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07: Smart Energy: Challenges of an Interdisciplinary Energy Transition

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Hauptschule
Breakout / Working Group
german language

In the next decades energy systems will undergo dramatic changes from predominantly fossil to mainly renewable energy use. Limited potential and strong fluctuations of renewable energy sources demand a high degree of efficiency in the end-use of energy and the development of long-term storage capacities. Social aspects have to be considered as well to enable everybody to participate in the energy transition. The breakout session aims to trigger an interdisciplinary approach among research, industry and politics to shape energy transition as an economically and socially successful model of the future.

Speakers

Head of Department, Large-Area Energy Supply Structures, Fraunhofer Institute for Wind Energy and Energy System Technology, Kassel Abstract
Die Energiewende in Deutschland und Europa stellt einen starken Veränderungsprozess der Energiewirtschaft dar. Dieser Prozess wird durch verschiedene Maßnahmen beispielsweise das EEG geregelt und gelenkt. Allerdings liegen diesen Vorgaben meist Ziele der nächsten Jahre zu Grunde. langfristige Planungen wie Netzausbau und auch die Gestaltung von Markteinführungs- oder Forschungsprogrammen bedürfen sorgfältiger Analyse von zukünftigen Entwicklungspfaden. Diese Szenarien und der Abgleich dieser ex-post mit der tatsächlich eingetretenen Entwicklung ist ein Kern der Energiesystemforschung.
Der Beitrag wird auf die Komponenten der Modellierung zukünftiger Energieversorgungssysteme eingehen und exemplarisch Studien vorstellen, die mittels dieser Werkzeuge generiert wurden. Dabei wird genauso auf die Bedeutung der Studien für die Energiewende eingegangen als auch die Abfolge der Simulationsschritte beschrieben:
1.Eine Potentialanalyse auf Basis detaillierter GIS- und Wetterdaten ermöglicht die exakte Bestimmung der für die energetische Nutzung zur Verfügung stehenden Fläche aufgeschlüsselt nach Wind, PV und Biomasse
2.Eine Zubauoptimierung generiert je nach Szenariorahmen einen optimalen (=kostengünstigsten) Endzustand
3.Zeitreihengeneratoren liefern Zeitreihen der Einspeisung und Last, zeitlich und räumlich hochaufgelöst
4.Kraftwerkseinsatzoptimierung simuliert einen Markt und die Kraftwerke und Flexibiltätsoptionen werden entsprechend der Marktpreise eingesetzt.
5.Netzberechnungen und Redispatch
Diese groben Schritte werden eng verzahnt und teils iterativ durchgeführt. Die Ergebnisse können vielfältig ausgewertet und bewertet werden. So kann auf der einen Seite der Netzausbaubedarf und auf der anderen Seite die Kostenfrage ermittelt werden. Daneben sind verschiedenste Fragen mit einem solchen System beantwortbar wie: Welche Leistungsgradienten werden in Zukunft auftreten? Welches Geschäftsmodell findet man in Zukunft beispielsweise für Gaskraftwerke? Und: Ist die Energiewende finanzierbar.
Besonders letzter Punkt wird am Beispiel der Studie " Geschäftsmodell Energiewende - Eine Antwort auf das 'Die-Kosten-der-Energiewende'-Argument"erörtert.
Chief Executive Officer, Energie Steiermark AG, Graz Abstract
