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Baukultur am Beispiel Einzelhandel

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Geschäftsführender Gesellschafter, SC STANDORT-consult GmbH, Bad Segeberg; Lehrbeauftragter für Immobilienwirtschaft im Städtebau, Institut für Städtebau und Landschaftsplanung, RWTH Aachen Abstract Key Note
In der europäischen Stadt waren die selbstgenutzten Wohn- und Geschäftshäuser selbständiger
Einzelhändler und Handwerker bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts die "Schmuckstücke"
im öffentlichen Raum der Geschäftsstrassen  sie waren die Profanbauten, die den
städtebaulichen Maßstab der Stadtzentren zusammen mit Kirchen, Klöstern, Burgen und
Schlössern bestimmten. In ihnen fielen die Berufs- und Vermögensinteressen der Betreiber
über Generationen hinweg zusammen  selbstverständlich wetteiferten die Nachbarn um
das schönste Haus, nie im Leben wäre ihnen eingefallen, die Bauunterhaltung zu vernachlässigen.
Aber die Realität ist: Die Erben der selbständigen Einzelhändler von früher sind
heute Lehrer oder Kunsthistoriker oder sie verzehren ihre Mieten als Rentner auf Mallorca,
von "ganzheitlicher Immobilienwirtschaft" haben sie keine Ahnung und die Standortverbundenheit
ist ihnen abhandengekommen  die Innenstadt ist aber keine "Hängematte".
Und dann  es ist eigentlich erst 60 Jahre her  wurden das Auto mit Kofferaum und der
Kühlschrank erfunden  der "Wocheneinkauf" am Stadtrand löste den täglichen Lebensmitteleinkauf
bei Tante Emma an der Ecke ab: mehr Ware auf einmal konnte befördert und
haltbar gelagert werden. Einkaufen wurde zu einer logistischen Aufgabe, die man am
besten und am billigsten in Einzelhandel-Logistikgebieten = "Fachmarktzentren" erledigt 
bei Lebensmitteln wollen Italiener und Belgier Qualität, Franzosen wollen Auswahl, Deutsche
und Österreicher wollen in erster Linie niedrige Preise, und die erwarten sie am ehesten
in den schäbigen Scheunen der erfolgreichen Discounter. Dasselbe gilt für die Innenstadt-
Leitbranche "Textilien" (z.B. KIK) und für Drogeriemärkte (Schlecker = "Verschleckerung"),
von den beliebten 1-¬ -Läden ganz zu schweigen (TEDI + KODI)  "Baukultur" ist
auch, aber weniger ein Problem der Filialisten, sondern eines des soziokulturellen Millieus
der Verbraucher. Denn wenn ALDI/HOFER einen Standort wirklich "machen" wollen, dann
können sie auch "schön" bauen, wenn es wirklich gefordert wird  von BILLA ganz zu
schweigen (siehe "BIG BILLA" in Neulengbach).
Die Einkaufstempel der jüngeren Vergangenheit waren die Warenhäuser  es gab "alles für
alle" und das viel. Heute siechen sie dahin (z.B. Hertie), können nicht bestehen gegen die
profilierten Fachkaufhäuser (z.B. H&M) mit ihrer modisch-trendigen Ware für kleine
Zielgruppen (eher unsere Kinder) und schmalem, aber tiefen Sortiment, die heute die 1a-
Lagen bestimmen und dort auch wegen ihres modernen Outfits unverzichtbar sind  was
wären die Innenstädte heute ohne die "Marken-Labels" ? Aber genau deshalb werden die
Innenstädte verwechselbar, obwohl ihre Ausstrahlung auf kalte Weise intensiv ist. Wo
bleibt da auf Dauer das ganzheitliche Erlebnis "Innenstadt" als Aufenthalts- und Begegnungsraum
? Bisher haben die Filialisten nur die Kaufkraft "abgeholt", ohne wirklich in die
Standorte zu investieren  müssen sie bald für eine individuelle, unverwechselbare Kulisse
aus ortsansässigem Einzelhandel und Gastronomie sorgen, um noch erfolgreich zu seien ?
Sind Mediterraneo-Konzepte wie in Bremerhaven wirklich die Innenstadt-ferne Alternative ?
Wo bleiben also die vermeintlich tragfähigen "Magneten der Geschäftslagen" ? Was wird
aus der "Knochen-Strategie" ? Immerhin haben diese Giganten doch die Attraktivität der
Geschäftslage, d.h. ihre Frequenz, und meistens auch ihren städtebaulichen Maßstab
geprägt. Heute kommen die "weissen Ritter" in die Innenstädte: "innerstädtische Einkaufszentren"
(ECE & Co.). Ob sie nun Schloßfassaden hinterbauen wie in Braunschweig oder
Theatergrundstücke nachnutzen wie in Möchengladbach  eines ist ihnen gemein: sie konkurrenzieren
den ansässigen Einzelhandel, der in den öffentlichen Raum wirkt, durch baublockinterne
Stockwerkflächen  sie sind introvertiert und nicht, wie es für die Innenstädte
notwendig ist, extroviertiert, daran müssen sie sich messen lassen, um genehmigt zu werden.
Thomas Koerver von Concepta, ein ausgewiesener Center-Fachmann, hat 2005 festgestellt:
"Mindestens die Hälfte aller bestehenden Center sind mit nachhaltigem Schaden
für den selbständigen Einzelhandel innenstadtunverträglich (3/4 aller ECE-Center und alle
MFI-Center): sie sind nicht mit der Innenstadt verknüpft, sie sind zu groß und sie sind zu
introviertiert."
Ich bin ein unverbesserlicher Freund der historischen Innenstädte: ich begleite Grundeigentümer
und Nutzer in Innenstadtlagen, um klassische Wohn-Geschäftshauslagen in Mittelstädten
rentierlich zu machen. Ich halte das für immobilienwirtschaftlich zielführend, wenn
die Grundeigentümer nachhaltige Immobilienwirtschaft betreiben: das EG standortgerecht
durch Einzelhandel und/oder ausstrahlungsintensives Handwerk und/oder Gastronomie
nutzen lassen, die Obergeschosse auf Wohnen für Jungsenioren oder auf Wohnen&Arbeiten
für jüngere Zielgruppen jenseits des klassischen Dienstleistungsmarktes vorbereiten.
Chief Executive Officer, REWE International, Wiener Neudorf
Referatsleiter, Abteilung für Stadtplanung und Verkehrspolitik, Wirtschaftskammer Wien
Mitglied des Vorstandes, Unternehmensbereich Hoch- und Ingenieurbau Europa, STRABAG AG, Wien
Präsident, Handelsverband, Wien
Inhaltliche Koordination und Wissensmanagement, VCÖ - Verkehrsclub Österreich, Wien
Managing Editor, Der Standard, Vienna Chair

