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Die Zukunft der Stammzellenforschung

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Panel
German and English language

Vortragende

Nobel Laureate in Medicine; Director of the School of Biosciences and Professor of Mammalian Genetics, Cardiff School of Biosciences, Cardiff University
Geschäftsführender Direktor und Leiter der Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster Abstract
Die Stammzellforschung hat in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte erzielt: Mehreren Forscherteams ist es gelungen, Hautzellen so in einen  Alleskonner  Zustand umzuwandeln, dass sie sich wie embryonale Stammzellen verhalten und die mehr als 200 Zelltypen des Körpers bilden können. Zur Erzeugung dieser so genannten  induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) war ursprünglich ein Cocktail aus vier Genen erforderlich (Yamanaka, 2006, 2007). Seither ist die Methode in rasantem Tempo verfeinert worden. Und was in der Maus etabliert wurde, konnte umgehend auf menschliche Zellen übertragen werden. So benötigt man seit diesem Jahr statt der ursprünglich verwendeten Viren nur noch einen Cocktail von höchstens vier Proteinen. Parallel zu der methodischen Fortentwicklung werden iPS Zellen von Patienten generiert. Mittels Reprogrammierung versucht man nämlich, Krankheiten quasi vom Patienten direkt in die Kulturschale zu bringen. Wenige Zellen aus dem Körper eines Patienten reichen dabei aus, um diese in pluripotente Stammzellen zu verwandeln, zu vermehren und daraus jeden beliebigen Typ von Körperzelle im Reagenzglas zu züchten (Abbildung). Leitet man etwa Nervenzellen von Patienten mit einer Erbkrankheit ab und vergleicht diese mit Zellen, die keine krankheitsverursachende Veränderung aufweisen, gewinnt man ein besseres Verständnis für das zu Grunde liegende Problem. Wirtschaftlich besonders interessant erscheint die Nutzung solcher Zellen, um Medikamente zu entwickeln und zu testen. Die entscheidende Frage ist, ob sich so Medikamente entwickeln lassen, die beispielsweise den Ausbruch einer Krankheit verhindern oder zumindest ihren Verlauf lindern können. Von großem Interesse ist es auch, iPS Zellen von unterschiedlichen Bevolkerungs oder Patientengruppen zu generieren, um daraus Herzmuskel oder Leberzellen abzuleiten. Dann könnte man testen, wie Medikamente bei unterschiedlichen Menschen wirken bzw. umgesetzt werden. Eine erfreuliche Begleiterscheinung könnte die Verringerung der Tests mit Tieren sein. Eine ebenfalls vieldiskutierte Anwendung sind patienteneigene transplantierbare Zellen. iPS Zellen haben den grundsätzlichen Vorteil, dass von ihnen abgeleitete Zellen im Falle einer autologen Transplantation nicht abgestoßen werden. Die Verwendung in diesem Bereich wird allerdings kurz und mittelfristig für eher unwahrscheinlich gehalten, da sie die weitere Erforschung embryonaler und adulter Stammzellen voraussetzt. Und selbst wenn sich von iPS abgeleitete Zellen grundsätzlich für die Transplantation eignen, halte ich dennoch die Verwendung von patienteneigenen Zellen wegen des großen Aufwandes für wenig aussichtsreich. In diesem Falle stellen reprogrammierte Nabelschnurblutbanken für mich die Vorgehensweise der Wahl dar. Nur dadurch wären iPS Zellen und deren differenzierte Abkömmlinge  off the shelf direkt für Patienten einsetzbar.
Head, Institute of Medical Genetics; Director, Centre of Pathobiochemistry and Genetics, Medical University of Vienna Chair

FRS, D.Sc. Martin EVANS

Nobel Laureate in Medicine; Director of the School of Biosciences and Professor of Mammalian Genetics, Cardiff School of Biosciences, Cardiff University

