicherung von leistbarem Wohnraum ist Teil des Generationenvertrages. Leistbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht. Die Wohnbauförderung sichert soziale Durchmischung, verhindert Ghettobildung und ist ein Steuerungsinstrument für ökologische Bauweisen.
Landeshauptmann-Stv., Amt der Tiroler Landesregierung, Innsbruck Abstract
Das Land Tirol arbeitet bei der Wohnbauförderung eng mit Gemeinnützigen Wohnbauträgern zusammen. Anders als auf dem privaten Wohnungsmarkt werden dort die Miet- und Kaufpreise stabil gehalten und sorgen damit für leistbaren Wohnraum. Da die Gemeinnützigen Wohnbauträger seit Jahrzehnten in engem Kontakt mit den Gemeinden Tirols stehen, sind Erstere Hauptabnehmer von günstigen und adäquat gewidmeten Grundstücken. Auch die Baukosten  neben den Grundstückspreisen ein weiterer Faktor in der Mietpreisfestlegung können von den Gemeinnützigen Bauträgern zum Vorteil der Käufer- und MieterInnen geringer gehalten werden. Neben den Kosten für Grund und Bau setzt sich der Wohnungsaufwand auch aus den Energiekosten für Heizen, Lüften und Warmwasser zusammen. Nicht zuletzt durch eine ökologische Ausrichtung der Wohnbauförderung setzen die Gemeinnützigen Wohnbauträger auf Innovationen und umweltschonendes Bauen, was eine langfristige Senkung der Betriebskosten bedeutet.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien Abstract
In Österreich entwickelt sich die Wohnungsproduktion stabil, aber nicht sonderlich dynamisch. Weiterhin ist mit einer steigenden Nachfrage nach Wohnraum aufgrund der demographischen Entwicklung zu rechnen. Wichtige Subtrends sind kleinere Haushalte und eine alternde Bevölkerung. Zudem treten Umweltziele verstärkt in den Vordergrund. Gleichzeitig kommt es derzeit zu Kürzungen der Wohnbauförderung.

Die Wohnversorgung einkommensschwacher Gruppen, Umweltschutz und das rechtzeitige Einlenken in Richtung altersgerechtem Wohnen sind gesellschaftliche Aufgaben. Die Wohnbauförderung ist bei ausgewogener Gestaltung ein geeignetes Instrument zur Erreichung dieser Ziele. Dem zunehmenden Konsolidierungsdruck in den Bundesländern sollte ein regional differenziertes Bedarfsprofil der Wohnbauförderung gegenüberstehen.
Geschäftsführer, Neue Heimat Tirol, Innsbruck Abstract
Schluss mit der Überfrachtung des geförderten Mietwohnbaus in Österreich

Wir hören täglich über die Medien oder Politik, dass wir leistbares Wohnen brauchen. Gleichzeitig gibt es nur preistreibende Diskussionen, wie z. B. aufwendige Architektur, höchste Energieziele, Anzahl der Tiefgaragen-Autoabstellplätze, Aufenthaltsräume, Radlräume usw. Wenn wir nicht diese überschießenden Ziele zurückdrängen und für das Auto weniger Geld ausgeben, wird unser Publikum der kleinen Einkommensbezieher bzw. die Wohnbauförderung nur zu wenig und nicht leistbare Wohnungen realisieren können.
Bundesvorsitzender, Gewerkschaft Bau-Holz, Graz Abstract
Die Politik hat sich vom leistbaren Wohnen verabschiedet! Ein Riesenfehler, der korrigiert werden kann.
Ziel einer strategischen Neuausrichtung des Wohnbaues muss es sein, für eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe guten und vor allem leistbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Unter Berücksichtigung demographischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, die auch weiterhin einen hohen Wohnungsbedarf und bei stagnierenden Einkommen der unteren und mittleren Einkommensschichten eine verstärkte Nachfrage nach günstigen Mietwohnungen anzeigt, müssen sich in Zukunft Wohnungsgrößen und Ausstattungen  auch in Anbetracht finanzieller Restriktionen  mehr am Machbaren orientieren. Den unterschiedlichen Wohnungsbedürfnissen ist ein differenziertes Wohnungsangebot gegenüberzustellen.
Bei der Finanzierung sind öffentliche Wohnbaumittel wieder ausschließlich für den Wohnbau zu verwenden und zusätzliche Finanzierungsformen zu diskutieren. Die Objektförderung ist eindeutig vor die Subjektförderung zu stellen.
Wohnen gehört wie Nahrung und Kleidung zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Dadurch muss der österreichische Wohnbau nicht nur ökologische, ökonomische und regionalpolitische Ziele verfolgen, sondern muss in Zukunft verstärkt sozialpolitische Verantwortung übernehmen. Speziell Familien mit niedrigen Einkommen und Menschen mit Handikaps müssen dabei vorrangig behandelt werden.
Nur Politikerinnen und Politiker, die sich verstärkt für die Versorgung der Bevölkerung mit leistbarem Wohnraum einsetzen, werden letztendlich auch das Vertrauen der Menschen gewinnen. Leistbares Wohnen muss oberste Priorität bei den Verantwortlichen in Österreich haben.
Vice President, European Forum Alpbach; President, oiip - Austrian Institute for International Affairs, Vienna; Chairman, Supervisory Board, Gebrüder Weiss Holding AG, Vienna Chair