Der europäische Energiemarkt ist heute viel vernetzter, transparenter und diversifizierter als noch vor wenigen Jahren. Während bereits die Liberalisierung der europäischen Energiemärkte Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre zu umfassenden Veränderungen der Strom- und Erdgasversorgungssysteme führte, verändert nun der forcierte Ausbau von erneuerbaren Energieträgern die Energielandschaft und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Marktakteure auf dramatische Weise. Veranschaulicht durch die deutsche Energiewende verändert sich das Verhältnis von Bürgerinnen und Bürgern zum Produkt Strom grundlegend. Das gestiegene öffentliche Interesse an der Beschaffenheit der Energieversorgung sowie das Autarkiestreben von Privaten und Kommunen führen zu einer Fragmentierung der Industriestruktur in der Energiewirtschaft und stellen das traditionelle System der Energieversorgung vor eine Zäsur.
Einst klar verteilte Rollen zwischen Erzeugern und Endverbrauchern verschieben sich und an die Stelle von ehemals "passiven" Konsumenten treten - unterstützt durch "smarte" Lösungen - vermehrt "aktive" "Prosumenten" die selbst Energie erzeugen, verbrauchen und in das System einspeisen. Dabei stellen Energiegenossenschaften mit dem Ziel einer dezentralen, konzernunabhängigen und ökologischen Energiegewinnung sowie Re-Kommunalisierungen von Teilen der Energieversorgung vermehrt traditionelle Geschäftsmodelle von Konzernen und regionalen Energieversorgern in Frage.
Einhergehend mit den steigenden Kosten für die Transformation der europäischen Energieversorgung gewinnt auch die öffentliche Debatte zur Leistbarkeit und Bezahlbarkeit von Energie an Fahrt. Während sich die Auswirkungen von steigenden Energiepreisen bei (einkommensschwachen) Haushalten zunehmend in der steigenden Anzahl von "energiearmen" Personen in Europa widerspiegeln, beklagt die energieintensive Wirtschaft Nachteile im internationalen Wettbewerb. Insbesondere in Bezug auf eine gerechte Kostenverteilung und Wahrung der sozialen Verträglichkeit steigt der Druck auf politische Entscheidungsträger, sich beim Umbau des europäischen Energiemarktes verstärkt am Primat der Kosteneffizienz zu orientieren.
Gleichzeitig bleiben aber auch mehr als fünf Jahre nach dem Beschluss des 3. EU Energie-paketes im Jahr 2009 viele Liberalisierungsziele im Bereich der Energiemärkte unerreicht. Im Gegensatz zu den liberalisierten europäischen Energiegroßhandelsmärkten ist die Mehrheit der Einzelhandelsmärkte in den EU-Mitgliedsstaaten weiterhin gekennzeichnet durch regulierte Endkundenpreise. Ein vielerorts gering ausgeprägter (grenzüberschreitender) Wettbewerb im Endkundensegment sowie niedrige Wechselraten und eine unzureichende eigentumsrechtliche Entflechtung von vertikal integrierten Unternehmen verzögern die Vollendung des europäischen Energiebinnenmarktes mitsamt seinen Vorteilen für die Bürgerinnen und Bürger Europas.
Kurz gesagt: Das Energiesystem der Zukunft wird vielfältiger und modularer, kleinteiliger und dezentraler sowie multidirektionaler und flexibler. Hieraus ergeben sich neue und vielfältige Wertschöpfungschancen für Verbraucher, "Prosumenten" und klein- und mittelständische Unternehmen.
Chief Executive Officer, Energy- and Environment Agency Lower Austria, St. Pölten Abstract
