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Ware Autor und Ware Text

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Saal "University of New Orleans"
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Universitätsprofessorin, Neuere deutsche Literatur, Universität Wien Abstract
Zur Logik der Mediengesellschaft gehört es, sich nicht nur der Waren, sondern auch ihrer Produzenten zu versichern, sie zu labeln und zu sellern. Diese Öffentlichkeit saugt die Lebensgeschichte der Autoren auf und verkauft sie besser als ihre Bücher, wobei die betreffende vita dann natürlich ebenfalls fiction und aus möglichst sinistren Elementen zu montieren ist (Hatte Brodkey Aids? Gehörte Christa Wolf zur Stasi? War Unterweger ein Killer?). In eine intrikate Schleife hat der mythenumwitterte Unterhaltungsautor Stephen King das Elend dieses personal interest gedreht: Das alter ego Paul Sheldon, Verfasser einer ominösen Liebesromanserie, ist nach einem Autounfall allerdings beschädigte Ware: Er wird von seinem number one fan gekidnapt, zum Leibeigenen verdinglicht und, nach dem Autodafé seines einzigen  guten Manuskripts, zur Produktion einer weiteren Kitschromanze gezwungen. Papier und Schreibmaschine werden Metonymien seines lädierten Körpers, der eben noch davonkommt. Der so entstandene  schlechte Text wird ein Millionenerfolg. Als Buch im Buch ist die Schnulze eine mise en abîme des Marktmechanismus, der nicht nur Kings eigenes Schreiben, sondern seine Person längst ergriffen hat. Die Figur der Ironie allerdings erbarmt sich des Autors: Mit den autoreflexiven, satirischen Volten von  Misery (1987) entzieht er sein Buch dem trash und sich selbst dem possessiven Publikum.
Schriftsteller und freier Journalist, Innsbruck Abstract
Einerseits hängen noch viele Autorinnen und Autoren dem alten Bild des armen Poeten nach, der zu Hause schreibt und darauf wartet, dass das Schicksal an seine Türe klopft und sich nach mühevoller Arbeit, doch jemand am opus magnum zu interessieren scheint. Andererseits sehen sich die Schriftsteller und Schrifstellerinnen vom wirtschaftlichen Funktionieren der heutigen Gesellschaft dazu herausgefordert, ihre Bücher wie jede andere Ware auch anzupreisen und feil zu bieten. Was spricht für das eine, was für das andere? Gibt der schreibende Mensch seine Ideale auf, wenn er sich auch als Handwerker versteht, der quasi nach Auftragslage, bei Nachfrage liefert? Oder tut er gut daran, Mut zur Popularität zu zeigen?
President, Austrian research council; Professor emeritus, University of Innsbruck; Member of the Austrian Parliament, Vienna
Vorsitzender, IDM - Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, Wien Chair

Univ.-Prof. Konstanze FLIEDL

Universitätsprofessorin, Neuere deutsche Literatur, Universität Wien

 Studium der Deutschen Philologie, Kunstgeschichte und Theologie in Wien; Assistentin
seit 1997 Dozentin an der Universität Wien
 seit Herbst 2007 Universitätsprofessorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Wien
2002-2007 Professorin an der Universität Salzburg

Mag. Martin KOLOZS

Schriftsteller und freier Journalist, Innsbruck

 Schule und Matura, Studium der Philosophie
 Theaterarbeit (Spiel/Dramaturgie), Buchhandel
 Seit ca. 10 Jahren journalistische Tätigkeit: Tiroler Tageszeitung und Wiener Zeitung usw. (vor allem für Theater, Literatur und Portrait)
seit 1982 in Innsbruck
2003 Gründung des Kyrene.Literaturverlags
2005 Mira-Lobe-Stipendium (Staat Österreich)
 Zahlreiche Lesungen im In- und Ausland
2007 Theaterstipendium des Landes Tirol

