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Marktwirtschaft und soziale Verantwortung

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Panel
German and English language

Vortragende

Professor, Department of Philosophy, VU University Amsterdam Key Note
Professor Emeritus der Volkswirtschaftslehre, Universität zu Köln; Ehemaliger Vorsitzender, Deutsche Monopolkommission, Bonn Abstract Key Note
Marktwirtschaft und soziale Verantwortung

In einem idealen Preissystem steuern die Preissignale den Unternehmer auch dann in die richtige Richtung, wenn er seinen eigenen Gewinn maximiert. Wenn knappe Umweltressourcen den "richtigen" Preis haben, ist eine zusätzliche unternehmerische Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften unnötig, ja nutzlos. Denn die dadurch verursachte Preissenkung für die knappe Umweltressource führt zu ihrem vermehrten Verbrauch an anderer Stelle der Weltwirtschaft. Es geht also um die Aufgabe, die richtigen Preise für Umweltgüter zu finden, nicht um einzelwirtschaftliche Verantwortung für Nachhaltigkeit.

Wenn Unternehmer anstelle der Gewinnmaximierung den Unternehmensüberschuss mit ihren Mitarbeitern teilen, sich also altruistisch verhalten, so ist das zwar nobel; aber es kann nicht zu einer verbindlichen, von Dritten kontrollierten Regel gemacht werden. Denn die Höhe dieses Unternehmensüberschusses ist ungewiss. Es ist das Recht des Unternehmers, den Gewinn zu maximieren, z.B. um für schlechte Zeiten vorzusorgen oder Innovationen zu finanzieren, die eine Bank nicht finanzieren würde. Da Innovationen in der Regel hohe positive externe Effekte hervorrufen, mag dies für den Volkswohlstand sogar besser sein, als wenn der Unternehmer zugunsten seiner Kunden oder Mitarbeiter auf Gewinnmaximierung verzichtet. Im Übrigen wird ein kluger Unternehmer seine guten Mitarbeiter gerade im langfristigen Gewinninteresse gut bezahlen, damit sie nicht abwandern. Wohltätiges Verhalten gegenüber Mitarbeitern hat einen positiven externen Effekt, indem es ein Beitrag zur Akzeptanz des Marktsystems in der Bevölkerung ist.

Einer gewissen sozialen Kontrolle sollten solche Unternehmen unterstellt werden, die Produkte erzeugen und verkaufen, bei denen man Zweifel an der Rationalität der Kaufentscheidung der Kunden haben kann, z.B. suchterzeugende Genussmittel. Ob hierzu "sin-taxes" also Steuern für irrationales Konsumentenverhalten der richtige Weg sind, ist eine offene Frage.
Konsulent, Industriellenvereinigung, Wien Chair

Dr. Peter KOSLOWSKI

Professor, Department of Philosophy, VU University Amsterdam

 Studied at Eberhard Karls University, Tübingen, Ludwig Maximilian University of Munich, and Virginia Polytechnic Institute and State University
1979 Doctorate in Philosophy, Ludwig Maximilian University of Munich
1980 Master Degree in Economics (Dipl.-Volkswirt), Ludwig Maximilian University of Munich
1985-1987 Professor of Philosophy and Political Economy and Director, Institute for the Studium Fundamentale, Witten/Herdecke University
1988-2001 Founding Director of the Hannover Institute of Philosophical Research, Hannover, Germany
1995-2002 Director, Project "East | West | Philosophy" for the Scholarly Exchange with Russia
since 1997 Chair of the Working Group for Economic Ethics and Economic Culture, German Philosophical Association
1997-2003 Director, Project "A Discourse of the World Religions" at the World Exposition EXPO 2000 Hannover, Germany
since 2002 Chair of the Working Group "Compliance and Ethics in Financial Institutions in the German Business Ethics Network"
2002-2003 Visiting Scholar-in-Residence with Liberty Fund, Indianapolis, Indiana, USA
2002-2003 Fellow, International Center of Economic Research, Turin, Italy
since 2004 Full Professor of Philosophy, especially Philosophy of Management and Organization, VU University Amsterdam, Netherlands

Dr. Carl Christian VON WEIZSÄCKER

Professor Emeritus der Volkswirtschaftslehre, Universität zu Köln; Ehemaliger Vorsitzender, Deutsche Monopolkommission, Bonn

1965-2003 Ordentlicher Professor der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Heidelberg, Massachusetts Institute of Technology (MIT), Bielefeld, Bonn, Bern und zuletzt (seit 1986) in Köln
1989-1998 Vorsitzender der deutschen Monopolkommission
2003 Emeritiert

Dr. Erhard FÜRST

Konsulent, Industriellenvereinigung, Wien

1960-1964 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien
1964-1966 Post-Graduate-Ökonomie-Studium am Institut für Höhere Studien, Wien
1966-1969 Wissenschaftlicher Assistent und später Leiter der Abteilung Ökonomie des Instituts für Höhere Studien
1969-1971 Mitarbeiter der Europaabteilung des Internationalen Währungsfonds in Washington D.C.
1971-1973 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung
1973-1983 Beigeordneter Direktor des Instituts für Höhere Studien
1983-1992 Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Creditanstalt in Wien
1993-2004 Leiter des Bereichs Industriepolitik und Ökonomie der Vereinigung der Österreichischen Industrie
seit 2005 Konsulent in der Vereinigung der Österreichischen Industrie

Wirtschaftsgespräche

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30.08.2011

14:00 - 14:30EröffnungPlenary
14:30 - 16:00Marktwirtschaft und soziale VerantwortungPlenary
16:30 - 18:30Die Zukunft der Sozialen MarktwirtschaftPlenary
19:00 - 20:30Special Lecture: Freihandel und der neue ProtektionismusPlenary
20:30 - 23:00Empfang gegeben von SAP Österreich GmbH und dem Europäischen Forum AlpbachSocial

31.08.2011

09:30 - 11:00Der EU-Binnenmarkt - ein Beispiel für gute Regulierung?Plenary
11:30 - 13:00Wettbewerbs- und Regulierungsdefizite in ÖsterreichPlenary
14:30 - 17:30Arbeitskreis 14: Den Wandel im Tourismus bewältigen - Zukunftsfähige Strukturen schaffenBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 01: Wann ist Regulierung intelligent?Breakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 02: Economic Efficiency between Competition and RegulationBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 03: "Systemic" Enterprises under Supervision?Breakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 04: Kollaps der Transfergesellschaft? Wohin führt Umverteilung?Breakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 05: Visionen 2020: Wie wollen und wie können wir wirtschaften?Breakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 06: Live-Experiment: Eigenprofit oder Gemeinwohl?Breakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 07: Vorbild Manager? Erwartungen und MachbarkeitBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 08: AbgesagtBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 09: Nachhaltigkeit als ManagementprinzipBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 10: Das Kapital - Motor oder Übeltäter?Breakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 11: Die Zukunft der Arbeit zwischen Produktivität und GerechtigkeitBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 12: Das Steuersystem: Einfach gerecht (be-)steuernBreakout
15:00 - 18:00Arbeitskreis 13: Daseinsvorsorge: Bringt Liberalisierung Effizienz und Sicherheit?Breakout
19:00 - 20:30Peter Drucker Special Lecture: Management-Verantwortung und RegulierungPlenary
20:30 - 23:00Empfang gegeben von T-Mobile Austria GmbH und T-Systems Austria GmbHSocial

01.09.2011

09:30 - 11:45Europa im globalen WettbewerbPlenary
11:45 - 12:00SchlusswortePlenary