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Übersetzungen – was sie kosten, was sie bringen

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Saal "University of New Orleans"
Plenary / Panel
german language

Speakers

Ao. Universitätsprofessor für Vergleichende Literaturwissenschaft, Institut für Romanistik, Universität Wien Abstract
Vom Standpunkt der Literaturgeschichte kosten Übersetzungen viel bezüglich des ästhetischen Wertes der übertragenen Texte: literarische Werke bringen ja nicht nur eine wörtliche Bedeutung zum Ausdruck, sondern vermitteln  wie bereits seit Dantes eigenem Kommentar zu seiner Divina Commedia bekannt  einen mehrfachen Schriftsinn. Das Verständnis der unterschiedlichen Bedeutungsebenen hängt von der kulturellen Tradition ab, in welcher das Werk entsteht. Daraus folgt, dass bei Übersetzungen in eine andere Sprache  und damit in eine andere Kultur  nicht nur die wörtlichen Entsprechungen zu suchen sind, sondern auch ein Kulturtransfer stattfindet, der sich entscheiden muss zwischen dem vorrangigen Respekt gegenüber der Ausgangssprache auf der einen Seite oder der angestrebten Eingliederung in die Zielsprache und ihre Kultur auf der anderen. Also zwischen den  Unschönen Treuen und den  Schönen Untreuen .
Übersetzungen bringen aber natürlich auch sehr viel für die Entwicklung einer Sprache und ihrer Literatur: die frühhumanistischen Übersetzer sehen ihre Übertragungen aus dem Lateinischen ausdrücklich als eine Bereicherung des Deutschen, weil es an dieser Herausforderung wachsen soll. Staatliche Programme fördern daher ab dem 16. Jahrhundert z.B. in Frankreich diese Tätigkeit, welche Inhalte und Formen vorbildlicher Literaturen im Land verbreiten soll. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts fordert Madame de Staël in einem berühmten Manifest die italienischen Intellektuellen zu verstärkter Übersetzung aus den nordischen Sprachen auf, um damit ihre Rückständigkeit zu überwinden und endlich zur modernen Bewegung der Romantik aufzuschließen.
Literaturwissenschaftlerin, Kulturpublizistin und Übersetzerin, Wien Abstract
Übersetzungen - was sie kosten, was sie bringen: mit dieser Frage ist die Misere der heutigen Übersetzungsarbeit formuliert. Die Existenzberechtigung des Übersetzens hängt am dünnen Faden der Kosten-Nutzen-Rechnung. Nutzen wird in seiner elementarsten Form des monetären Nutzen verstanden, die Bedeutung von Übersetzungen auf ein ökonomisches Maß beschränkt, die Leistung der ÜbersetzerInnen als Fließbandware behandelt. Im Literaturbetrieb stellt sich die Frage, ob nur noch das übersetzt wird, was sich gut verkaufen läßt. Könnten Computerprogramme übersetzen, würde man den Kostenfaktor "ÜbersetzerInnen" aus den Gesamtkosten streichen. Das ist nicht möglich, also versucht man aus ÜbersetzerInnen Computer zu machen: sie stehen unter dem Druck, immer schneller zu arbeiten, und zwar unter immer schlechteren Bedingungen und für immer weniger Lohn. Die Funktionalisierung der ÜbersetzerInnen unter die Logik und Gesetze der Wirtschaft führt unvermeidlich zur Qualitätsverschlechterung von Übersetzungen. Das ständige Eingespanntsein zwischen notwendiger Zeit und zugestandenem Lohn zieht die Korrosion der Arbeitsethik und Entgeisterung dieses Berufes nach sich.
General Counsel and Head of HR, RED BULL GmbH, Salzburg
Regisseur; Staatsintendant a. D., München Chair

Mag. Dr., ao. Univ.-Prof. Alfred NOE

Ao. Universitätsprofessor für Vergleichende Literaturwissenschaft, Institut für Romanistik, Universität Wien

1980 Promotion Romanistik und Kunstgeschichte
1988 Univ.-Doz. Romanische Literaturwissenschaft
1996 Univ.-Doz. Vergleichende Literaturwissenschaft
1998 Ao. Univ.-Prof.

