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Innovation und Politik

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Q&A
in deutscher Sprache

Die Alpbacher Technologiegespräche gelten als Gipfeltreffen der heimischen Forschungs-, Technologie- und Innovations-Community. Als Auftaktveranstaltung erörtern die Spitzenrepräsentanten der involvierten Ministerien und des Rats für Forschung und Technologieentwicklung in einer Talk-Runde den Weg Österreichs zum Innovation Leader.

Vortragende

Industrialist; Chairman of the Board, AIT Austrian Institute of Technology GmbH; Chairman, Austrian Council for Research and Technology Development, Vienna Abstract
Während die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Österreich als „robusten Zwerg mit Bürokratieballast“ sieht, ortet die „Neue Züricher Zeitung“ Österreich als Land der Paradoxa. Gemeint ist in beiden Fällen, dass unsere durchaus akzeptable wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch ausstehende Strukturreformen seit Jahren „ausgebremst“ wird. Die Statistiken der letzten Jahre geben dieser Analyse Recht: Nachdem Österreich im ersten Millenniumsjahrzehnt in vielen Bereichen eine hohe Dynamik aufweisen konnte, stagniert die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit seit dem Krisenjahr 2009. Maßgeblichen Anteil daran hat vor allem unser überbordendes Pensionssystem, dessen Idiosynkrasien dringend benötigte Mittel für die Zukunft binden. Zudem hat Österreich mit 5,4 Prozent des BIP eine doppelt so hohe Subventionsquote wie der EU-Schnitt sowie ein ineffizientes Bildungssystem. Dieses erzielt im OECD-Vergleich nur unterdurchschnittliche Ergebnisse, obwohl es zu den teuersten der Welt zählt. Die größte Gefahr für die zukünftige prosperierende Entwicklung des Landes liegt aber in seinem starren, reformresistenten und überdimensionierten öffentlichen Sektor, der aufgrund seiner hohen Ausgabenquote in großem Ausmaß Schuld für die überbordende Staatsverschuldung trägt.

Dabei wäre es gerade jetzt erforderlich, sich für die rasant herannahenden Herausforderungen in Form einer wirtschaftspolitischen Weltneuordnung zu rüsten. So diagnostiziert beispielsweise das „National Intelligence Council“ (NIC) bereits den durch die Finanz- und Wirtschaftskrise eingeläuteten Bedeutungsverlust des US-Dollars als globale Leitwährung und sieht . die Weltmacht USA bald nur noch als „primus inter pares“. Dann könnten neben den USA auch China und Indien als rivalisierende Großmächte an der Spitze einer neuen multipolaren Weltordnung stehen. Allerdings dürfen dabei die großen Probleme und Widersprüche der beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde nicht außer Acht gelassen werden. Gleichzeitig werden Konflikte wegen knapper werdender Ressourcen – vor allem Wasser, Lebensmittel und Energie – zunehmen. Dies alles kann laut NIC dazu führen, dass die Welt im 21. Jahrhundert „ein Szenario des Wettrüstens, der territorialen Expansion und militärischer Rivalitäten wie im 19. Jahrhundert“ aufweisen wird – eine Welt ohne Führung, in der alle Karten neu gemischt werden.

Bereits jetzt sind unsere Lebens- und Wirtschaftsräume geprägt von enormen ökologischen und demographischen
Herausforderungen sowie einer rasch zunehmenden ökonomischen, sozialen und politischen Komplexität. Hinzu kommen Klimawandel, Ressourcenknappheit, ein rasanter Bevölkerungsanstieg in vielen Regionen der Welt bei einer gleichzeitig alternden Bevölkerung in Europa sowie die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, aber gleichzeitig auch der möglichen Folge einer dritten industriellen, der digitalen Revolution.

Was passieren kann, wenn es nicht gelingt, derartige Herausforderungen „intelligent“ zu meistern, wird in einer Reihe von Studien in oft sehr dramatischen Szenarien skizziert und in ihren Auswirkungen für unser Land auch in den Beiträgen im Sammelband „Österreich 2050“ aufgezeigt.

Österreich wird sich den globalen Grand Challenges nicht entziehen können. Wenn auch kein einzelner Politikansatz Antworten auf alle brennenden Fragen unserer Zeit haben kann, so besteht doch weitgehend einmütiger Konsens darüber, dass Bildung, Forschung und Innovation die wesentlichen Faktoren für die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen sind. Dies haben die global innovativsten Länder, allen voran die USA, Deutschland, die skandinavischen Staaten, die Schweiz, Japan und Südkorea bereits seit längerem erkannt und entsprechende Maßnahmen gesetzt. Diese Länder haben gerade in der Zeit der derzeitigen Krise ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung und Bildung massiv erhöht.

