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Welche Arten von Arbeit wird es in Zukunft geben?

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Wissenschaftlicher Leiter, Zentrum für Zukunftsstudien, Fachhochschule Salzburg GmbH, Puch Abstract Key Note
Welche Arten von Arbeit wird es in Zukunft geben?

Zu Beginn des Impulsreferats skizziere ich kurz mein Verständnis von Zukunftsforschung als zukunftsorientierte Gegenwartsforschung.
Ausgehend von der Annahme eines moderaten Wirtschaftswachstums gehe ich dann auf vier Aspekte des Tagungsthemas näher ein:
Die Flexibilisierung der Arbeitswelt kommt nicht als radikaler Trendbruch sondern auf der Basis sozialpartnerschaftlicher Kompromisse.
Das Normalarbeitsverhältnis bleibt weiterhin der Normalfall.
Die Industriegesellschaft ist nicht zu Ende  und eine auf Dienstleistungen reduzierte Arbeitwelt ist schwer vorstellbar.
Der Anteil der beruflichen Arbeit am gesamten Lebenszeitbudget beträgt nur mehr 10%. Das hat Konsequenzen.
Die zukünftige Arbeitswelt wird der gegenwärtigen viel ähnlicher sein als manche Trendgurus glauben.
Hauptgeschäftsführer und Vizepräsident, vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., München Abstract
Welche Arten von Arbeit wird es in Zukunft geben?

Die vbw  Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat unter dem Titel  Arbeitslandschaft 2030 im Jahr 2008 eine Studie zu den Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt in Deutschland und Bayern erstellt. Die Studie wurde im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise aktualisiert. Das zentrale Ergebnis: bereits im Jahr 2015 werden in Deutschland etwa drei Millionen, in Bayern etwa eine halbe Million Fachkräfte fehlen. Damit wäre die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stark beeinträchtigt, was gewaltige Wertschöpfungs- und Wohlstandsverluste zur Folge hätte. Um diesem Fachkräftemangel zu begegnen, muss jetzt gegengesteuert werden durch Maßnahmen wie: die Erhöhung der Lebenserwerbsarbeitszeit, eine stärkere Erwerbsbeteiligung vor allem von Frauen und Älteren, mehr und bessere Weiterbildung, eine höhere Bildungsbeteiligung und eine gezielte Zuwanderungspolitik für Qualifizierte.
Austrian Federal Minister of Education and Women's Affairs; Federal Chairwoman, SPÖ-Frauen, Vienna Abstract
Abstract Reformgespräche Alpbach   Zukunft der Arbeit

Trotz gestiegener Arbeitslosigkeit wurde in den letzten Monaten deutlich, dass zwar viele Jobs endgültig verloren gehen, aber an anderer Stelle nach wie vor Arbeitsplätze entstehen. Natürlich ist begrüßenswert, dass mit diesen  white jobs (Gesundheitsversorgung, Pflege, Kinderbetreuung, Erziehung) Beschäftigung geschaffen, und auch Erwerbstätigkeit  vorrangig von Frauen  erst ermöglicht wird, und noch dazu ein gesellschaftlicher Mehrwert erzielt wird. Allerdings handelt es sich auch häufig um schlecht bezahlte Arbeitsplätze mit schwierigen Arbeitszeiten. Auch dies ist ein Zeichen der zunehmende Feminisierung der Arbeitswelt, wie das Thema Vereinbarkeit, das nach wie vor vorrangig ein Frauenthema ist. Im Zusammenhang mit zukünftigen Entwicklungen am Arbeitsmarkt stellen sich daher aus Gender-Perspektive vor allem zwei zentrale Fragen, nämlich (1.) die Frage nach der Bewertung von Arbeit  was ist uns wie viel wert? Und (2.) die Frage der Verteilung von Arbeit  wer leistet (welche) bezahlte, wer unbezahlte Arbeit?
Lehrbeauftragte, Institut für internationale Entwicklung, Universität Wien; Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Attac Deutschland; Freie Publizistin, Bonn Abstract
Geben wir der Frage eine demokratische Wende hinaus aus der Sachzwangargumentation! Welche Zukunft von Arbeit wollen und brauchen wir? Aus der Zielperspektive einer nachhaltigen, sozial-, geschlechter- und umweltgerechten Wirtschaft geht es um eine quantitative Neuverteilung und eine qualitative Neubewertung von bezahlter und unbezahlter, marktförmiger und sorgeorientierter Arbeit. Eckpunkte für eine solche Umverteilung könnten liegen in 1) einem Grundeinkommen, 2) einer Verkürzung bezahlter Arbeitszeit aufgrund des hohen erreichten Produktivitätsniveaus, 3) einer Aufwertung von unbezahlter Sorgearbeit durch Anspruchsrechte auf soziale Sicherheit und Altersversorgung. Eine demokratisch ausgehandelte Re-organisation aller gesellschaftlichen Arbeit wäre eine tragende Säule für eine demokratische Wirtschaft jenseits der Wachstums- und Renditelogik der Märkte, für eine solidarische Wirtschaft, die der Versorgung durch lokale Ressourcen und Binnenmärkte, Wohlbefinden und soziale Sicherheit Vorrang gibt. Die Frage der Zukunft der Arbeit ist zusammen zu diskutieren mit den Fragen: 'Wollen wir weiter so wirtschaften und arbeiten wie bisher? Welchen Konsum und wie viele Ressourcen brauchen wir für ein gutes Leben? Welches Wachstum wollen wir, welchen Wohlstand?
Redakteurin, Ö1, 3sat, Club2, ORF - Österreichischer Rundfunk, Wien Chair