Mag.phil. Katarina ROHRINGER VESOVIC

Literaturwissenschaftlerin, Kulturpublizistin und Übersetzerin, Wien

 Geboren 1963 in Serbien, lebt seit 1991 in Wien. Studium an der Philologischen Fakultät Belgrad: Allgemeine Literatur, Literaturtheorie und englische Sprache, sowie Postdiplomstudium in Germanistik. 1988-1992 Mitarbeiterin beim Belgrader Fernsehen sowie in den neunziger Jahren bei Radio B92. 1992-1996 Arbeit an einer Studie über das Werk Robert Musils. 1996 Regiehospitanz am Burgtheater. Ab 1997 Englischunterricht an Sprachinstituten in Wien. 1999-2001 Übersetzung des Romans "Selige Zeiten, brüchige Welt" von Robert Menasse ins Serbische. Verschiedene Projekte als Kulturvermittlerin zwischen Serbien und Österreich. Seit fünfzehn Jahren Theaterkritik für das Belgrader Nachrichtenmagazin "Vreme", in Österreich kulturpolitische Essays ("Profil", "Wespennest", "Die Presse"). Diverse Stipendien, u.a. Deutscher Literaturfonds und KulturKontakt.
 Schreibt und veröffentlicht in Deutsch und Serbisch. Zuletzt verfasst: Theaterstück "Präventivschlag".

Mag. Dr. Volker VIECHTBAUER

General Counsel and Head of HR, RED BULL GmbH, Salzburg

1990 Mag. Iur. Kepler Universität Linz
1992 LL.M. Harvard Law School
1992 - 1993 Clerk, Appellate Court, Linz (Clerk)
1993 - 1995 Associate HASLINGER, NAGELE & PARTNER, Linz
1995 Dr. iur. Kepler Universität Linz (Thesis: Arbitration in Russia)
since 1995 Head of Legal, RED BULL GmbH
since 2003 Head of HR, RED BULL GmbH
 
 Stipendien:
2001 Diploma in EC Competition Law, London Kings College
1991/92 Rotary Fellowship
1991/92 Federal Ministry of Science and Research

Dr. Hellmuth MATIASEK

Regisseur; Staatsintendant a. D., München

 Studium Schauspiel und Regie am Max-Reinhardt-Seminar
 Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Psychologie an der Universität Wien
 Gründer und Leiter des Avantgarde-Theaters "Kaleidoskop"
 Erste Engagements in Salzburg und Städt. Bühnen Köln
1962-1964 Intendant des Landestheaters Salzburg
1964-1967 Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig
1967-1972 Freischaffender Regisseur für Oper, Schauspiel und Fernsehen
1972-1979 Direktor der Otto-Falckenberg-Akademie (Schauspielschule der Stadt München)
1979-1983 Generalintendant der Wuppertaler Bühnen
1983-1996 Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, München
1997-1999 Leiter der Kultur-Strukturkommission für Baden-Württemberg
2000-2003 Präsident der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater München
 Gastinszenierungen in Berlin, Hamburg, München, Wien, Salzburger Festspiele, Bregenzer Festspiele, Stockholm, Basel, Barcelona, Zagreb, Bern etc.
1998-2008 Künstlerischer Leiter der CARL-ORFF-Festspiele in Andechs

Wa(h)re Sprache

show timetable

08.11.2007

16:00 - 16:15EröffnungPlenary
16:15 - 18:15Sprachgebrauch ist das eine, Literatur ist das anderePlenary
19:00 - 21:00Empfang der Stadt InnsbruckSocial

09.11.2007

09:30 - 10:30Literatur versus LiteraturbetriebPlenary
10:30 - 11:00KaffeepausePlenary
11:00 - 12:00Diskussion zu Literatur versus LiteraturbetriebPlenary
12:00 - 14:00MittagspausePlenary
14:00 - 15:30Ware BuchPlenary
15:30 - 16:00KaffeepausePlenary
16:00 - 17:30Übersetzungen - was sie kosten, was sie bringenPlenary
17:30 - 18:00KaffeepausePlenary
18:00 - 19:30Special Lecture: SchweizPlenary
20:00 - 21:45EmpfangCulture

10.11.2007

09:00 - 10:30Ware Autor und Ware TextPlenary
10:30 - 11:00KaffeepausePlenary
11:00 - 12:30Wa(h)re Sprache - Abschlussdiskussion mit den ReferentInnen der TagungPlenary