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Who is responsible for housing development?

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Liechtenstein-Hayek-Saal
Plenary / Panel
german language

Speakers

Leiter, Abteilung Stadt- und Verkehrsplanung, Amt der Stadt Dornbirn Abstract
Vorweg gesagt: Ich fühle mich seit über einem Vierteljahrhundert mitverantwortlich für die Bau- und Siedlungsentwicklung in unserer Stadt. Begonnen habe ich in Dornbirn quasi als Partizipationsflüchtling: vorherige Tätigkeit in Liechtenstein, in der Landesplanung/ im Landesbauamt. Damals (1981) hat der Souverän (das ist auch unter einem Fürsten das Volk) über ein großes Kunsthausprojekt in Vaduz knapp positiv abgestimmt. Nachfolgende Fehden zwischen Nachbarn sowie unter Familienclans haben das Projekt letztlich gestürzt. Es wäre das bedeutenste Kunsthaus zwischen München und Mailand geworden. Letztlich hat man (die Regierung) sich nicht getraut, den knappen Volksentscheid umzusetzen.

Wie schaut die österreichische Realität aus?
- Es gibt praktisch keine Referendten aus dem Volk (rechtlich nur im Burgenland und Vorarlberg möglich).
- Volksabstimmungen über diverse Projekte lassen das Parlament, die Landtage oder die Gemeindevertretungen gnadenhalber zu.
- Bin nicht der Meinung, dass starke Volksrechte Garant für eine qualitätvolle Bau- und Siedlungsentwicklung sind. Dennoch sehe ich einen hohen Mehrwert in der Partizipation (wenn sie auf der richtigen Ebene stattfindet). Sie bringt dann mehr als sie allerdings auch lästig sein kann.

In einem förderativen Bundesstaat soll zunächst jede Gebietskörperschaft die Hausaufgaben im eigenen Baugeschehen mit höchster Qualität machen.

- Bund: Neben den Hochbauten besteht höchste Verantwortlichkeit auch bei allen Infrastrukturbauten (Brücken, Straßen, Tunnelportale, Bahnbauten, Lärmschutzbauten, etc.)
- Länder: Verantwortung im eigenen Hoch- und Tiefbau. Darüber hinaus besteht eine große Lenkungschance im Bereich der Wohnbauförderung.
In Vorarlberg wurde vor zwei Jahren neben den energetischen und bauökologischen Kriterien eine sogenannte Quartiersbetrachtung eingeführt. Das heißt, ab 25 Wohneinheiten muss ein Projekt auch das städtebauliche Umfeld analysieren und auf das Bauareal rückkoppeln.
- Gemeindeebene: Kurzbericht aus unserer Erfahrung:
" Partizipation optimiert die Planungsprozesse insbesondere im Bereich der stadtplanerischen und städtebaulichen Arbeit. Z.B. Zentrumsplanungen, Straßengestaltungen, etc. Der Bürger muss Vertrauen in die planende Komune haben. Sein frühzeitiger Einbezug tritt der Gerüchteküche entgegen.

" Ansonsten ist Schönheit nicht demokratisch ermittelbar bzw. erreichbar. Das heißt, die Verantwortung für das Bauen im engeren Sinne liegt hier natürlich beim Bauherrn und Architekten, letztlich aber immer bei der Gemeinde (wer hat diesen Wahnsinn genehmigt?).

" Unterstützend ist eine hohe Wettbewerbs- und Baukultur: Das heißt, Baukultur wird als Umgang zwischen den Akteuren verstanden;
Planungs- und Gestaltungsberäte (in Dornbirn seit 1985).

" Aktive Rolle der Komune bei Nachnutzungsprojekten. Hier üben wir ein sehr einfaches Beteiligungsmodell: Eine kleine gemischte Arbeitsgruppe zwischen den Arealeignern bzw. Projektentwicklern und der Kommune begleitet den städtebaulichen Planungsprozess mit dem Ziel einen Richtplan zu erarbeiten.

