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Planung und Demokratie

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Stadtplaner; Leiter a. D. des Stadtsanierungsamtes, Tübingen Abstract Key Note
Nachhaltige Stadtentwicklung wird künftig vor allem als Stadterneuerung auf größeren Brachen im Bestand stattfinden. Hier ergibt sich die Möglichkeit, den wachsenden Trend 'zurück in die Stadt' zu unterstützen, der aus veränderten Bedingungen und Präferenzen in der Alltagsorganisation resultiert. Die Menschen wollen auf die Lebensqualität in ihrem nahräumlichen Umfeldes selbst Einfluss nehmen und dieses frei wählen können. Dabei spielt die - bislang noch zu oberflächlich diskutierte - Gegensätzlichkeit von Funktionstrennung und kleinteiliger, 'offener' Nutzungsmischung ('Stadt der kurzen Wege') eine maßgebliche Rolle.
Stadtentwicklungspolitik hat die Aufgabe, in der Konkurrenz dieser beiden Optionen den durch Differenz geprägten Vorstellungen von einer alltagstauglichen Stadt gerecht zu werden. Wie gelangt die Praxis zu einem Städtebau, in dem es nicht mehr um das für Alle (angeblich) einzig Richtige geht, sondern um die Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse, Interessen und Wünsche?
Abteilungsdirektor, Raumordnung, Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Bozen Abstract
Die Raumordnung in Südtirol hat politisch sehr großes Gewicht, imperative Pläne wurden konsequent erstellt und rigoros umgesetzt. Starke Eingriffe in das Eigentumsrecht konnten mit breitem gesellschaftlichem Konsens durchgesetzt werden.
Infolge der Änderung der Zielvorstellungen, auf welche das Raumordnungsgesetz mit Einzelmaßnahmen regiert, ist dieses sukzessive komplexer geworden: Die Interpretation auf der Grundlage von Prinzipien und Wertvorstellungen hat vor den Gerichten nicht mehr Bestand. Gegenüber den Interessenskonflikten zwischen Wirtschaft und Ökologie gilt nur was in allen Details expressis verbis geregelt ist.
Sonderregeln für einzelne Interessensgruppen hintertreiben die Argumente der Planer hinsichtlich der angestrebten, mittels Plänen und Programmen gesteuerten inneren und äußeren Siedlungsstruktur.
Die Planung in Form der imperativen Festschreibung von Zielsituationen, die mittels eines Paketes von Verboten erreicht werden sollen, ist nicht mehr zu rechtfertigen: es müssen Entwicklungen analysiert und mit flexiblen Maßnahmen gesteuert werden.
Konsens kann nicht durch Machtausübung ersetzt werden.
Inhaber, Planungs- und Innovationsbüro raum & kommunikation; Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Wohn- und Kulturprojekts Sargfabrik, Wien
Geschäftsführerin, kon-text Raumbezogenes Management und Sozialwissenschaftliche Beratung, Wien Chair

Dipl.-Ing. Andreas FELDTKELLER

Stadtplaner; Leiter a. D. des Stadtsanierungsamtes, Tübingen

 Architekturstudium an der TH Stuttgart und der TU Berlin,
 anschließend verschiedene Tätigkeiten im Bereich von Planung, Forschung und Lehre in Stuttgart, Köln und Kingston-upon-Thames
 
1963-1969 Planer bei der Regionalen Planungsgemeinschaft Neckar-Alb,
1969-1972 Planer bei der Stadt Tübingen
  Erneuerung der historischen Altstadt Tübingens, Ortskern- und Wohnumfeldmaßnahmen
1972-1997 Leiter des Stadtsanierungsamts der Stadt Tübingen
  (ausgezeichnet u. a. mit dem Deutschen Städtebaupreis 2001 und dem Europäischen Städtebaupreis 2002)
ab 1991 Konzeptentwicklung und Projektdurchführung der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme "Stuttgarter Straße / Französisches Viertel" in der Tübinger Südstadt
seit 1997 Tätigkeit als freiberuflicher Stadtplaner - Arbeitsschwerpunkte Nutzungsmischung, "Quartierseffekte", Innenentwicklung statt Außenentwicklung, Stadtbrachenrecycling, Reduzierung der Flächeninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr
 Zusammenarbeit mit dem Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg bei Aktivitäten zur Reduzierung des Flächenverbrauchs (z. B. bei den Dokumentarfilmen 'Ende im Gelände', 2005, und 'Kurze Wege', 2008)
2003-2006 Mitglied der Fachkommission Stadtentwicklung der Heinrich Böll Stiftung

Dr. Ing. Anton ASCHBACHER

Abteilungsdirektor, Raumordnung, Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Bozen

1979 Studium an der Technischen Universität Wien
1979-1984 Mitarbeit in einem Ingenieurbüro
seit 1984 Landesverwaltung Südtirol, Amt für überörtliche Raumordnung
1989-1994 Aufbau und Direktor des Amtes Geografisches Informationssystem und Umweltinformationssystem
1994-2005 Direktor des Amtes für überörtliche Raumordnung
seit 2006 Abteilungsdirektor Raumordnung

Dr. Robert KORAB

Inhaber, Planungs- und Innovationsbüro raum & kommunikation; Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Wohn- und Kulturprojekts Sargfabrik, Wien

 Studium der Physik und Wissenschaftstheorie
1986-2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bereichs- und Institutsleiter des Österreichischen Ökologie-Institutes
seit 1992 Unterrichtstätigkeit an mehreren österreichischen Universitäten in den Bereichen Ökologie, Stadtplanung, Architektur und Bauwesen
seit 2001 Inhaber und Geschäftsführer von raum & kommunikation, Büro für Stadt- und Regionalentwicklung, Städtebau und Bauprojektentwicklung

Dipl.-Ing. Andrea BREITFUSS

Geschäftsführerin, kon-text Raumbezogenes Management und Sozialwissenschaftliche Beratung, Wien

 Studium Raumplanung und Raumordnung, Technische Universität Wien
 Studium Stadt- und Regionalplanung und Soziologie, Technische Universität Berlin
 Mitarbeiterin Gebietsbetreuung 6. und 7. Bezirk Wien
 Universitäts-Assistentin am Institut für Soziologie der Technischen Universität Wien (ISRA)
  Stadtteilmanagement (Gebietsbetreuung Stadterneuerung in Wien 11)
  Lokale Agenda 21 in Oberösterreich
  Soziales Management und Konfliktvermittlung (Gebietsbetreuung Städtische Wohnhausanlagen in Wien 17., 18., und 19. Bezirk)
  Studien zu Integration, soziale Stadtentwicklung, Wohnen
 Lektorin für Soziales Management im Bachelor Studiengang Immobilienwirtschaft an der Fachhochschule Wien der Wirtschaftskammer Österreich
2004: Gründung von kon-text (heute acht MitarbeiterInnen)