 Gained his BA in Biochemistry from Christ College, University of Cambridge in 1963. He received an MA in 1966 and a D.Sc. in 1996. In 1969 he was awarded a Ph.D. degree from University College, London.
 After graduating from Cambridge, he decided on a career studying the genetic control of vertebrate development. His early Ph.D. research led him to explore the use of cultures of mouse teratocarcinoma stem cells in tissue culture systems. He was the first to maintain these cells in tissue culture under conditions where their ability to differentiate was retained indefinitely.
 It was not until 1981, after his return to Cambridge, that he was able to isolate similar cells from normal mouse embryos. Subsequently he and his colleagues demonstrated that these cells which became known as "Embryonic Stem Cells" (ES cells) were able to be used to fully regenerate fertile breeding mice from the tissue culture cells and that these could therefore carry mutations introduced and selected or screened for in culture. This is now the basis of all mouse knockout and targeted genetic manipulation.
 These fundamental developments created new routes to experimental mammalian genetics and hence functional genomics. Since then, Sir Martin, who came to Cardiff University s School of Biosciences in 1999, has been exploiting gene knockout and gene trap methods both for novel discovery and to create animal modes of human disease. From his laboratory came the first demonstration of gene therapy to cure the deficit in Cystic Fibrosis in a whole animal and recently, from a mutated mouse model, insights into the breast cancer gene BRCA2 function.
 Sir Martin has published more than 120 scientific papers. He was elected a Fellow of the Royal Society in 1993 and is a founder Fellow of the Academy of Medical Sciences. In 1993 he was awarded the Walter Cottman Fellowship and the William Bate Hardy Prizes. He was awarded the prestigious Albert Lasker Award for Basic Medical Research in the US in 2001. In 2002 he was awarded an honorary doctorate from Mount Sinai School of Medicine in New York, regarded as one of the world's foremost centres for medical and scientific training.
 Sir Martin is also a member of the Wales Gene Park - which has brought together genetics, life sciences and clinical expertise from across Wales to create a new centre for research of national and international importance which offers state-of-the-art facilities for research, education and commercial exploitation.
 He was knighted in 2004 for his services to medical science and in 2009 was awarded the Gold Medal of The Royal Society of Medicine in recognition of his valuable contribution to medicine.

Dr. Hans SCHÖLER

Geschäftsführender Direktor und Leiter der Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster

1982 Diplom Biologie, Universität Heidelberg
1984-1986 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH) Universität Heidelberg
1985 Ph.D. Molekularbiologie, Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBE) der Universität Heidelberg
1986-1988 Forschungsgruppenleiter, Boehringer Mannheim, Forschungszentrum Tutzing
1988-1991 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen
1991-1999 Leiter einer Forschungsgruppe am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), Heidelberg
1994 Habilitation, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Venia Legendi in Molekularbiologie)
1999-2004 Professor für Reproduktionsphysiologie an der "School of Veterinary Medicine" und Direktor des "Center of Animal Transgenesis and Germ Cell Research" an der University of Pennsylvania, USA
2000-2004 Inhaber des "Marion Dilley and David George Jones" Lehrstuhls für Reproduktionsmedizin
  Vollmitglied der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  Direktor der Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster
seit 2004 Außerordentlicher Professor für Biochemie, University of Pennsylvania, School of Veterinary Medicine, Philadelphia, USA
seit 2009 Außerordentlicher Professor der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

Mag. Dr. Markus HENGSTSCHLÄGER

Head, Institute of Medical Genetics; Director, Centre of Pathobiochemistry and Genetics, Medical University of Vienna

