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Naturwissenschaftliche Bildung für künftige Generationen

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Professor für Wissenschaftsgeschichte, Universität Konstanz; Buchautor und Publizist, Heidelberg Abstract
Wo gibt es Vermittlungsdefizite im Zugang zu den Naturwissenschaften?
Meine Grundthesen lauten: Kinder kommen ästhetisch neugierig in die Schule und werden begrifflich gelangweilt nach Hause geschickt. Und Erwachsene bekommen naturwissenschaftliche Erklärungen als abgeschlossenes und technisch nutzbares Wissen vorgesetzt, mit dem dann die Welt als entzaubert gilt. Tatsächlich sollten die Naturwissenschaften ein Staunen und ein Gefühl für das Geheimnisvolle bewirken, ist doch jede Erklärung geheimnisvoller als das Phänomen. Nach jeder Antwort stellen sich neue Fragen, wie es sich gehört, wenn es um Bildung geht.

Welche Inhalte sollten wie vermittelt werden?
Zur naturwissenschaftlichen Bildung gehören zum einen Kenntnisse von Themen, die aktuell erörtert werden - Reaktorkerne und Präimplantationsdiagnostik zum Beispiel - oder Begriffe, die ständig in den Medien sind - etwa Kaltfronten oder Tornados im Wetterbericht oder die allgegenwärtigen Quantensprünge. Dazu gehört zum zweiten der Umgang mit alltäglichen Fragen wie die, daß Männer gerne grillen, Frauen leicht frieren und es nachts dunkel wird. Und dazu gehören zum dritten Hinweise darauf, wie verschiedene Formen der Kultur zusammenhängen - etwa die Kunst und die Physik, die beiden zeitgleich nach 1900 den Weg in die Abstraktion finden.

Wie können neue (Medien-) Generationen für Naturwissenschaften und Technik interessiert und gewonnen werden?
Menschen sind primär ästhetische Wesen, die durch das, was ihre Sinne wahrnehmend aufnehmen, neugierig werden. Bekanntlich streben Menschen deshalb nach Wissen, weil sie Freude und Vergnügen bei diesen sinnlichen Erfahrungen empfinden. Wird diese Freude vermittelt und nicht durch Abfragewissen erstickt, stellt sich die zu beantwortende Frage nicht mehr.

Ist ein naturwissenschaftlicher Bildungskanon gefragt?
Ich bin immer dafür, einen Kanon aufzustellen, um darüber streiten zu können. Was die naturwissenschaftliche Bildung angeht, so sollte man im 21. Jahrhundert über die Theorie der Atome und den Gedanken der Evolution Auskunft geben können, man sollte sich im Periodensystem der Elemente auskennen und Sterne von Planeten unterscheiden können. Man sollte auch Vorstellungen von weiten Dimensionen (Weltraum) und langen Zeiträumen (Evolution) haben und aus diesen und aus alltäglich-praktischen Gründen mit großen Zahlen, wie sie als Megabyte und Gigabyte etwas auf unseren Festplatten eine Rolle spielen, Bescheid wissen.

Kulturelle und soziale Dimensionen der naturwissenschaftlichen Bildung.
Naturwissenschaftliche Bildung sollte ein Verständnis für die Frage ermöglichen, seit wann und warum Menschen überhaupt Wissenschaft treiben und welche historischen Dimensionen mit dem Entschluss geschaffen wurden, die Aufgaben, die sich Menschen stellen - Mobilität, Ernährung, Gesundheit, Wärme, Sicherheit - mit wissenschaftlichen Methoden anzugehen. Die kulturelle Dimension zeigt sich in den Weltbildern, die mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen möglich werden und über deren Glanz und Elend - etwa bei Newtons Universum als Uhrwerk - zu informiert sein sich lohnt.

