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The eurozone: preventing and curing crises

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Erwin-Schrödinger-Saal
Plenary / Panel
German and English language

Speakers

Member, Group of the Greens/European Free Alliance, European Parliament, Brussels Abstract
Wir müssen die Eurozone zu einer echten Wirtschaftsunion weiterentwickeln. Die nationalen ökonomischen Egoismen der Mitgliedsländer sind mit der gemeinsamen Währung nicht vereinbar. Solidität in den Staatsfinanzen muss europäisch durchsetzbar werden. Dafür sollten die Staaten Solidarität durch einen gemeinsamen Anleihemarkt (Eurobonds) erhalten. Der Steuerwettbewerb muss durch effektive Steuerkooperation und Harmonisierung ersetzt werden. Die makroökonomischen Ungleichwichte sind symmetrisch anzugehen. Insbesondere die schwächeren Eurostaaten brauchen eine Investitionsoffensive in Zukunftssektoren.
Chairman of the Management Board, Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, Vienna Abstract
In welche Richtung entwickelt sich die Europäische Währungsunion oder in welche Richtung wird sie getrieben (Mitspieler oder Spielball)?

Das wird sehr stark davon abhängen, ob es gelingt:
- einer Kultur des Verunsicherung und Ängstlichkeit entgegenzutreten
- zusätzlich zum Abbau von Schulden auch strukturelle wirtschaftliche Defizite zu reduzieren
- notwendige Sparprogramme umzusetzen und gleichzeitig Wirtschaftswachstum zu stimulieren
- Koordination und verbindliche Vorgaben nicht nur als Verzicht auf nationale Zuständigkeit, sondern als gemeinsame Stärkung zu sehen
- Solidarität nicht nur als Hilfsbereitschaft, sondern auch als Interessen-Solidarität zu erkennen
Governor, Hungarian Central Bank, Budapest Abstract
The present crisis in Europe is driven both by the excessive public and private indebtness, which in certain countries is coupled with large external imbalances.
The weak government finances and indebted private sector in these countries are forming a vicious circle which might threaten the stability of the financial sector of the whole EMU due to complex interconnectedness of financial and product markets.
Public intervention is needed, but the present EMU institutions are not equipped to prevent and resolve such situations. The belated and ad hoc reactions only amplified the market tensions. To prevent and cure such events in the future the Euro Zone should make its institution able to detect imbalances in the build up phase and put in place new institutions capable to resolve the crises, should they still occur. There is just a narrow path between economic efficiency and political feasibility. In the speech principles and areas of incremental centralisation in fiscal and financial stability policies will be discussed.
Chairman, Eurogroup Working Group and Economic and Financial Committee, Brussels Abstract
Die Welt redet von Eurokrisen, jedoch: stecken wir in einer Eurokrise, oder etwa in einer ganz anderen Krise? Je nach Betrachtungsstandpunkt können wir von einer Sovereign Debt Krise reden, oder aber grundlegender von einer Finanzsektorkrise, oder aber noch grundlegender von einer Überschuldungskrise. Diese Überschuldung ist nicht eine alleiniglich der Eurozone oder der EU, es ist eine der entwickelten Industriestaaten weltweit. Wenn dies nicht gelöst wird, werden die Entwicklungschancen Europas über einen langen Zeitraum hinweg gedämpft bleiben. Die in den letzten zwei Jahrzehnten rasant angestiegene Verschuldung der öffentlichen Hand, des Finanzsektors, und des Privatsektors ist eine Folge des politischen Eskapismus, der versucht durch höheren Leverage den Privatkonsum zu glätten und damit unangenehme (auch intertemporale) Verteilungsfragen hintanzuhalten.

Ansätze zu einer Lösung liegen daher
- in der Verringerung der Verschuldung und/oder des Leverages in den drei Sektoren
- einer einheitlicheren Wirtschaftspolitik der Eurozone, die einer gemeinsamen Ausrichtung folgt
- und einer einheitlicheren Stabilisierung und Behandlung des Finanzsektors, der nach wie vor als industriepolitisches  jewel in the crown betrachtet wird, aber nicht als ein riskanter Intermediär.
- Für den Fall der Fälle sind adäquate Rettungsmaßnahmen vorzuhalten, wobei wir hier am weitesten fortgeschritten sind.

Wenn es nicht gelingt, diese internen und externen Ungleichgewichte ins Lot zu bringen, werden wir massive und plötzliche Korrekturen in unseren Volkswirtschaften erleben. Und unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Emerging markets wird noch rapider abnehmen. Damit wird langfristig das Gegenteil vom politisch Bezweckten erreicht: die Verteilungsfrage wird sich noch massiver und ungeschminkter stellen.
Managing Editor, Der Standard, Vienna Chair

Sven GIEGOLD

Member, Group of the Greens/European Free Alliance, European Parliament, Brussels

 Studium der Politik und Wirtschaftswissenschaften, Lüneburg, Bremen, Birmingham und Paris, M. Soc. Sc.
 Aufbau des Ökologischen Zentrums Verden
 Mitbegründer, Attac Deutschland
 Mitbegründer und Vorstand, ISM - Institut Solidarische Moderne
seit 2008 Mitglied, Bündnis 90/ Die Grünen
2009 Wahl zum Europaabgeordneten

Mag. Dr. Walter ROTHENSTEINER

Chairman of the Management Board, Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, Vienna

 Doctorate from the Vienna University of Economics and Business
1975-1990 resigned as Member of the Board of Management, Raiffeisenlandesbank Niederoesterreich-Wien
1987-1995 Member of the Board of Management, Leipnik-Lundenburger Industrie Aktiengesellschaft
1991-1994 Member of the Board of Management, AGRANA-Beteiligungs-AG (sugar and starch industry)
 January - May 1995 Deputy Chairman, Raiffeisen Zentralbank Oesterreich AG
 since June 1995 Chairman of the Board of Management; Raiffeisen Zentralbank Oesterreich AG
1992-1994 Deputy Chairman

András SIMOR

Governor, Hungarian Central Bank, Budapest

1976-1989 Assistant, Manager, Senior Manager International Department, National Bank of Hungary, Budapest (1979-1985: London)
1989-1997 Chairman and Chief Executive Officer, Creditanstalt Securities Rt., Budapest
1997-1998 Chairman of the Managing Board, CA IB Investmentbank A.G., Vienna
1998-2002 Chairman of the Board (non executive), Budapest Stock Exchange
1999-2007 Chairman and Office Managing Partner, Member of the BoD, Deloitte Hungary, Budapest
since 2007 Governor, Magyar Nemzeti Bank (the central bank of Hungary), Budapest

Mag. Thomas WIESER

Chairman, Eurogroup Working Group and Economic and Financial Committee, Brussels

1979 Magister in Economics, University of Innsbruck
1980-1981 Fulbright Scholarship, University of Colorado, Boulder
1981-1982 Institute for Advanced Studies, Vienna
1982-1984 Internationale Bank für Außenhandel
1984-1985 Research Project on Industrial Policy
1985-1989 Economist, EFTA, Geneva
1989-2012 Ministry of Finance; last position held: Director General for Economics Policy and Financial Markets
since 2012 Euro Working Group, Brussels

MPA. Dr. Eric FREY

Managing Editor, Der Standard, Vienna

1981 Student of Public Affairs, Princeton University
1991-1996 Deputy Foreign Editor, Der Standard
1996-1998 Foreign Editor, Der Standard
1998-2001 Business Editor, Der Standard
2001-2002 Marshall Plan Chair for Austrian Studies, University of New Orleans
since 2002 Managing Editor, Der Standard