" Aktive Bodenpolitik der Kommune. Auch diese soll für benachbarte Quartiere aber auch für die Wirtschaftsakteure berechenbar sein. Sie ist deshalb zu kommunizieren.

" Methode der  legalen Erpressung : z.B. wenn man eine Stadt der kurzen Wege sein will, sind fast bei jedem mittleren Wohnbau- aber auch Gewerbeprojekt Fuß- und Radwege durchzusetzen. Die Formel lautet: Abschluss von Dienstbarkeitsverträgen, vor Baubescheid.
Landeshauptmann-Stv. a. D. des Landes Tirol; Aufsichtsrat, TIWAG - Tiroler Wasserkraft AG, Innsbruck
Baumeister; Sprecher, Planende Baumeister Steiermark; Mitglied, Landesinnungsausschuss Bau, Wirtschaftskammer Steiermark, Graz Abstract
 Altes erhalten  für neues Gestalten  Schaffung von neuem Wohnraum in bestehender
Bausubstanz :
Im städtischen Bereich gibt es viele Betriebsanlagen, die ungenützt sind. Diese Areale sind meist
bereits von Wohnsiedlungen umgeben.
Eine Änderung der Nutzung dieser Betriebsanlagen ist auch aus Sicht der Raumordnung gewünscht
und wäre zugleich eine Qualitätsverbesserung des umgebenden Siedlungsbereiches. Die bereits
vorhandene Infrastruktur ein weiterer Vorteil und zugleich ein positiver Kostenfaktor.
Der Erhalt und die Revitalisierung historischer Bausubstanz von Industriedenkmälern in Verbindung
mit der zeitgenössischen Formensprache des 21. Jhdts. ist Aufgabe einer visionären Planung - jedoch
unter Einbeziehung energieeffizienter Sanierung und ökonomischen Gesichtspunkten.
Damit könnte dem übermäßigen Grünflächenverlust mit hohen Infrastrukturkosten entgegengewirkt
werden.
Voraussetzung für die Umsetzung ist der politische Wille die Instrumente der Raumordnung
einzusetzen und Förderungsmodelle im Zusammenwirken mit Finanzierungskooperationen durch
Investoren abzustimmen.
Geschäftsführer, Familienhilfe Gemeinnützige Wohnungs- und SiedlungsgesmbH, Wien
Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, Wasser- und Abfallwirtschaft, Wohnbau und Nachhaltigkeitsinitiativen, Steiermärkische Landesregierung, Graz Abstract
Vier Thesen zur Fragestellung:
1. Siedlungsentwicklung wird auch weiterhin in der Verantwortung der öffentlichen Hand bleiben. Zugleich wird aber diese Verantwortung insgesamt ein Mehr an BürgerInnenbeteiligung bedeuten müssen; allerdings nicht zur Wahrnehmung der Einzelinteressen, sondern zur Kommunikation übergeordneter gesellschaftli-cher Notwendigkeiten.
2. Siedlungsentwicklung von morgen muss ökologisch ausgerichtet sein: kurze We-ge, energieeffizientes Bauen und Wohnen, Wahrnehmung veränderter Bedingun-gen infolge des Klimawandels (zum Beispiel: keine Baulandausweisung auf Risi-koflächen).
3. Siedlungsentwicklung von morgen muss sozial ausgerichtet sein: Wahrnehmung des demografischen Wandels, leistbares Wohnen, betreubares Wohnen im Mit-einander der Generationen.
4. Siedlungsentwicklung von morgen muss den geänderten Lebenswirklichkeiten Rechnung tragen: Vereinbarkeit von Arbeit und Wohnen in einer Wohneinheit, Renaissance des Baustoffes Holz, vermehrter Wohnortwechsel infolge flexibler gewordener Berufs- und Familienbiografien.
Landtagsabgeordneter und Gemeinderat; Vorsitzender, Ausschuss für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, Stadt Wien Abstract
Die Umsetzung von Raumordnungszielen im urbanen Kontext - der Beitrag des Wohnbaus

