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Regionalzeitungen vs. World Wide Web: Medien im Zeitalter der Grenzenlosigkeit

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Kaiser-Leopold-Saal
Plenary
german language

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Speakers

Chefredakteur Online, Tiroler Tageszeitung, Innsbruck Abstract
Scheinbar unbeweglich erheben sich die majestätischen Berge der Alpen über Tirol. Doch die Dynamik, mit der sich der Lebensraum am Fuße dieser Berge entwickelt ist erstaunlich. In kaum einer anderen Region und kaum einer anderen Industrie, als der Nachrichtenindustrie, zeigt sich diese Dynamik so deutlich. Mit neuen Technologien kommen neue Herausforderungen. Regionalzeitungen wie die TT reagieren nicht nur auf das damit einhergehende veränderte Leserverhalten, sondern treiben diese Entwicklung voran. Denn vor uns liegen Chancen und Möglichkeiten – auch wenn oft historische Debatten um bestehende oder unter Druck geratene Geschäftsmodelle im Zentrum der Diskussion um die Zukunft von Qualitätsjournalismus dies und jenseits der klassischen Printmedien stehen.
Wissenschaftlicher Leiter, TANEP - Towards an Analytics of Networked Publics, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien Abstract
Öffentlichkeit wird traditionell als geographisch verwurzelt verstanden und Massenmedien sind zumeist rund um solche regionalen und nationalen Öffentlichkeiten organisiert. Diese Vorstellung verliert jedoch tendenziell an Bedeutung. Internetkommunikation, insbesondere  Social Media , erleichtert zum einen die Entwicklung nicht-geographischer Öffentlichkeiten, die sich global verteilt rund um spezifische Interessen organisieren. Zum anderen werden neue Verknüpfungen zwischen dem Lokalen und dem Globalen geschaffen: Bei den Gezi-Park Protesten in Istanbul oder der Jagd nach dem  Boston Bomber war  die Welt nicht nur über Massenmedien dabei. Viele Menschen waren über Facebook und Twitter direkt mit einzelnen Beobachtern (und Beteiligten) vor Ort in Kontakt. Es wird zunehmend spannend, wie sich Medienunternehmen diesem Strukturwandel der Öffentlichkeit stellen.
Professor für Journalistik und Medienmanagement und Leiter, European Journalism Observatory, Università della Svizzera italiana, Lugano Abstract
Wie interagieren globale und lokale Medien? Wie schaden oder nützen sie sich gegenseitig,
wie reagieren sie aufeinander? Gibt es Trends, die besagen, dass regionale Medien eher überleben
als nationale? Wie gehen digitale Medien mit Regionalisierung bzw. Globalisierung um?

Thesen von Stephan Russ-Mohl:

1) Es gibt auch einen „digital divide“ zwischen globalen und regionalen Medien: An die Stelle von „glokalen“, klassischen Omnibus-Massenmedien treten einerseits global player (Huff Post, New York Times, Guardian, Spiegel online), andererseits verbleibt den regionalen Medien eine Marktnische im Lokalen, ja Hyperlokalen.
2) Die Interaktion zwischen lokalen und globalen Medien nimmt womöglich ab, nicht zu.
3) Chris Anderson’s Long tail gilt global wie regional: In den Märkten der Netzwerk-Ökonomie ist jeweils Platz für ein Monopol/Oligopol kommerziell erfolgreicher Anbieter – und für eine endlich bis unendliche Anzahl nicht-kommerzieller Offerten (long tail).
4) Zumindest auf dem US-amerikanischen Markt sind die grossen Regionalzeitungen gefährdet, nicht die national verbreiteten Blätter (New York Times, Wall Street Journal, USA Today), nicht die kleinen Lokalblätter.
5) Regionale Medien waren immer die Nachrichtenlieferanten der Nachrichtenagenturen und der nationalen und internationalen Medien. Weil ihre Recherchekapazität dramatisch schwindet, kommt den nationalen und „globalen“ Medien wichtige Recherche-Infrastruktur abhanden.
Chefredakteurin, Kleine Zeitung Kärnten, Klagenfurt Abstract
Regionalzeitungen werden in der Zeit der digitalen Grenzenlosigkeit nicht nur überleben, sie haben sogar die Chance gestärkt aus der Umstellungsphase hinauszugehen. Wir müssen uns nur auf unsere Stärke - hyperlokale Inhalte  konzentrieren. Anders als viele deutsche Zeitungen, die auf  online first setzen, hat die Kleine Zeitung die Devise ausgegeben:  regional first . Im Laufe des kommenden Jahres setzen wir dieses Prinzip Schritt für Schritt in allen Abteilungen und auf allen Plattformen um. Die gedruckte Zeitung bleibt dabei das Flagschiff der Kleinen Zeitung.
Editor in Chief and Managing Director, NZZ Austria; Mentor, Alpbach Media Academy; Vienna Chair