Die Energiewende ist bereits Realität- unabhängig von tagesaktuellen politischen Diskussionen. Deutliches Zeichen hierfür sind die global stark steigenden Investitionen in erneuerbare Energieträger. Das sechste Jahr infolge stellen in der EU die Erneuerbaren die Mehrheit der neu installierten Kapazitäten im Strombereich, 2013 sogar 72 %. Im Gegensatz dazu kamen ein Jahrzehnt davor die konventionellen fossilen Kraftwerke noch auf einen Anteil von 80% der neu installierten Kapazitäten. In China übertrafen die neu installierten Kapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien im Jahr 2013 erstmals die neuen fossilen und nuklearen Kapazitäten (Renewables 2014 - Global Status Report). Verantwortlich dafür sind die Weiterentwicklung der Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie (v.a. PV, Wind, Elektrospeicher) sowie reale (und erwartete) Preiserhöhungen für Erdgas, Erdöl (infolge von Verknappungen "Peak Oil" und höherer Gestehungskosten) aber auch Nuklearenergie (aufgrund erhöhter Sicherheitsstandards) in Europa.
Die Energiewende führt zu unerwarteten (energie-)wirtschaftlichen Entwicklungen. Hierzu zählen in hohem Maße volatile Strompreise, aber auch in der Renaissance der Kohleenergie in Europa nicht zuletzt infolge der verstärkten Gewinnung von Schiefergas in den USA. Der Ausbau der Erneuerbaren findet jedoch auf allen Energiemärkten statt. Vor allem im Wärmemarkt wurden fossile Energieträger schon weitgehend von erneuerbaren Energieträgern abgelöst. Systembedingt wesentlich konfliktreicher ist dieser Wandel im Stromsektor. Vor allem Photovoltaik und Windenergie als volatile Energieträger erfordern Back-Up-Systeme, seien dies zentrale oder dezentrale Speichersysteme, Reservekraftwerke oder Demand Side Management. Die Energiewende verändert das zentral organisierte Stromsystem mit großen zentralen Energieversorgern in ein dezentrales Energiesystem mit kundennahen Energiedienstleistern. Große Unternehmen haben in diesem Markt kaum Wettbewerbsvorteile.
No-Regret-Strategie "Energieeffizienz". Unabhängig von der konkreten Entwicklung ist die Erhöhung der Energieeffizienz Kernelement jeder Energiezukunft. Trotz dieser Erkenntnis erweist sich ihre Umsetzung als Eingriff auf der Nachfrageseite wesentlich schwieriger als Veränderungen der Angebotsseite. Verfügbarkeit von Energieträgern, rechtlicher Rahmen und Wirtschaftlichkeit (bei Bedarf mittels Förderung) definieren Investitionsströme, auch jene in Energieeffizienztechnologien. Steigender Wohlstand und Reboundeffekte reduzieren jedoch die Wirkung einzelner technologischer Effizienzfortschritte.
Energieeffizienz ist nur bedingt regulierbar oder "förderbar", sondern ein Produkt aus Wissen, Technologie und Energiepreisen. Wirkungsvolle Energieeffizienzberatung wird erst durch systemische Eingriffe wirkungsvoll. In diesem Sinne wirkt das Niederösterreichische Energieeffizienzgesetz mit der Verpflichtung zu Energiebeauftragten in allen Gemeinden mit einer umfangreichen Ausbildung und Betreuung vorbildhaft. Flächendeckendes Benchmarking aller Gebäude und Anlagen erleichtert die Sichtbarmachung von Effizienzpotenzialen. Die strukturelle Einbeziehung von Energiebeauftragten in Investitionsentscheidungen ermöglicht die strukturelle Verbesserung der Energieinfrastruktur in den Gemeinden.
