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Eröffnungsvortrag

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Professor, Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Architektur, sowie Stv. Direktor, Deutsches Institut für Stadtbaukunst, Technische Universität Dortmund Abstract
"Eine Blechpfeife ist nicht genug"
Die vielfältigen Aspekte der dauerhaften und schönen Stadt
Die meisten Probleme unserer städtischen Umwelt sind hausgemacht: Die Zerschneidung von Stadtvierteln durch Verkehrsschneisen ist die Folge einer exzessiven Verkehrsplanung, öde Schlafstädte sind die Folge radikaler Zonierung, landschaftsfressende Gewerbegebiete sind die Folge einer rein ökonomischen Raumplanung, unzusammenhängende Einzelbauten sind die Folge eines architektonsichen Originalitätskultes, erhöhte Abriss- und Bautätigkeit ist die Folge einer auf Funktionsspezialisierung und schnelle Amortisierung hinzielenden Bauideologie. Alle diese Richtungen wurden mit mehr oder weniger guten Absichten vertreten und verfehlten es dennoch, schöne Stadträume zu schaffen, die eine dauerhafte Nutzung und Wertschätzung ermöglichen und damit Bauenergieverbrauch minimieren. Ihr grundsätzlicher Fehler war, nur einen einzelnen Aspekt der Stadt zu beachten und Städtebau damit in unzutreffender Weise zu reduzieren.
Paradoxerweise droht unter den heutigen Anforderungen eines energiesparenden und klimagerechten Bauens eine ähnliche Reduktion des Städtebaus auf einen einzelnen Aspekt, deren Folge ähnlich defekte Stadtstrukturen sein könnten, wie die der verkehrsgerechten und funktionalistischen Stadtplanung. Um tatsächlich nachhaltige Stadtformen zu erreichen, gilt es dagegen, das komplexe System der Stadt in seiner ganzen Vielfalt zu erkennen und den Städtebau und die städtischen Architekturen nicht auf wenige Faktoren zu reduzieren. Am Beispiel gelungener Stadtquartiere soll gezeigt werden, dass zu einer nachhaltigen Stadtform stets auch ihre Dauerhaftigkeit, Wiedererkennbarkeit und Schönheit gehören  Aspekte, die in einer auf technische Innovation ausgerichteten Nachhaltigkeitsdebatte wieder einmal unterzugehen drohen.
Es gilt, die gebaute Stadt in ihrer Vielfalt und Eigenart zu erkennen, um sie gegen modische Zumutungen zu immunisieren und tatsächlich langfristig erfolgreiche dichte Stadtgebiete zu etablieren, die eine weitere Zersiedelung der Landschaft verhindern. Zu den vielfältigen Aspekten, die ein solcher Städtebau berücksichtigen muss, zählen Urbanität als kulturelle Dichte, soziale Mischung und Offenheit, identitätsfähige Stadträume und Stadtbilder, Politik der bürgerlichen Selbstverantwortung, wirtschaftsfreundliche Strukturen für ein verantwortungsbewusstes und vielfältiges Unternehmertum, ökologische Nachhaltigkeit, energiearme Verkehrstechniken und Verkehrsstrukturen, funktionale Durchmischung, Fußläufigkeit von alltäglichen Zielen, verständliche und klar gefasste öffentliche Stadträume, Anknüpfung an die Stadtgeschichte und last but not least schöne Stadträume mit hoher Verweilqualität.
Chief Executive Officer, d. swarovski tourism services gmbh, Wattens Chair

Dr. Wolfgang SONNE

Professor, Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Architektur, sowie Stv. Direktor, Deutsches Institut für Stadtbaukunst, Technische Universität Dortmund

1987-1994 Studium an den Universitäten München, Paris und Berlin
1994-2003 Assistent und Dozent an der Professur für Geschichte des Städtebaus, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Parallel unterrichtete er an der Harvard University und der Universität Wien und betreute Ausstellungen u. a. am Deutschen Architektur-Museum in Frankfurt am Main und an der Triennale in Mailand
1998-1999 Stipendiat des Collegium Helveticum, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
2003-2007 Lehrte er Geschichte und Theorie der Architektur, University of Strathclyde, Glasgow
seit 2007 Professur für Geschichte und Theorie der Architektur, Technische Universität Dortmund

Dr. Andreas BRAUN

Chief Executive Officer, d. swarovski tourism services gmbh, Wattens

1969-1982 Verwaltungs- und Verfassungsjurist im öffentlichen Dienst
ab 1982 Leiter der Tirol Werbung, Wegbereiter für eine breite Thematisierung des Phänomens Tourismus
  Positionierung und Leitung der Swarovski Kristallwelt als eine Verschmelzung von Industrie, Tourismus und Kultur
ab 1995 Kommunikationsmanager bei der Swarovski Gruppe
2001-2010 Vertretung des Landes Tirol im Stiftungsrat des ORF
seit 2001 Geschäftsführer der d. swarovski tourism services gmbh, einer 100 %igen Tochtergesellschaft von Swarovski

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