Patricio HETFLEISCH

Chefredakteur Online, Tiroler Tageszeitung, Innsbruck

 Patricio Hetfleisch ist seit 2008 Chefredakteur der Tiroler Tageszeitung Online und designierter Geschäftsführer für den Online-Bereich der Landeszeitung.
 Noch in seiner Schullaufbahn begann er im Abschlussjahr als freier Journalist für die Tiroler Tageszeitung zu schreiben.
 Im Jahr 2001 begann er sein Studium der Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaften an der Leopold Franzenz-Universität in Innsbruck, begann parallel ein Unternehmen aufzubauen, das sich der Öffentlichkeitsarbeit für NGOs verschrieben hat und heute noch existiert, bis ihn der Ruf in die TT-Redaktion ereilte, in der er ab 2003 seine Tätigkeit intensivierte.
 Im Jahr 2004 wechselte Hetfleisch vom Flaggschiff TT in das Kleinformat-Zeitungsprojekt "Neue Zeitung für Tirol". Dort entwickelte er sich von Kultur- und Medienredakteur rasch zum Leiter des Kultur-, Medien- und Leute-Ressorts, übernahm im Jahr 2006 die Position des stellvertretenden Chefredakteurs und wurde 2007 Chefredakteur der Zeitung. Im Jänner 2008 wechselte Hetfleisch zurück zur Tiroler Tageszeitung und wurde dort zum Online-Chefredakteur berufen. Bis zur Einstellung der "Neuen Zeitung für Tirol" im April dieses Jahres blieb er inhaltlich verantwortlich und widmete sich anschließend mit voller Kraft der Entwicklung des Online-Angebots der Tiroler Tageszeitung.

Mag. Axel MAIREDER

Wissenschaftlicher Leiter, TANEP - Towards an Analytics of Networked Publics, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien

2007-2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Wien (im Auftrag des BMUKK)
2009-2012 Universitätsassistent, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien
seit 2012 Wissenschaftlicher Leiter, TANEP - Towards an Analytics of Networked Publics, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien

Prof. Dr. Stephan RUSS-MOHL

Professor für Journalistik und Medienmanagement und Leiter, European Journalism Observatory, Università della Svizzera italiana, Lugano

 Born 1950, in Frankfurt/Main, Germany; Professor of Journalism and Media Management at the Faculty of Communication Sciences, Università della Svizzera italiana, Lugano; Director of the European Journalism Observatory (www.ejo.ch); Gutenberg Fellow at the Research Focus Media Convergence of the University of Mainz 2011/2012; Visiting Fellow, Department of Communication, Stanford University 1995,1999 and 2008
 Studies in Public Administration/Public Policy at the University of Konstanz and at Princeton University; professional training in Journalism at the Deutsche Journalistenschule (German School of Journalism), Munich
1985-2001 Professor of Journalism and Media Management at the Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Freie Universität Berlin

Eva WEISSENBERGER

Chefredakteurin, Kleine Zeitung Kärnten, Klagenfurt

 Eva Weissenberger ist seit 2012 Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Kärnten. Zuletzt war Eva Weissenberger Innenpolitik-Redakteurin und stellvertretende Leiterin des Wiener Büros der Kleinen Zeitung. Frühere Stationen: Reporterin und Außenmoderatorin beim ORF-Fernsehen; Kolumnistin im Feuilleton der Presse; Politik- und Medienredakteurin bei der Wochenzeitung Falter. 2004 nahm Weissenberger an einem Journalisten-Programm an der Duke University in North Carolina, USA, teil. 2009 besuchte sie mit dem Alfred-Geiringer-Stipendium der Apa das Fellowship-Programm des Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford in Großbritannien.
 Sie unterrichtet journalistisches Schreiben an der FH Wien und beim Kuratorium für Journalistenausbildung in Salzburg; moderiert auf Kongressen (z.B. World Newspaper Congress, Oktober 2011), führt Interviews vor Publikum (z.B. mit Wolf Biermann im Parlament, September 2011) und stellt regelmäßig Fragen in der ORF-Pressestunde.

Michael FLEISCHHACKER

Editor in Chief and Managing Director, NZZ Austria; Mentor, Alpbach Media Academy; Vienna

ab 1988 Studien der Theologie, Germanistik und Klassischen Philologie an der Karl-Franzens-Universität Graz (nicht abgeschlossen)
1991-1994 Außenpolitik-Redakteur, "Kleine Zeitung"
1994 Redakteur in der Chefredaktion, "Kleine Zeitung"
1995-1997 Chef vom Dienst, "Kleine Zeitung"
1998-1999 Stellvertretender Chefredakteur, "Kleine Zeitung"
2000-2001 Chef vom Dienst, "Standard"
2002-2004 Stellvertretender Chefredakteur, "Die Presse"
2004-2012 Chefredakteur, "Die Presse"
2013/14 Leiter, Media Academy, Europäisches Forum Alpbach
seit 2015 Chefredakteur, "nzz.at"

Kultur und Wirtschaft 2013

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