Systembruch Energieverbrauchsreduktion. Mit der Verpflichtung zu Energieeffizienzmaßnahmen mit dem Gesamtziel einer Reduktion des Energieverbrauches wurde den Energieunternehmen eine Aufgabe auferlegt, die in einer auf Wachstum basierenden Wirtschaft grundsätzlich systemfremd ist. Sollte sich die Verpflichtung nicht nur als "Rechengröße" (mit Pflicht zur Strafzahlung) erweisen, ist ein fundamentaler Wandel der Energieunternehmen erforderlich. Eine Energiewende, die Herausforderungen an alle Teilnehmer stellt, ist doch die Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienzmaßnahmen bei heutigen Preisen oftmals nicht gegeben, da (billige) Energie durch teure Arbeitskraft oder durch Investition/Kapital (mit der Investition vorgelagertem Energieeinsatz) ersetzt wird. Letztlich wird die Energiewende aber erst dann sozial und wirtschaftlich verträglich gelingen, wenn erhöhte Energieeffizienz eine wirtschaftliche vorteilhafte Option für Unternehmen und Kunden darstellt.
Member of the Board of Management, Wiener Stadtwerke Holding AG, Vienna Abstract
Städte nehmen zwei Prozent der Erdoberfläche ein, beherbergen 50 Prozent der Bevölkerung, verbrauchen 75 Prozent der Energie und produzieren 80 Prozent aller CO2-Emissionen. Und sie wachsen: 2050 wird Wien mehr als zwei Millionen EinwohnerInnen haben. Derzeit ist der doppelte Komfort in Form einer funktionierenden Infrastruktur und einer sauberen Umwelt eine Selbstverständlichkeit. Aber die Herausforderungen an die städtische Energieversorgung steigen parallel zum Bevölkerungszuwachs.
Mundschutz oder Rollkragenpulli? Wird die Präferenz hierüber künftig entscheiden in welcher Stadt wir uns ansiedeln? Leben im gesundheitsgefährdenden Smog in wohliger Wärme oder frierend eingehüllt in Omas Wollpulli unter glasklarem Sternenhimmel? Die zunehmende Urbanisierung und der Energiehunger der Städte lassen diese beiden Optionen nicht unrealistisch erscheinen.
Also, was tun? Der Rückgriff auf die Dialektik bietet auch hier Erkenntnismöglichkeiten: die heute weit verbreitete These zur Lösung des Problems liegt in der sog. Zero Emission City. Einem eher radikalen Konzept der Marke Rollkragenpulli, also Askese und Verzicht. Die Anti-These speist sich aus der Besorgnis über einen dadurch verstärkten industriellen Abstieg, Rezession und Arbeitslosigkeit in Europa und - trotzdem - mehr Emissionen in der Welt (Stichwort: Carbon Leakage). Also: null Emissionen in Wien, aber mehr in Peking, eine ökologische Zwei-Klassen-Welt? Die Auflösung des Widerspruchs liegt in der - richtig definierten - Smart City, übersetzt: Modernität. Die Smart City ist mehr als nur ein grünes oder Technologie-getriebenes Konzept, denn es geht immer um zweierlei: Ressourcenschonung und Effizienzhebung sowie Wachstums- und Innovationsankurbelung. Die Stadt der Zukunft ist eine hochproduktive Arbeits- und Kulturstadt bevölkert durch eine reiche Vielfalt. Hier ergänzen sich nachhaltige Ideen mit dynamisch-innovativer Arbeitskraft und garantieren durch langfristigen Fortschritt ein komfortables Leben und Arbeiten in der Stadt.