Ing. KR Hans-Werner FRÖMMEL

Bundesinnungsmeister, Geschäftsstelle Bau, Wirtschaftskammer Österreich, Wien

1964-2007 Bauunternehmung Ing. Mandlbauer GmbH, Bad Gleichenberg
1984-2007 Geschäftsführender Gesellschafter, Bauunternehmung Mandlbauer GmbH, Bad Gleichenberg
seit 2008 Aufsichtsratsvorsitzender, Mandlbauer GmbH, Bad Gleichenberg
2000-2008 Landesinnungsmeister Baugewerbe Steiermark
2000-2008 Bundesinnungsmeister-Stellvertreter
seit 2008 Bundesinnungsmeister Bundesinnung Bau

Hannes GSCHWENTNER

Landeshauptmann-Stv., Amt der Tiroler Landesregierung, Innsbruck

1992-2002 Bürgermeister von Kundl
1999-2002 Abgeordneter zum Tiroler Landtag
  Landeshauptmann-Stellvertreter
seit 2002 Parteivorsitzender der Tiroler SPÖ

Mag., BA Andrea KUNNERT

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien

2007-2008 Projektmitarbeiterin, Institut für Wirtschaftsgeographie und Geoinformatik der WU Wien, Wien
2008-2009 Regionale Volkswirtschaftliche Gesamtrechnerin, Statistik Austria, Wien

Dr. Klaus LUGGER

Geschäftsführer, Neue Heimat Tirol, Innsbruck

seit 1989 Geschäftsführer, Neue Heimat Tirol
seit 2004 Geschäftsführer, Innsbrucker Stadtbau

Josef MUCHITSCH

Bundesvorsitzender, Gewerkschaft Bau-Holz, Graz

1982 Maurerlehre, ab 1985 Vorarbeiter
1985-1988 HTBLA für Hoch- und Tiefbau
1989 Staatlich geprüfter Bauleiter
1991 Möbes-Akademie
1991-1992 Sozialakademie Mödling
seit 1992 Angestellter, Gewerkschaft Bau-Holz, ÖGB
seit 2000 Landesgeschäftsführer, Gewerkschaft Bau-Holz Steiermark
seit 2002 Stv. Bundesvorsitzender d. Gewerkschaft Bau-Holz
seit 2006 Abgeordneter zum Nationalrat
seit 2012 Geschäftsführender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz

Dr. Caspar EINEM

Vice President, European Forum Alpbach; President, oiip - Austrian Institute for International Affairs, Vienna; Chairman, Supervisory Board, Gebrüder Weiss Holding AG, Vienna

1967-1971 Studium der Rechtswissenschaften, Wien
1972-1977 Bewährungshelfer in Wien und Salzburg, zuletzt verantwortlich für Finanzen und Organisation des Trägervereins
1978-1979 Mitarbeiter, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriminalsoziologie
1980-1991 Mitarbeiter, Arbeiterkammer Wien
1980-1986 Mitarbeiter, Arbeiterkammer Wien Bereich Konsumentenpolitik und -beratung
1985-1986 Betriebsratsvorsitzender, Arbeiterkammer Wien
1986-1991 ÖMV AG, zunächst als Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung und strategisches Controlling
1992-1994 Leiter der Kommunalpolitischen Abteilung (Konzernstrategie) bis 1992, dann bis zum Ausscheiden Direktor des Geschäftsbereichs Gas
1994 Berufung zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt
1995-1997 Bundesminister für Inneres
1997-2000 Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr
  Mitglied im EU-Hauptausschuss, im Außenpolitischen Ausschuss und im Industrieausschuss
2000-2007 Abgeordneter zum Nationalrat, Wahlkreis Wien/Innen-West, Europasprecher der SPÖ,
2000 Vertreter des österreichischen Nationalrates im Europäischen Grundrechtskonvent
2001-2007 Stellvertretender Vorsitzender der SPÖ-Nationalratsfraktion
2002-2003 Vertreter des österreichischen Nationalrates im Europäischen Verfassungskonvent
2002-2008 Präsident des Bundes sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen
2004-2013 Chefredakteur der sozialdemokratischen Monatszeitschrift ZUKUNFT
2005-2008 Präsident des CEEP - Europäischer Sozialpartnerverband und seiner österr. Sektion - Verband d. öffentl. Wirtschaft u. Gemeinwirtschaft
2007-2011 Vorstandsmitglied in einem privaten Luftverkehrsunternehmen
seit 2011 Präsident, oiip - Österreichisches Institut für Internationale Politik
seit 2011 Aufsichtsratvorstand, Austro Control GmbH
seit 2012 Vizepräsident, Europäisches Forum Alpbach, Wien
seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender, Gebrüder Weiss Holding AG, Wien

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