Für eine kleine, offene Volkswirtschaft wie Österreich wird es jedenfalls künftig nicht ausreichen, im globalen Wettlauf der wissensbasierten Ökonomien „nur dabei“ zu sein. Wissen gilt als einer der wichtigsten Rohstoffe der Zukunft. Investitionen in Bildung, Forschung, Technologie und Innovation sind daher unabdingbar, wenn Österreich auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und damit Wohlstand und Wohlfahrt erhalten will .

Wesentliche Aufgabe nationaler Politik bei fortschreitender Globalisierung ist daher, das eigene Land für die Herausforderungen der kommenden Zeit vorzubereiten. Dazu müssen Zukunftsbereiche zulasten der weniger produktiven bzw. nur konsumierenden Bereiche gestärkt werden. Die entsprechenden Voraussetzungen müssen jetzt geschaffen werden. Noch können wir die bestehenden Fehlentwicklungen korrigieren – sofern wir uns den Herausforderungen der Zukunft stellen und die dafür notwendigen Aufgaben in Angriff nehmen. Das Zeitfenster dafür wird allerdings immer kleiner, wenn wir nicht endlich zupacken und handeln statt „auf halben Wegen zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben“, wie Grillparzer im „Bruderzwist im Hause Habsburg“ Matthias klagen lässt.
Was wir brauchen, ist eine umfassende dynamische Vorwärtsstrategie mit einer Perspektive 2050 sowie eine umsetzungsorientierte Agenda 2025, die den Menschen Mut für eigenverantwortliche Leistungen, gleichzeitig aber auch Orientierung und Halt gibt.
Federal Minister for Transport, Innovation and Technology of the Republic of Austria, Vienna
Professor für Klassische Philologie; Abgeordneter zum Nationalrat, sowie Wissenschafts- und Forschungssprecher, Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei, Wien
Founder and Director, gross:media e.U., Vienna Chair

Dkfm. Dr. Hannes ANDROSCH

Industrialist; Chairman of the Board, AIT Austrian Institute of Technology GmbH; Chairman, Austrian Council for Research and Technology Development, Vienna

1959 Diplomkaufmann
1963-1967 Zunächst Sekretär, dann Konsulent für Wirtschaftsfragen des Parlamentsklubs der SPÖ
1966 Beeideter Buchprüfer und Steuerberater
1967 Abgeordneter zum Nationalrat
1968 Beeideter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
  Promotion zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften
bis 1970 Staatskommissär-Stellvertreter bei der Zentralsparkasse der Gemeinde, Wien
1970-1981 Bundesminister für Finanzen
1976-1981 Vizekanzler der Republik Österreich
1979 Vorsitzender der OECD auf Ministerebene
1980 Vorsitzender des Interimskomitees des Weltwährungsfonds
1981-1988 Stellvertretender Generaldirektor (Jänner - Juni 1981), dann Generaldirektor der Creditanstalt-Bankverein
1988-1989 Konsulent der Weltbank
1989 Gründung der AIC Androsch International Management Consulting GmbH
1994 Beginn des Aufbaues einer industriellen Beteiligungsgruppe
  Wissenschaften"
2004 Errichtung der gemeinnützigen "Stiftung Hannes Androsch bei der Österreichischen Akademie der
2010 Regierungskommissär für die österreichische Beteiligung an der Expo 2010, Shanghai
2011 Initiator des Bildungsvolksbegehrens

Doris BURES

Federal Minister for Transport, Innovation and Technology of the Republic of Austria, Vienna

 Doris Bures wurde am 2. Dezember 2008 als Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie angelobt. Von Jänner 2007 bis Juni 2008 war Doris Bures Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlicher Dienst. Von 2000 bis Anfang Jänner 2007 und von Juni bis Anfang Dezember 2008 war sie Bundesgeschäftsführerin der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ).
 Doris Bures gehörte von 1990 bis Jänner 2007 und von Juni bis Anfang Dezember 2008 als Abgeordnete dem Nationalrat an, wo sie Wohnbausprecherin ihrer Partei und Vorsitzende des parlamentarischen Bautenausschusses war. Außerdem stand Doris Bures in den Jahren 1997 bis 2007 der Mietervereinigung Österreichs als Präsidentin vor.
 Bures, geboren am 3. August 1962 in Wien, hat im Anschluss an die integrierte Gesamtschule und die Handelsschule die Ausbildung zur zahnärztlichen Assistentin absolviert, 1980 wechselte sie ins Bundessekretariat der Sozialistischen Jugend Österreichs. Von 1985 bis 1986 betreute Bures ein Projekt mit arbeitslosen Jugendlichen.
 In den Jahren 1987 bis 1990 war Doris Bures im Wiener Landesjugendreferat (1987 bis 1988) tätig und Bezirksrätin in ihrem Heimatbezirk Wien/Liesing, wo sie von 1995 bis 2009 stellvertretende Vorsitzende ihrer Partei war. Seit März 2009 ist sie Parteivorsitzende der SPÖ Liesing.
 Doris Bures hat eine erwachsene Tochter.