Konkret wird die Schaffung der Synthese unter drei Prämissen ermöglicht: (1) Nutzung der Effizienz in allen Bereichen der Energieerzeugung, d.h. Exploration, Produktion, Verteilung und Nutzung, (2) ganzheitliche Zusammenschau und systemische Steuerung über verschiedene Bereiche hinweg, d.h. Strom-Wärme-Mobilität, Hybridnetze, Power to Gas, (3) Offenheit für neue Koalitionen, z.B. IKT, Telekommunikation. Nur so sind nachhaltige und wachstumsgenerierende Innovationen möglich. Damit schaffen wir nicht nur eine effektive Energieversorgung in Ballungsräumen, sondern auch positive Voraussetzungen für den lokalen Wirtschaftsstandort und somit für Arbeitsplätze und Beschäftigung.
Managing Director, Climate and Energy Fund, Vienna Abstract
Erneuerbare Energien bringen einen Systemwandel mit sich. Diese Systemtransformation ist ein Jahrhundertprojekt, eine Aufgabe für Generationen mit Chancen und Risiken. Mit einem klug gemanagten Übergang - einer strukturellen Systemtransformnation - und dem intelligenten integrativen Einsatz innovativer Technologien kann Österreich mehrfach profitieren.
Österreichs Rolle wird stark geprägt durch die Kleinheit des inländischen Marktes, der es erfordert und gleichzeitig möglich macht, dass wir uns als internationale Pilotregion für die Energiezukunft etablieren - mit weithin sichtbaren Leuchtturmprojekten, die die Machbarkeit neuer Ansätze und Technologien belegen und den Export heimischer Lösungen ankurbeln. Innovativen Regionen und Kommunen kommt dabei eine Vorreiterrolle zu, sie sind Pioniere für eine klug gemanagte Energiewende.
Derart großangelegte Projekte sind nicht Selbstzweck, sondern ihnen kommt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Energiezukunft zu. Innovationen vor der Haustür belegen die Machbarkeit der Lösung und die Kompetenz der Ausführenden und sind nicht zuletzt internationale Aushängeschilder Österreichs.
Die Erkenntnisse aus diesen Projekten lassen sich zu einer Erfolgsformel für die Energiezukunft zusammenfassen, die bereits in 24 Smart Cities und 112 Klima- und Energiemodellregionen von mehr als 5 Millionen Menschen gelebt wird:
Energiezukunft = Erneuerbare Energieträger + Innovation + Allianz der Willigen
Eine Formel, die sich jedoch keineswegs einfach in Förderansätze umlegen lässt, obwohl die einzelnen Förderagenturen ausgefeilte Instrumente anbieten. Viele davon greifen zu kurz und sind nicht dafür ausgelegt, wenn es um Systemtransformation geht.
Der Klima- und Energiefonds verfolgt daher die Strategie eines integrierten Ansatzes, der auf das Gesamtsystem fokussiert und der Instrumente entlang der gesamten Innovationskette - von der Forschung bis in den Markt - gezielt einsetzt und kombiniert. Für den Erfolg entscheidend ist eine ausgewogene Balance aus "Technology Push und "Market Pull".
Für letzteres unabdingbar ist es, die Eigeninitiative und Partizipation der BürgerInnen anzuregen. Smart Cities wie Modellregionen repräsentieren im Gegensatz zu zahlreichen stark fokussierten Top-Down-Programmen einen Bottom-Up-Ansatz, der viel Spielraum für Eigeninitiative lässt und damit die Identifikation in der Bevölkerung steigert. Auch hier gilt es neue Förderinstrumente anzudenken. Der Systemwandel bringt nicht nur ungeahnte Dynamik, sondern natürlich auch zahlreiche Zielkonflikte mit sich, wie etwa die Frage der Verteilung der zu erwartenden Kosten/Belastungen und Nutzen, des Umweltschutzes und des Zusammenspiels von individuellen und gesellschaftlichen Interessen. Darauf Antworten