Dipl.-Geograf Wolfgang SCHULTES

Geschäftsführender Gesellschafter, SC STANDORT-consult GmbH, Bad Segeberg; Lehrbeauftragter für Immobilienwirtschaft im Städtebau, Institut für Städtebau und Landschaftsplanung, RWTH Aachen

1963-1972 Studium Politische Wissenschaften, Geographie, Stadt- und Regionalplanung
1967-1972 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin
1972-1977 Referent für Stadtentwicklung beim Oberbürgermeister der Stadt Mannheim
1977-1979 Geschäftsbereichleiter Roland Berger & Partner, München
1979-1983 Geschäftsführer GEWOS GmbH, Hamburg
1983-1985 Geschäftsführender Gesellschafter mc markt- consult Gesellschaft
seit 1985 Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter SC STANDORT - consult Gesellschaft für Standortmarketing und Projektentwicklung mbH, Segeberg/Salzburg
1996-2006 Lehrbeauftragter/Gastprofessor Immobilienwirtschaft an der Technischen Universität Wien - IfS Integrated Facility Services
seit 2001 Lehrbeauftragter Immobilienwirtschaft, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) - ISL (Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Landesplanung)
seit 2007 Lehrbeauftragter Redevelopment, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) / International Academy

Dkfm. Frank HENSEL

Chief Executive Officer, REWE International, Wiener Neudorf

  Studium der Betriebswirtschaft
1988 Sales-Manager, Nestle AG Deutschland
1990 Vorstandsassistent (und andere Funktionen im Unternehmen), SPAR AG Hamburg
1996 Direktor (gesamtverantwortlich für den Bereich Supermarkt/Großhandel für alle Regionen Deutschlands), SPAR Handels AG Deutschland
1999 REWE Group im internationalen Bereich, REWE Zentral AG
2000 Geschäftsführer, REWE Ungarn
2002 Vorstandsmitglied, BILLA AG Österreich, zuständig für Italien und Vorsitz der Geschäftsführung für BILLA/Standa Italien
2005 Vorstandsmitglied, REWE Group Austria
2008 Vorstandsvorsitzender, REWE Group Austria
seit 2009 Generalbevollmächtigter, REWE Group und Vorstandsvorsitzender, REWE International AG

Dipl.-Ing. Peter HÖGER

Referatsleiter, Abteilung für Stadtplanung und Verkehrspolitik, Wirtschaftskammer Wien

 Wirtschaftskammer Wien - Abteilung für Stadtplanung und Verkehrspolitik - Referat Stadtplanung - Referatsleiter

Mag. Herbert KRUTINA

Mitglied des Vorstandes, Unternehmensbereich Hoch- und Ingenieurbau Europa, STRABAG AG, Wien