Dr. Karlheinz TÖCHTERLE

Professor für Klassische Philologie; Abgeordneter zum Nationalrat, sowie Wissenschafts- und Forschungssprecher, Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei, Wien

1976 Promotion mit einer Dissertation in Klassischer Philologie
1978 Abschluss der Lehramtsprüfung aus Deutsch und Latein und Sponsion zum Mag.Phil.
1986 Habilitation für Klassische Philologie
1976-1997 Universitätsassistent am Institut für Klassische Philologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
1987-1988 Gastprofessur an der Universität Graz
1988 Gastprofessur an der Universität München
1987-1989 Vorsitzender der Gesamtösterreichischen Studienkommission Klassische Philologie
1997 Berufung auf ein Ordinariat für Klassische Philologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
1998-2004 Vorsitzender des Kollegiums der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2000-2007 Vorstand/Leiter des Institutes für Sprachen und Literaturen der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2005-2007 Studienleiter der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2007-2011 Rektor der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2011-2013 Bundesminister für Wissenschaft und Forschung der Republik Österreich
seit 2013 Abgeordneter zum Nationalrat

Gerald GROSS

Founder and Director, gross:media e.U., Vienna

1987-1988 Freier Mitarbeiter bei AZ und profil
1988-1997 Redakteur im ORF Landesstudio Burgenland
1992-1997 Moderation der Fernsehsendung "Burgenland heute"
1997-1998 Redakteur im ORF-Hörfunk in Wien
1998 Nachrichtenchef bei Ö3, Chefredakteur im Landesstudio Burgenland
2001 Moderation der ZIB2, Nachfolger von Robert Hochner
2002 Moderation der ZIB1, Nachfolger von Josef Broukal, und Moderation von "Modern Times"
2007 Doppelmoderation der ZIB1 gemeinsam mit Ingrid Thurnher
2008-2011 Doppelmoderation der ZIB1 gemeinsam mit Hannelore Veit
2011 Gründung der Firma gross:media e.U.(Medientraining, Moderation)

Technologiegespräche

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22.08.2013

10:00 - 12:30Technologiebrunch gegeben von Standortagentur TirolPartner
13:00 - 13:10Eröffnung der Alpbacher Technologiegespräche 2013Plenary
13:10 - 13:45Innovation und PolitikPlenary
13:45 - 15:15Die Zukunft der Innovation - internationale PerspektivenPlenary
15:40 - 16:40Graphen - Hoffnungsträger zukünftiger Technologien?Plenary
16:40 - 18:00Von der Forschung zum wirtschaftlichen ErfolgPlenary
20:00 - 21:45Wir im UniversumPlenary
21:45 - 00:00Abendempfang gegeben von Forschung AustriaSocial
21:45 - 00:00Karrierelounge gegeben von den Veranstaltern und Siemens AG ÖsterreichSocial

23.08.2013

08:30 - 15:00Arbeitskreis 05: Zukunftsraum Alpen: Fokus nachhaltige RessourcennutzungBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 01: Die Wertschöpfungsketten der ZukunftBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 02: To Develop the Future - Innovation von morgen am Beispiel internationaler LeitbetriebeBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 03: Smart City - Wege zur urbanen Mobilität von morgenBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 04: "Frontrunner" als neuer Ansatz der FTI-PolitikBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 06: Das Potenzial von IKT-Tools im Open Innovation-ProzessBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 07: Web attack! Der Kampf gegen Hacker und DatenverlustBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 08: Industrie 4.0 - Auswirkungen auf die Arbeitswelt der ZukunftBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 09: Green Tech: Vision und Business ECO-MobilitätBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 10: Identität 2.0: der digitale MenschBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 11: Intellectual Property Management - Voraussetzungen für Wohlstand und ErfolgBreakout
09:00 - 15:00Arbeitskreis 12: Sichere Gesellschaft = Gesicherte Zukunft = SicherheitsforschungBreakout
09:00 - 18:00Junior Alpbach - Wissenschaft und Technologie für junge MenschenBreakout
09:00 - 15:00Sonderveranstaltung: Strategieempfehlungen zur FTI InternationalisierungBreakout
09:00 - 15:00Ö1 Kinderuni Alpbach - Wissenschaft und Technologie für KinderBreakout
16:00 - 17:30i-Learning - Die Zukunft des Lernens in der digitalen WeltPlenary
17:45 - 20:00Herausforderungen der biomedizinischen ForschungPlenary
20:00 - 22:00Open Dialogue - Smarte Mobilität für Smart CitiesPartner

24.08.2013

09:30 - 10:15Innovation planen: Irrwege und AuswegePlenary
10:15 - 12:00Cybercrime und CybersecurityPlenary
12:15 - 13:15Die wunderbare Welt der QuantenmechanikPlenary
13:15 - 13:30Abschluss-Statement der Alpbacher TechnologiegesprächePlenary
13:30 - 14:00Imbiss zum Abschluss der Veranstaltung gegeben von den VeranstalternSocial