zu geben bedarf es des Mitwirkens der Bevölkerung. Der Klima- und Energiefonds hat daher einen Strategieprozess "Energiezukunft innovativ und sozial gestalten" aufgesetzt um entsprechende Programme zur sozio-ökonomischen Transformation zu entwickeln.
Die Energiezukunft gestalten heißt Denken in Gesamtsystemen, es setzt voraus, dass nicht in singuläre Technologien investiert wird, sondern dass das Gesamtsystem und der gesamte Innovationszyklus mit allen Beteiligten gesehen werden.
Consultant for Personnel Management and Organization, Siegenfeld Chair
Professor emeritus, Department of Electrical Drives and Machines, Vienna University of Technology, Vienna Abstract Chair
Die Europäische Union strebt eine Energiewende in Richtung nachhaltige Energieversor-gung an, um die Importabhängigkeit von fossilen Ressourcen und gleichzeitig die Auswir-kungen des Klimawandels zu mindern. In einem kurzfristigen Szenario bis 2020 wurden den Mitgliedsstaaten der EU unterschiedliche Ziele für die nachhaltige Entwicklung vorgegeben, die sowohl die historischen Voraussetzungen, als auch die nachhaltigen Potenziale und die unterschiedlichen Energiestrategien dieser berücksichtigen. Kurzfristig werden daher bis zum Jahr 2020 unterschiedliche Strategien verfolgt. Länder wie Österreich haben bereit ein hohes Potenzial an regenerativer Elektrizitätserzeugung von derzeit 60% und müssen die bis 2020 auf 71% steigern. Deutschland und Spanien wollen von 10% bzw. 18% in 2005 bis zum Jahr 2020 ein Ziel von 40% erreichen und zählen daher zu den Vorreitern der nachhaltigen Entwicklung. Andere Länder möchten vorerst ihre nuklearen oder fossilen Erzeugungstech-nologien bewahren und nur zögerlich den Weg in Richtung Nachhaltigkeit gehen.
Die Energiewende wird im Wesentlichen durch den Ausbau von Windenergie und Photovol-taik geprägt. Wasserkraft und Biomasse stellen weitere Energiequellen dar, die aber in ihren Ausbaupotenzialen begrenzt sind. Die Energiewende wird im Wesentlichen durch die Substi-tution von fossiler Energie durch nachhaltig gewonnene Elektrizität geprägt. Windkonverter und Photovoltaikanlagen stellen Energiequellen mit fluktuierender Erzeugungscharakteristik dar. Technologisch haben sie die Marktreife erlangt und insbesondere die Windenergie hat auch in den Erzeugungskosten große Fortschritte vorzuweisen. Die Integration in ein siche-res und zuverlässiges Energieversorgungssystem stellt derzeit noch viele Herausforderun-gen dar. Wegen ihrer fluktuierenden Erzeugungscharakteristik sind insbesondere große Ka-pazitäten an langfristigen Speichern erforderlich, die mittelfristig weder wirtschaftlich noch aus Sicht der Umwelteinflüsse realisierbar sind. Der Ausbau der Elektrizitätsnetze stellt ein weiteres Hindernis, wegen der mangelnden Akzeptanz von neuen Leitungen dar.
Mittelfristig sind daher flexibel einsetzbare Kraftwerke eine Lösungsoption. Diese müssen in der Lage sein, bei aufkommender regenerativer Energie rasch in ihrer Leistung zurückzufah-ren und bei nachlassender erneuerbarer Energie rasch die entstehenden Versorgungslücken zu schließen. Die Grundlastkraftwerke werden daher kaum noch benötigt und müssen durch flexibel einsetzbare Anlagen ersetzt werden, die täglich abgeschaltet und wieder angefahren werden können, in der Lage sind große Leistungsgradienten zu fahren und auch noch bei niedriger Mindestlast einsetzbar sind.
Die Energiewende hat auch wirtschaftiche und soziale Aspekte. Es sind über einen längeren Zeitraum Investitionen in neue nachhaltige Erzeugungstechnologien erforderlich. Weiterhin muss die Energieeffizienz in der Endanwendung wesentlich verbessert werden. Insbesonde-re die thermische Sanierung von Gebäuden oder der Neubau von Nullenergie-Gebäuden sowie der Übergang zur Elektromobilität sind vordringliche Ziele. Weiterhin sind energieeffi-ziente Produktionsprozesse, Anlagen und Geräte zu entwickeln und einzusetzen. Die Ener-giewende ist daher kein kurzfristiger Planungsprozess, sondern ein langfristiger Evolutions-prozess. Dies stellt aber eine Chance für die europäische Wirtschaft dar, da die nachhaltigen Technologien viele neue Arbeitsplätze schaffen werden. Langfristig ist bei entsprechenden Effizienzmaßnahmen nach neueren Untersuchungen auch keine erhebliche Preissteigerung der Energie zu erwarten: Die erneuerbaren Energietechnologien werden sich über die Ein-sparung an teuren fossilen Ressourcen rechnen!
Owner and Director, science2public e.U., Vienna Coordination