 Magister der Betriebswirtschaft, Wirtschaftsuniversität Wien
 Spez. BWL: Werbewissenschaft und Marktforschung; Wirtschaftsinformatik
1987-1988 Vertriebsbeauftragter, CompuNet GmbH, Frankfurt am Main
1988-1989 Leiter der Niederlassung/Vertriebsbeauftragter, IBA Informationsverarbeitung Ges.m.b.H., Wien
1990-1993 Produktmanager, Digital Equipment Corp.Ges.m.b.H., Wien
1993-1994 Vertriebsbeauftragter mit Prokura, Standard Stahlhandel Ges.m.b.H., Wien
1994 Aufbau eines QM Systems gem. EN ISO 9002, Zertifizierung durch Det Noske Veritas
1995-1998 KGF in diversen Argen, ILBAU Ges.m.b.H. Loosdorf, Direktion 33, später 35, Direktionskaufmann für Straßenbau, Wien und Niederösterreich
1998 Mitglied des Firmenrates, Straßenbau und Infrastruktur, Arge Business Park Brunn
1998-2001 Bereichskaufmann, STRABAG Polska sp.z o.o., (vormals ILBAU Polska), Straßenbau Wroclaw und Katowice
2002-2003 Bereichskaufmann für Auslandsbaustellen der Direktionen 15 und 17 im Ingenieur- und Spezialtiefbau, STRABAG AG
2002 kfm. Geschäftsführer im Joint Venture, Brückenbau , BV 2nd Liffey Valley Bridge, Dublin
2003-2004 Stv. kaufmänn. Direktionsleiter der Direktionen IC, IF, Ingenieur- und Spezialtiefbau, STRABAG AG
2004 Kaufmännischer Direktionsleiter der Direktionen IC, IE und IF, Ingenieur- und Spezialtiefbau, STRABAG AG
2005 Ernennung zum Vorstandsmitglied der STRABAG AG; Unternehmensbereichsleiter für Tunnelbau und Ingenieurtiefbau
2006 Unternehmensbereichsleiter Ingenieurbau Dywidag, Strabag, Züblin STRABAG AG
seit 2007 Unternehmensbereichsleiter Hoch- und Ingenieurbau Polen und Südosteuropa STRABAG AG

Dr. Stephan MAYER-HEINISCH

Präsident, Handelsverband, Wien

 Sommerpraktika während des Studiums in Kapstadt/Südafrika und Mombasa/Kenia bei Deutsche Afrika Linie (DAL); Alicante/Spanien bei Firma AVIC Kinderschuhproduzent;
 Nach dem Studium Stage OECD/Paris Development Center - Entwicklungspolitik; Im Anschluss Firma HAKO/Frankfurt/BRD - Schuheinzelhandel
1976 Abschluss Studium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz
1979 Eintritt bei der Firma LEDER & SCHUH
1979-1983 Schuhproduktion in Feldbach, Eibiswald und Graz - Produktmanager für Herrenschuhe
1983-1985 Umstieg in den Wareneinkauf und Filialleiter bei HUMANIC in Wien
1985 PMD an der Harvard Business School, Boston/USA
1985 Geschäftsführer der LEDER & SCHUH-Töchter HUMANIC, SHOE 4 YOU, DOMINICI und MEGA SOCKS für Verkauf, Marketing, Aquisition und Standortentwicklung, einzelner Warengruppeneinkauf (Young Fashion und Taschen)
2001 Leiter der Konzernkommunikation LEDER & SCHUH AG: Werbung und Marketing für alle Tochtergesellschaften, Expansionskoordination, Pressearbeit und Verbandstätigkeiten
2005 Gründung der SMH Consulting GmbH: Beratung für internationale Standort- und Formatentwicklung

Dipl.-Ing. Bettina URBANEK

Inhaltliche Koordination und Wissensmanagement, VCÖ - Verkehrsclub Österreich, Wien

1994-2000 Freie Mitarbeiterin der Abteilung für Hydrobiologie, Fischereiwirtschaft und Aquakultur, Universität für Bodenkultur Wien
2002 Abschluss der Studienrichtung Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien
 Arbeit im Kampagnenbereich als "Networkcampaignerin"
2002-2006 Greenpeace in Central and Eastern Europe, Wien
seit 2006 VCÖ - Verkehrsclub Österreich, Inhaltliche Koordination und Wissensmanagement

MPA. Dr. Eric FREY

Managing Editor, Der Standard, Vienna

1981 Student of Public Affairs, Princeton University
1991-1996 Deputy Foreign Editor, Der Standard
1996-1998 Foreign Editor, Der Standard
1998-2001 Business Editor, Der Standard
2001-2002 Marshall Plan Chair for Austrian Studies, University of New Orleans
since 2002 Managing Editor, Der Standard

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