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Gesellschaft und Wirtschaft – Krise und Vertrauen als Frage ökonomischer und gesellschaftlicher Kohärenz

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Fachbereichsleiter Volkswirtschaftslehre, Fachhochschule des bfi Wien GmbH, Wien Abstract
Die Krise macht deutlich, wie wichtig Vertrauen in die Stabilität von Institutionen für das Verhalten von Individuen und Organisationen ist. Die Ursachen für die aktuelle Finanzkrise können jedoch nicht primär auf individuelles und organisatorisches Fehlverhalten sowie fehlende oder fehlerhafte Regulierung zurückgeführt werden. Vielmehr haben Inkohärenzen zwischen ökonomischen Aggregaten (Löhnen, Profiten, Investitionen) und Institutionen - und damit strukturelle Faktoren - die Krise befördert. Damit stellt sich die Frage, inwieweit ökonomische Strukturen und gesellschaftliche Steuerungsmechanismen verändert werden müssen, um ökonomische und damit auch gesellschaftliche Kohärenz zu fördern. Dies stellt eine zentrale Voraussetzung dar, um Vertrauen neuerlich zu gewinnen.
Head, Monetary Unit, Oesterreichische Nationalbank, Vienna Abstract
Die Finanzkrise entstand aus einem Überschuss an Vertrauen. So war das Vertrauen in unregulierte Marktmechanismen zwei Jahrzehnte nahezu grenzenlos gewesen und hatte als Ersatz für eine effektive Einbettung und Rahmung des Finanzkapitalismus gedient. Exzessiv riskantes Verhalten am Finanzmarkt wurde belohnt, ohne dass auch die Kosten der nachfolgenden Krise von den Verursachern getragen wurden. Das, nunmehr nicht nur am Interbankenmarkt, verlorengegangene Vertrauen wiederherzustellen, gelingt nicht über ethische Appelle gegen Gier und für Redlichkeit. Es gilt vielmehr Verantwortung wiederherzustellen. Die Rechenschaft und Haftung von Individuen muss neu festgeschrieben werden. Dazu gehören aber Institutionen und staatliche Vorgaben, die ein neues Machtgleichgewicht von Markt und Staat zu definieren suchen.
Stellvertretender Chefredakteur, Die Presse, Wien Chair

Mag. Dr. Johannes JÄGER

Fachbereichsleiter Volkswirtschaftslehre, Fachhochschule des bfi Wien GmbH, Wien

 Johannes Jäger has been co-ordinating the Economics Department at the University of Applied Sciences BFI Vienna since 2003. His main research interests are the political economy of the financial sector and regional economic developments. He previously held a post as Assistant Professor at the Institute for International Economics at the Vienna University of Economics and Business Administration and worked as a researcher at the the Institute for Urban and Regional Research at the Austrian Academy of Sciences. He obtained his masters degree (1996) and his PhD (2001) in economics at the University of Economics and Business Administration, Vienna.

Mag. Dr. Martin SCHÜRZ

Head, Monetary Unit, Oesterreichische Nationalbank, Vienna

1982-1992 Studium der Volkswirtschaft, Wirtschaftsuniversität Wien
1988-1990 Postgraduate Ausbildung, Institut für Höhere Studien, Wien
1990-1992 Forschungsaufenthalt, Santiago de Chile
1992-1993 Referent, Bankenaufsicht des Bundesministeriums für Finanzen
1993-1997 Referent, Internationale Abteilung, Oesterreichische Nationalbank
1994-1995 European Institute of Public Administration (EIPA), Maastricht
1997-1999 Referent, Volkswirtschaftliche Abteilung, Oesterreichische Nationalbank
seit 1999 Lektor, Fachhochschule des BFI
seit 2000 Gruppenleiter für monetäre Analysen, Volkswirtschaftliche Abteilung, Oesterreichische Nationalbank
seit 2006 Lektor, Wirtschaftsuniversität Wien
2006-2014 Fachspezifikum Individualpsychologie
seit 2013 Lektor, Universität Wien

Dr. Michael PRÜLLER

Stellvertretender Chefredakteur, Die Presse, Wien

1986 Dr. juris, Paris-Lodron-Universität Salzburg
1987 Diplomstudium, Institut Européen des Hautes Etudes Internationales, Nizza
1996-1999 Senior Consultant, PR- und Werbeagentur Ogilvy & Mather, Wien
2000-2004 Ressortleiter, Wirtschaftsressort ("Economist"), Tageszeitung "Die Presse"
seit 2004 Stellvertretender Chefredakteur, Tageszeitung "Die Presse"