Mag. Dr. Karlheinz TÖCHTERLE

President, Austrian research council; Professor emeritus, University of Innsbruck; Member of the Austrian Parliament, Vienna

1976 Promotion mit einer Dissertation in Klassischer Philologie
1978 Abschluss der Lehramtsprüfung aus Deutsch und Latein und Sponsion zum Mag.Phil.
1986 Habilitation für Klassische Philologie
1976-1997 Universitätsassistent am Institut für Klassische Philologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
1987-1988 Gastprofessur an der Universität Graz
1988 Gastprofessur an der Universität München
1987-1989 Vorsitzender der Gesamtösterreichischen Studienkommission Klassische Philologie
1997 Berufung auf ein Ordinariat für Klassische Philologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
1998-2004 Vorsitzender des Kollegiums der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2000-2007 Vorstand/Leiter des Institutes für Sprachen und Literaturen der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2005-2007 Studienleiter der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2007-2011 Rektor der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2011-2013 Bundesminister für Wissenschaft und Forschung der Republik Österreich
seit 2013 Abgeordneter zum Nationalrat

Dr. Erhard BUSEK

Vorsitzender, IDM - Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, Wien

1959-1963 Studium an der Universität Wien, Juridische Fakultät
1964-1968 Parlamentssekretär im Österreichischen Nationalrat
1966-1969 Vorsitzender des Österreichischen Bundesjugendringes
1972-1976 Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes
1975-1976 Generalsekretär der Österreichischen Volkspartei
1976-1978 Stadtrat in Wien
1976-1989 Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei
1978-1987 Landeshauptmann-Stellvertreter und Vizebürgermeister von Wien
1989-1994 Bundesminister für Wissenschaft und Forschung
1994-1995 Bundesminister für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten
1991-1995 Vizekanzler der Republik Österreich und Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei
2000-2001 Regierungsbeauftragter der österreichischen Bundesregierung für EU-Erweiterungsfragen
2002-2008 Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa
2004-2005 Vizepräsident des Vienna Economic Forums (VEF)
2008-2009 Berater des Außenministers der Tschechischen Regierung in Fragen des westlichen Balkans während der EU-Präsidentschaft 1. Hälfte 2009
2000-2012 Präsident des Europäischen Forums Alpbach
 
 Aktuelle Funktionen:
2005-2014 Vorsitzender der ERSTE Stiftung
seit 1995 Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM)
seit 1996 Koordinator der Southeast European Cooperative Initiative (SECI)
seit 2005 Präsident des Vienna Economic Forums (VEF)
seit 2008 Vorsitzender des Universitätsrates, Medizinische Universität Wien
seit 2008 Jean Monnet Chair ad personam
seit 2009 Präsident des Herbert-Batliner-Europainstituts
seit 2010 Präsident des EU-Russia Centre

Wa(h)re Sprache

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08.11.2007

16:00 - 16:15EröffnungPlenary
16:15 - 18:15Sprachgebrauch ist das eine, Literatur ist das anderePlenary
19:00 - 21:00Empfang der Stadt InnsbruckSocial

09.11.2007

09:30 - 10:30Literatur versus LiteraturbetriebPlenary
10:30 - 11:00KaffeepausePlenary
11:00 - 12:00Diskussion zu Literatur versus LiteraturbetriebPlenary
12:00 - 14:00MittagspausePlenary
14:00 - 15:30Ware BuchPlenary
15:30 - 16:00KaffeepausePlenary
16:00 - 17:30Übersetzungen - was sie kosten, was sie bringenPlenary
17:30 - 18:00KaffeepausePlenary
18:00 - 19:30Special Lecture: SchweizPlenary
20:00 - 21:45Theaterbesuch "Troerinnen des Euripides"Culture

10.11.2007

09:00 - 10:30Ware Autor und Ware TextPlenary
10:30 - 11:00KaffeepausePlenary
11:00 - 12:30Wa(h)re Sprache - Abschlussdiskussion mit den ReferentInnen der TagungPlenary