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Rechtsakzeptanz und Wertewandel

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie unter besonderer Berücksichtigung des Wirtschaftsstrafrechts, Universität St.Gallen Abstract
Dem Strafrecht wird ein gewichtiger (positiv) generalpräventiver Zweck zugeschrieben: Das Strafrecht soll den Geltungsanspruch der Rechtsordnung in der Gesellschaft bestätigen, das Wertebewusstsein und das Normvertrauen stärken. Dies geschieht durch Androhung von Strafen, die Durchführung von Strafverfahren und den Ausspruch von Sanktionen.
Fundamentales (aber offensichtlich nicht unumstößliches) Gebot zur Erreichung des Zwecks ist die Einhaltung des ultima ratio-Prinzips am Boden des geltenden Wertesystems.
Die Kriminalpolitik muss Wertewandel mitvollziehen und soll negativen Entwicklungen vorbeugen. Eine Kriminalpolitik, die durch stete Ausdehnung und Vorverlagerung von Strafbarkeit einen leichtfertigen Umgang mit den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und ultima ratio pflegt, trägt zum (freien) Fall der Rechtsakzeptanz bei...
Former President, Supreme Administrative Court, Vienna Abstract
Der Begriff der "Rechtsakzeptanz" muss zur schärferen Konturierung zunächst im rechtstheoretischen Kontext verortet werden. Hier sind Geltung/validity, Wirksamkeit/efficiency und Verbindlichkeit/commitment von Normen zu unterscheiden. Sodann wird die Rechtsakzeptanz im engeren Sinn in den Blick genommen: Sie ist die innere positive Einstellung zum Recht, die aber nur aus rechtsexternen Normen zu gewinnen ist. Dass die so verstandene Rechtsakzeptanz sinkt, hat vielfältige Ursachen: Abbau der Staatsapparate, das janusköpfige Konzept der "compliance", die Ökonomisierung des Rechts, Verlust der Friedensfunktion, mangelnde Rechtstechnik. Als mögliche Gegenmittel bietet sich die Chancengleichheit für die Gesetzesvollziehung an, ebenso die Entwicklung eines modernen Richter(innen)bildes, eine bessere Rechtstechnik und schulische Aufklärung über Grundfunktionen des Rechts.
Direktor, Österreichisches Institut für Rechtspolitik sowie Professor für Europäische Rechtsentwicklung, Karl-Franzens-Universität Graz
Corresponding Member, Austrian Academy of Sciences; Professor, Institute of Sociology, University of Graz
Speaker of the Senate, ELI - European Law Institute; Former President, Supreme Court of Justice, Vienna Chair

Dr. Marianne Johanna HILF

Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie unter besonderer Berücksichtigung des Wirtschaftsstrafrechts, Universität St.Gallen

1985-1990 Diplomstudium der Rechtswissenschaften, Karl-Franzens-Universität Graz
ab 1991 Studienassistentin, Vertragsassistentin, Universitätsassistentin, Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Karl-Franzens-Universität Graz
1995 Promotion, Doktor der Rechtswissenschaften
1997-1998 Gerichtspraxis, Oberlandesgericht Sprengel, Wien
1998-1998 Referentin, Sektion II (Straflegislative), während der Zeit der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft, Bundesministerium für Justiz, Wien
2001 Assistenzprofessorin, Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Karl-Franzens-Universität Graz
2001-2002 Alexander von Humboldt-Forschungsstipendium, Max-Planck Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg im Breisgau
2002 Forschungsaufenthalt, Universität Bayreuth
2003 Verleihung der Lehrbefugnis als Universitätsdozentin für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Karl-Franzens-Universität Graz
2004 ao. Universitätsprofessorin, Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Karl-Franzens-Universität Graz
seit 2009 Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie mit Schwerpunkt Wirtschaftsstrafrecht, Universität St. Gallen
  Lehrtätigkeit u.a. an der Tokiwa Universität Mito (Japan), Monash Universität Johannesburg (Südafrika), Universität Zagreb (Kroatien)
ab 2013 Professorin, Universität Bern

Dr. Clemens JABLONER

Former President, Supreme Administrative Court, Vienna

 Studium der Rechtswissenschaften, Universität Wien
1975-1978 Universitätsassistent
1978-1991 Beamter, Bundeskanzleramt
seit 1988 Univ.-Doz. bzw. Univ.-Prof. für Österreichisches Verfassungsrecht, Wien
seit 1993 Präsident, Verwaltungsgerichtshofes
seit 1993 Geschäftsführer, Hans Kelsen-Instituts
1998-2003 Vorsitzender, Österreichischen Historikerkommission
2014 Univ.Prof. für Rechtstheorie, Universität Wien

Dr. Johannes PICHLER

Direktor, Österreichisches Institut für Rechtspolitik sowie Professor für Europäische Rechtsentwicklung, Karl-Franzens-Universität Graz

1980 Inaugural Thesis (Habilitation): Necessitas. A Legal Reasoning Topic from the Medievals to the Enlightment Period
1980-1994 Associate Professor for Legal History, University of Salzburg
since 1994 Chair Professor for European Legal Developments at the Law Faculty, University of Graz
  Plus several public and semi-public functions
since 1986 Director to the Austrian Institute for European Law and Policy in Salzburg and Vienna

Mag. Dr. Manfred PRISCHING

Corresponding Member, Austrian Academy of Sciences; Professor, Institute of Sociology, University of Graz

1970-1974 Rechtswissenschaften, Universität Graz, Dr. jur.
1971-1977 Volkswirtschaftslehre, Universität Graz, Mag. rer.soc.oec
1976-1978 Institut für Rechtsphilosophie, Graz
1978-1980 Institut für Volkswirtschaftslehre und Volkswirtschaftspolitik, Graz
seit 1980 Institut für Soziologie
1985 Habilitation für Soziologie
1987-1988 Dozent an der Rijksuniversiteit Limburg, Maastricht, NL
1995-1996 Schumpeter-Gastprofessur an der Harvard University, Cambridge/Boston
1997-2001 Wissenschaftlicher Leiter der Technikum Joanneum GmbH (steirische Fachhochschulen)
2005-2006 Forschungsaufenthalte an den Universitäten New Orleans, Little Rock, Las Vegas
2006-2010 Institutsvorstand Soziologie, Universität Graz
seit 2006 Leiter des Centrums für Sozialforschung

Dr. Irmgard GRISS

Speaker of the Senate, ELI - European Law Institute; Former President, Supreme Court of Justice, Vienna

1978 Bar exam
1975 LL.M., Harvard University
1974-1975 International Legal Studies, Harvard Law School
1970 LL.D.
1966-1970 Law studies, University of Graz
1971-1975 Department Assistant, University of Graz
1976-1979 Law clerk in the law firm Dr. Mosing, Vienna
1979-1980 Judge, Commercial District Court Vienna
1981-1987 Judge, Commercial Court Vienna
1987-1992 Judge, Court of Appeal Vienna
1993-2011 Judge, Austrian Supreme Court
2007-2011 President of the Supreme Court