Wie kann ein Bewusstsein für die Verantwortung erzeugt werden, die mit Naturwissenschaft und Technik in der Gesellschaft verbunden ist?
Wissenschaft wird ebenso von Menschen gemacht wie die Geschichte. Unsere Geschichte ist durch die Entscheidung unserer Vorfahren geprägt, sich der Wissenschaft zu bedienen. Daher sind wir alle zusammen für ihre Folgen verantwortlich. Das dazugehörige Gefühl der Verantwortung kann vermittelt werden, wenn die Naturwissenschaften als Teil unserer Geschichte - in den Geschichtsbüchern - vorgestellt und eingeführt werden. Genau daran mangelt es erheblich und zeigt sich ein Versagen von vielen Gelehrten, die außerhalb der Naturwissenschaft stehen und gerne mit dem Finger auf sie zeigen, wenn technisch etwas danebengeht. Während sie dies tun, richten sie bekanntlich drei Finger auf sich selbst. Wer sie sieht, wird anfangen, darüber nachzudenken, welchen Weg wir mit den Naturwissenschaften und ihrer Technik einschlagen wollen. Um dies besser tun zu können, braucht es naturwissenschaftliche Bildung.
Professorin für Didaktik der Chemie, Fakultät für Chemie, Universität Bielefeld
Chairman of the Board of Trustees, Falling Walls Foundation gGmbH, Berlin
Professor, Head, Department of Applied Psychology: Work, Education, Economy, Faculty of Psychology, University of Vienna Chair

Dr. Ernst Peter FISCHER

Professor für Wissenschaftsgeschichte, Universität Konstanz; Buchautor und Publizist, Heidelberg

 Studium der Physik und der Biologie in Köln und Pasadena (USA); apl. Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Heidelberg; freie Tätigkeiten als Wissenschaftsvermittler und Berater, unter anderem für die Stiftung Forum für Verantwortung; in dieser Funktion Herausgeber (gemeinsam mit Klaus Wiegandt) von  Mensch und Kosmos (2004) und  Die Zukunft der Erde (2006). Autor zahlreicher Bücher.

Dr. Gisela LÜCK

Professorin für Didaktik der Chemie, Fakultät für Chemie, Universität Bielefeld

1982 1. Staatsexamen für das Lehramt (Chemie/Philosophie)
1985 Promotion in Philosophie, Universität zu Köln
1986-1995 Leiterin der Abteilung Wissenschaftspublizistik, Henkel KGaA
1988-1999 Freie Mitarbeiterin beim Thieme-Verlag, Stuttgart
1992-1994 Entsendung zum Sekretariat der Enquête-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt", 12. Deutscher Bundestag
1995-2000 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemiedidaktik, Christian-Albrechts-Universitaet zu Kiel
1999 Habilitation, Christian-Albrechts-Universitaet zu Kiel
2000-2002 C3-Professur für Didaktik der Chemie, Universität GH Essen
seit 2002 C4-Professur für Didaktik der Chemie, Universität Bielefeld
seit 2002 Lehrbeauftragte, Freie Universität Bozen
2004-2006 Dekanin der Fakultät für Chemie, Universität Bielefeld
2004-2008 Senatorin der Universität Bielefeld

Dr. Jürgen MLYNEK

Chairman of the Board of Trustees, Falling Walls Foundation gGmbH, Berlin

1970-1976 Studium der Physik, Technische Universität Hannover; Ecole Polytechnique, Paris
1976-1981 Hauptdiplom Physik; Wissenschaftlicher Assistent, Institut für Angewandte Physik, Universität Hannover
1979 Promotion, Dr. rer. nat., Universität Hannover
1982 Post-Doktorand, IBM Research Laboratory, San Jose (USA)
1984 Habilitation, Universität Hannover
1983-1985 Hochschulassistent (C1), Universität Hannover
1985-1986 Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft
1986-1990 Assistenzprofessor, Eidgenössische Technische Hochschule (ETH), Zürich
1990-2000 Ordentlicher Professor (C4), Experimentalphysik, Universität Konstanz
1996-2001 Vizepräsident, Deutsche Forschungsgemeinschaft
2000-2005 Präsident, Humboldt-Universität zu Berlin
2005-2015 Präsident, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
seit 2015 Chairman of the Board of Trustees, Falling Walls Foundation gGmbH, Berlin

Mag. DDr. Christiane SPIEL

Professor, Head, Department of Applied Psychology: Work, Education, Economy, Faculty of Psychology, University of Vienna