1986-1990 Studium Genetik, Diplomarbeit am Children Cancer Research Institute St. Anna Kinderspital, Sponsion zum Magister der Genetik (Auszeichnung, Studienverkürzung)
1990-1992 Dissertation als Universitätsassistent am Vienna Biocenter, Promotion zum Doktor der Genetik (Auszeichnung)
1993-1994 Postdoc an der Yale University, USA
1995 Universitätsassistent Universität Wien
1997 Habilitation
1998 außerordentlicher Universitätsprofessor
2004 Ausbildungsabschluss: Fachhumangenetiker
2004 Berufung (internationales Berufungsverfahren) zum Universitätsprofessor für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien
seit 2004 Moderator der Medizin- und Wissenschaftssendung "Radiodoktor", ORF, Ö1 Radio
seit 2005 Leiter der Abteilung Genetik, Institut für Kinderwunsch, Lainzerstraße, Wien
2005-2009 Leiter der Abteilung für Medizinische Genetik, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Medizinische Universität Wien
seit 2009 Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik, Medizinische Universität Wien
 - Wissenschaftliche Arbeitsgebiete: Erforschung der humangenetischen Erkrankung Tuberöse Sklerose; Stammzellen aus dem humanen Fruchtwasser; Deregulation von Zelldifferenzierungsprozessen bei humangenetischen Erkrankungen; pränatale und postnatale genetische Routinediagnostik; Genetik in der Reproduktionsmedizin; Bioethik (Schwerpunkt medizinische Genetik und Stammzellforschung).
 - Alleinverantwortliche Verfassung und Leitung der Durchführung einer Vielzahl von Drittmittel-Projekten gefördert durch z.B. Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Marie Curie Research Network (Forschungsförderung der Europäischen Union), Oesterreichische Nationalbank, Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr, Herzfeldersche Familienstiftung, Komission Onkologie der
 Wiener Medizinischen Fakultät, Anton-Dreher-Gedächtnisstiftung, Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien.
seit 2011 zusätzlich Organisationseinheitsleiter des Zentrum für Pathobiochemie und Genetik der Medizinischen Universität Wien

Technologiegespräche

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27.08.2009

10:00 - 12:30Technologiebrunch der Tiroler ZukunftsstiftungSocial
13:00 - 13:10Eröffnung durch das Europäische Forum AlpbachPlenary
13:10 - 14:00EröffnungsreferatePlenary
14:00 - 16:00Wege aus der Krise - neue Perspektiven durch Forschung und Innovation?Plenary
16:30 - 18:00Die Zukunft der StammzellenforschungPlenary
20:00 - 21:30Blick in die Vergangenheit - das Rätsel unserer HerkunftPlenary
21:30 - 23:30Abendempfang gesponsert durch Forschung Austria in Kooperation mit der GFF und dem BMVITSocial

28.08.2009

09:00 - 15:30Arbeitskreis 01: Können wir unseren Nahrungsmitteln vertrauen?Breakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 02: Forschungs-, technologie- und innovationspolitische (FTI) Strategien im internationalen VergleichBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 03: "Säen und Ernten" in der bio(techno-)logischen Forschung: Vom atomaren Bauplan der Proteine zur Entwicklung neuer Arzneimittel und ihrer klinischen AnwendungBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 04: Biomedical and Pharmaceutical Engineering - Schlüsseltechnologien des 21. JahrhundertsBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 05: Infratech - Krise als ChanceBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 06: Kreativität - Treibstoff der Wissensgesellschaft?Breakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 07: Creative Industries vs. Old Economy: Wohin steuert die Wirtschaft?Breakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 08: Universitäten: Verantwortung für die ZukunftBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 09: Vertrauen in die Zukunft - Investieren in die ForschungBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 10: Digital Government im Spannungsfeld zwischen Bürger und VerwaltungBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 11: E-Mobility AustriaBreakout
09:00 - 18:00Junior Alpbach - Wissenschaft und Technologie für junge MenschenBreakout
09:00 - 15:00Technologieworkshop: Trend-Radar Gesellschaftliche EntwicklungenBreakout
09:00 - 15:00Ö1 Kinderuni Alpbach - Wissenschaft und Technologie für KinderBreakout
10:00 - 15:00Sonderveranstaltung: Positionierung Österreichs im internationalen WissensraumBreakout
16:30 - 17:45Kreativität. Wie Kinder lernen - Lernen wie die Kinder?Plenary
18:15 - 20:00Innovative Forschungsstandorte - Regionen im WettbewerbPlenary

29.08.2009

09:30 - 10:45Vertrauen in die Wissenschaft? Integrität in der wissenschaftlichen ForschungPlenary
10:45 - 11:30Die Zukunft des Universums - Perspektiven für Astrophysik und KosmologiePlenary
12:00 - 13:00I-Brain - die technologische Evolution des Gehirns?Plenary
13:00 - 13:15Abschluss-StatementPlenary
13:15 - 14:00Imbiss zum Abschluss der VeranstaltungSocial