Dr.-Ing. Stefan BOFINGER

Head of Department, Large-Area Energy Supply Structures, Fraunhofer Institute for Wind Energy and Energy System Technology, Kassel

1998-2002 Studium der Elektrotechnik (Schwerpunkt Energietechnik/Regenerative Energien), Hochschule Magdeburg-Stendal
2002-2007 Abteilungleiter Ertragsgutachten bei meteonctrol GmbH, Augsburg
2007-2010 Gruppenleiter am ISET (heute Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik)
seit 2010 Abteilungleiter Großräumige Energieverbünde, Fraunhofer IWES
2004-2008 externer Doktorand an der Universität Magdeburg (Thema: Energievesorgungsnetzte mit einem hohen Anteil an photovoltaischer Solarenergie: Standortbestimmung, Solarstromprognose, Netzintegration
seit 2007 freiberuflich Gutachter für Solarparks

DI (FH) Mag. (FH) Martin GRAF

Chief Executive Officer, Energie Steiermark AG, Graz

1995-1999 Donaukraft Wasserbau-, Engineering & Consulting GmbH, Wien
2000-2001 Verbundplan GmbH, Wien
2001 Mobilkom Austria AG & Co KG Wien, Stabstelle "Quality Management"
2002-2006 Energie-Control Austria, Prüfungsleiter in der Abteilung Tarife
2007-2011 Energie-Control Austria, Leiter der Abteilung Tarife
2011-2015 Vorstand der Energie-Control Austria
since 2016 Vorstandsvorsitzender der Energie Steiermark AG

Dr. Herbert GREISBERGER

Chief Executive Officer, Energy- and Environment Agency Lower Austria, St. Pölten

1985-1991 Studium der Volkswirtschaft (Graz, Innsbruck, Wien); Abschluss mit Auszeichnung
1985-1987 Studium Soziologie und Fächerkombination (ohne Abschluss)
1991-1993 Doktoratsstudium Volkswirtschaft, Stuttgart; Abschluss mit Auszeichnung
1993-2000 Energieverwertungsagentur (heute: Österreichische Energieagentur), Themenleitung Forschung und Technologie
2000-2011 Generalsekretär der Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
 Themenbezogene Projektleitungen:
 laufend Thema "Energieeffizienz in Gemeinden - Bewusstseinsbildung und Finanzierung"
 laufend PV-Bürgerbeteiligung
seit 2011 Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Energie & Klima der Energie- und Umweltagentur NÖ
1999-2011 Arbeitsgruppe - Haus der Zukunft Forschungs- und Technologieprogramm des BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie)
2004-2008 ERABUILD - Kooperation nationaler Forschungsprogramme im Bereich - Nachhaltige Gebäude
2004-2011 Plattform "Ethisch-ökologische Veranlagung"
2005-2011 Klima:aktiv Bauen und Sanieren Klimaschutzprogramm des BMLFUW (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft)

Dipl.-Ing. Marc H. HALL

Member of the Board of Management, Wiener Stadtwerke Holding AG, Vienna

  Studium: Bauingenieurwesen - Wirtschaftsingenieurwesen, TU Wien
  wiss. Assistent, Univ. Lektor
  Managementausbildung in Brüssel, Oxford, Dallas
1977-1988 Wehrdienst in Österreich
1988-1989 Projektmanager, AT Generalplaner, Wien - Innsbruck
1990-1992 Leiter "Unternehmensentwicklung und strategisches Controlling" der ÖMV AG, Wien
1992-1995 Berater des österreichischen Bundesministers für öffentliche Wirtschaft und Verkehr, Wien
1995-1997 Geschäftsbereichsleiter "Erdgas" der OMV AG, Wien
1997-2000 Stv. Vorstandsmitglied "Upstream, Erdgas" der OMV AG
2001 Konsulent für internationale Erdöl- und Erdgasgeschäfte
2002-2003 Prokurist "Unternehmensentwicklung und Beteiligungsmanagement" der RWE Gas AG, Dortmund
2004-2008 Leitender "Unternehmensentwicklung und Beteiligungsmanagement" der RWE Energy AG, Dortmund, und der Transgas a.s., Prag
2008-2012 Geschäftsführer der Bayerngas GmbH, München
seit 2012 Vorstandsdirektor für Energie, IT, Forschung/Technologie und Nachhaltigkeit der Wiener Stadtwerke Holding AG

DI Theresia VOGEL

Managing Director, Climate and Energy Fund, Vienna

1989-1998 Forschungsmitarbeit und Projektkoordination von EU-Projekten, Institut für Wassergüte und Abfallwirtschaft, Technische Universität Wien
1998-2003 Selbständige wissenschaftliche Projekte, FTEI - Fakultätentag für Elektrotechnik und Informationstechnik e.V.
2001-2005 Leiterin des Wissenschaftsbereich Umwelttechnik und Qualitätsmanagement, Lektorin, Fachhochschule Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
2005-2010 Bereichsleiterin Strukturprogramme und Programmleiterin "Nachhaltig Wirtschaften", Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
seit 2010 Geschäftsführerin, Klima- und Energiefonds
 laufend diverse Vorträge an Universitäten und Fachhochschulen
seit 2011 Mitglied des Universitätsrates der Universität für Bodenkultur, Wien