Dr. Reinhold POPP

Wissenschaftlicher Leiter, Zentrum für Zukunftsstudien, Fachhochschule Salzburg GmbH, Puch

1979 Promotion zum Dr. phil.: Pädagogik/Politikwissenschaft/Psychologie
1986 Habilitation in Erziehungswissenschaften, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
bis 2004 Co-Leiter, Ludwig Boltzmann-Institut für sozialwissenschaftliche Berufs- und Freizeitforschung
seit 2005 Wissenschaftliche Leitung, ZfZ - Zentrum für Zukunftsstudien, Fachhochschule Salzburg GmbH

Bertram BROSSARDT

Hauptgeschäftsführer und Vizepräsident, vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., München

1979-1985 Studium der Rechtswissenschaften an der LMU-München
1985-1988 Referendardienst
1988 Zweites juristisches Staatsexamen, Bayern
1988-1992 Referent für Forschungsförderung/Zusammenarbeit Wirtschaft/Wissenschaft im Bayerischen Wissenschaftsministerium
1992-1993 Büroleiter des Staatssekretärs im Bayerischen Wissenschaftsministerium, Dr. Otto Wiesheu
1993-1998 Büroleiter des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, Dr. Otto Wiesheu
1998-2002 Ansiedlungsbeauftragter des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Verkehr und Technologie
2002-2004 Leiter der Abteilung Außenwirtschaft und Standortmarketing im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
seit 2005 Hauptgeschäftsführer der Verbände bayme - Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V. vbm - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
seit 2007 Vizepräsident, vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., München

Gabriele HEINISCH-HOSEK

Austrian Federal Minister of Education and Women's Affairs; Federal Chairwoman, SPÖ-Frauen, Vienna

1980-1983 Pädagogische Akademie in Baden (Lehramtsprüfung für Hauptschulen für Deutsch und Bildnerische Erziehung)
1992 Lehramtsprüfung für Sonderschulen für Schwerhörige und Gehörlose
1984-1985 Hauptschullehrerin im Wiener Schuldienst
1985-2002 Lehrerin an der Wiener Schwerhörigenschule
1990-1995 Mitglied des Gemeinderats in Guntramsdorf, Niederösterreich
1995-2008 Geschäftsführende Gemeinderätin in Guntramsdorf
1999-2008 Abgeordnete zum Nationalrat für die Bezirke Mödling und Wien-Umgebung
2001-2004 Kinder- und Jugendsprecherin der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion
2001-2009 Bezirksfrauenvorsitzende der SPÖ Bezirk Mödling
2004-2008 Frauensprecherin der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion, Vorsitzende des parlamentarischen Gleichbehandlungsausschusses
2008 Landesrätin für Gesundheit, Soziales und Jugendwohlfahrt in der NÖ Landesregierung
2008-2013 Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und öffentlichen Dienst
seit 2009 Bundesvorsitzende der SPÖ-Frauen
seit 2013 Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Unterricht

Dr. rer.pol. Christa WICHTERICH

Lehrbeauftragte, Institut für internationale Entwicklung, Universität Wien; Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Attac Deutschland; Freie Publizistin, Bonn

 Staatsexamen in Pädagogik und Germanistik
 Promotion zum Dr.rer.pol. in Soziologie
1978 Lehrtätigkeit, University of Gilan, Rasht, Iran
1979-1982 Lehrtätigkeit, Jawaharal Nehru Universität, Delhi, Indien
seit 1985 Lehrbeauftragte an deutschen Universitäten
seit 2008 Lehrbeauftragte, Institut für internationale Entwicklung, Universität Wien
seit 1985 Freiberufliche journalistische Tätigkeit für Printmedien und Rundfunk und Buchautorin
1988-1990 Afrikakorrespondentin, deutsche und schweizerische Zeitungen, Nairobi, Kenia
seit 1985 Beratungs- und gutachterliche Tätigkeit sowie soziologische Studien für entwicklungspolitische Organisationen

Mag. Renata SCHMIDTKUNZ

Redakteurin, Ö1, 3sat, Club2, ORF - Österreichischer Rundfunk, Wien

 Studium der Evangelischen Theologie
 zahlreiche Auslandsaufenthalte
seit 1990 Redakteurin, Moderatorin und Filmemacherin, ORF

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