1975 Dr. phil. in History, University of Vienna
1975-1978 High School Teacher, Mathematics and History, Vienna
1976 Mag.rer.nat. (Diplom) in Mathematics, University of Vienna
1980-1989 Assistant Professor, Department of Psychology, University of Vienna
1985 Dr.rer.nat. in Psychology, University of Vienna
1989-1992 Research Scientist, Max-Planck-Institute for Human Development and Education, Berlin
1990-1995 Assistant Professor, Department of Psychology, University of Vienna
1995 Habilitation (venia docendi) in psychology, University of Vienna
1995-2000 Invited Visiting Professor of Applied Psychology und Methodology, Department of Psychology, University of Graz
1998-1999 Provisional Vice-Rector for personal development and higher education, University of Graz
since 2000 Chair Bildung-Psychology and Evaluation, University of Vienna
2004-2006 Funding Dean of the Faculty of Psychology, University of Vienna
since 2006 Head, Department of Applied Psychology: Work, Education, Economy, Faculty of Psychology, University of Vienna (before 2011: Department of Economic Psychology, Educational Psychology and Evaluation)

Technologiegespräche

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25.08.2011

10:00 - 12:30Technologiebrunch gegeben von Tiroler ZukunftsstiftungSocial
13:00 - 13:10BegrüßungPlenary
13:10 - 13:30Eröffnung der Alpbacher Technologiegespräche 2011Plenary
13:30 - 14:15EröffnungsreferatePlenary
14:15 - 15:40Neue Wege der InnovationPlenary
16:00 - 16:50Das Krebsgenom: Herausforderung und PotenzialPlenary
16:50 - 17:45CybercrimePlenary
20:00 - 21:30Die Stadt der Zukunft - Demographie und NachhaltigkeitPlenary
21:30 - 23:30Abendempfang gegeben von Forschung AustriaSocial
21:30 - 23:30Karrierelounge - Abendveranstaltung mit Buffet für StudentInnen, JungwissenschaftlerInnen und BerufseinsteigerInnen, gegeben von den Veranstaltern der Alpbacher TechnologiegesprächeSocial

26.08.2011

09:00 - 15:30Arbeitskreis 01: Die Zukunft der High-Tech Produktion in EuropaBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 02: Die Zukunft der urbanen MobilitätBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 03: Pre-Commercial Procurement (PCP) - Ein Instrument zur (Be-)Schaffung von InnovationBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 04: Die Effizienz von FTI-InvestitionenBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 05: Urban Europe, Urban Technologies - die Stadt im 21. JahrhundertBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 06: Lebensmittelsicherheit und VerteilungsgerechtigkeitBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 07: Forschungsförderung und danach Finanzierungsengpass?Breakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 08: Forschen im Klassenzimmer: Neues Lernen in den NaturwissenschaftenBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 09: Einfach - funktionell - trendig? Technologische Lösungen für Alt und JungBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 10: IKT - die Gegenwart hinterfragen, die Zukunft gestaltenBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 11: Die digitale Stadt von morgenBreakout
09:00 - 15:30Arbeitskreis 12: Design Thinking und Open Innovation - der Kunde ist KönigBreakout
09:00 - 18:00Junior Alpbach - Wissenschaft und Technologie für junge MenschenBreakout
09:00 - 15:00Ö1 Kinderuni Alpbach - Wissenschaft und Technologie für KinderBreakout
09:45 - 15:00Sonderveranstaltung: Internationalisierung neu? Europäische Strategien für die Globalisierung von Forschung und InnovationBreakout
16:00 - 17:45Naturwissenschaftliche Bildung für künftige GenerationenPlenary
18:15 - 19:30"Frontier technologies" - ein Tor zur Zukunft in Kooperation mit dem European Research CouncilPlenary

27.08.2011

09:30 - 11:00Internationales Jahr der ChemiePlenary
11:20 - 12:10Die Zukunft des InternetPlenary
12:10 - 13:05Physik der SuperheldenPlenary
13:05 - 13:15Abschluss-StatementPlenary
13:15 - 14:00Imbiss zum Abschluss der VeranstaltungSocial