Mag.a Judith SATTLBERGER

Consultant for Personnel Management and Organization, Siegenfeld

1995-2001 Trainerin, Lektorin an der Uni in Cardiff
1998-2001 Evangelischer Flüchtlingsdienst: EU-Projektmanagement
2001-2011 TTTech Computertechik AG - Personalleiterin und Projektkoordinatorin
seit 2003 Coach und Moderatorin
seit 2012 Selbständige Beraterin in den Bereichen Personalmanagement und Organisation

Dr.-Ing. Günther BRAUNER

Professor emeritus, Department of Electrical Drives and Machines, Vienna University of Technology, Vienna

 Studium der Nachrichtentechnik und Promotion auf dem Gebiet Hochspannungstechnik an der Technischen Universität Darmstadt
 14 Jahre Leiter einer Technisch-Wissenschaftlichen Abteilung für Systemanalyse und Software bei AEG Frankfurt im Bereich Netzanlagen
 Arbeitsgebiete: Energiesystemtechnik incl. Großstörungen, Power Quality, dezentrale Energieversorgung mit Brennstoffzellen, Regenerative Energieversorgung insbesondere Windenergie
seit 1990 Technische Universität Wien, Vorstand des Instituts für Elektrischen Anlagen und Energiewirtschaft

Technology Symposium

show timetable

21.08.2014

10:00 - 12:30Technology BrunchSocial
13:00 - 13:10Opening of the Alpbach Technology Symposium 2014Plenary
13:10 - 14:00RTI Policy at the CrossroadsPlenary
14:00 - 15:45Industry 4.0 - The Next Industrial Revolution?Plenary
16:15 - 17:45Stanford, this Year's Special Guest at the Technology Symposium: Innovation and the Culture of FailurePlenary
20:00 - 21:30Us and Our Brains - Neuroscience at the CrossroadsPlenary
21:45 - 23:00Career LoungeSocial
21:45 - 23:00Evening ReceptionSocial

22.08.2014

09:00 - 15:00Breakout Session 01: Technology - Global Market: Austrian Technologies for the Global MarketBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 02: Future Technology-Hotspots - Does Europe Stand a Chance?Breakout
09:00 - 15:00Breakout Session 03: The Challenge of Disruptive Innovation: Strategies for Successful CopingBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 04: Agile and Robust Supply Chains - How to Manage Volatility Across Your BusinessBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 05: Bioenergy - The Way to the Future or a Dead End?Breakout
09:00 - 15:00Breakout Session 06: The Cost of the City of the Future - Socio-Economic Aspects of Smart CitiesBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 07: Smart Energy: Challenges of an Interdisciplinary Energy TransitionBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 08: Science in Society - How to Overcome a DisjunctureBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 09: IP Strategies in Enterprises: Challenges for IP Management and Innovation PolicyBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 10: How to Finance Research - Publicly or Privately? New Models for a Globalised WorldBreakout
09:00 - 15:00Breakout Session 11: Innovations in Acoustics: Future Trends in Industry and Modern LifeBreakout
09:00 - 18:00Junior Alpbach - Science and Technology for Young PeopleBreakout
09:00 - 15:00Ö1 Children's University Alpbach - Science and Technology for KidsBreakout
16:00 - 16:45Digital UniversityPlenary
16:45 - 18:15Open Science - The Place of and for People in Our KnowledgePlenary
18:30 - 20:00Cities at the CrossroadsPlenary
20:00 - 22:00Urban Innovators Challenge - The Future of CitiesPartner

23.08.2014

09:00 - 10:30Complexity Science - IPlenary
10:30 - 11:15Complexity Science - IIPlenary
11:45 - 13:15Innovation at the Art Science InterfacePlenary
13:15 - 13:30Closing Statement of the Alpbach Technology SymposiumPlenary
13:30 - 14:00Snack ReceptionSocial