Die örtliche Raumplanung stellt die Grundlage für die Stadtplanung (Stadtentwicklungsplan, Flächenwidmung, Bebauungsplanung) dar; andererseits ist sie nur über eine Fülle von Einzelmaßnahmen, die sich zudem auf unterschiedliche Ressorts aufteilen, praktisch umsetzbar. Die konkrete Verantwortung für diese Umsetzung liegt damit bei den jeweils politisch Verantwortlichen und den entsprechenden Fachabteilungen.
Wohnbau nimmt in diesem Kontext  vor allem im urbanen Raum  eine Sonderstellung dar, weil er städtebauliche, architektonische, ökologische, wirtschaftliche und nicht zuletzt soziale Zielsetzungen verfolgt. So geht es etwa bei der Umsetzung von Raumordnungszielen im Rahmen des (geförderten) Wohnbaus um Fragen der Nutzungsmischung, der Verkehrslenkung und  reduzierung, der Nutzung vorhandener oder geplanter lokaler und übergeordneter Infrastruktur  aber eben auch um soziale Zielsetzungen, wie sie etwa im Wiener Stadtentwicklungsplan formuliert werden. Dazu gehört ein ausreichendes Angebot für unterschiedliche Nutzergruppen (auch zB für sogenannte Schlüsselkräfte als Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung), soziale Durchmischung und Leistbarkeit des Wohnraums.

In Wien werden diese Zielsetzungen umgesetzt durch:
- Wohnbauförderung, und zwar primär im Wege der Objektförderung (nur diese garantiert eine starke öffentliche Einflussnahme auf Quantitäten und Qualitäten des Wohnbaus),
- Bauträgerwettbewerbe und Beurteilung durch den interdisziplinär zusammengesetzten Grundstücksbeirat, wobei durch die Einführung der Beurteilungsschiene Soziale Nachhaltigkeit hier noch deutlichere Akzente gesetzt werden,
- die Kooperation mit anderen Geschäftsgruppen (zB im Rahmen der Infrastrukturkommission und der sog. Dienststellenbesprechungen zu allen neuen geförderten Wohnbauten),
- eine gezielte Grundstückspolitik (ausreichende Reserven in für Wohnbau vorgesehenen Gebieten, Wohnfonds),
- Wohnbauforschung (Analyse und Weiterentwicklung des geförderten Wohnbaus auch im Hinblick auf  im weitesten Sinne  raumplanerische Erfordernisse und Möglichkeiten)

Zusammenfassend: Wichtiger Beitrag des Wohnbaus zur Umsetzung von raumplanerischen Zielsetzungen, wobei es immer um eine Kombination von planerischen und sozialen Qualitäten geht. D.h. der Wohnbau kann auch entscheident dazu beitragen, die Konzeption der Raumplanung an sich weiter zu entwickeln  von einem ursprünglich vorwiegend technischen zu einem interdisziplinären Planungsinstrument.
Architekturjournalistin, Der Standard und ORF - Österreichischer Rundfunk, Wien Chair

Dipl.-Ing. Markus ABERER

Leiter, Abteilung Stadt- und Verkehrsplanung, Amt der Stadt Dornbirn

 Studium an der Technischen Universität Wien: Raumplanung an der Fakultät für Architektur und Raumplanung; Parallelstudium im Bereich Recht
1978 Diplom
1979-1983 Landesplanung des Fürstentums Liechtenstein (Orts-, Landesplanung, Baugestaltung)
seit 1983 Amt der Stadt Dornbirn; Leiter der Gruppe Stadtplanung, Hoch- und Tiefbau, Verkehr, Umwelt

Ferdinand EBERLE

Landeshauptmann-Stv. a. D. des Landes Tirol; Aufsichtsrat, TIWAG - Tiroler Wasserkraft AG, Innsbruck

 Ferdinand Eberle war von 1974 bis 1989 Bürgermeister von Heiterwang, im Anschluss wurde Ferdinand Eberle von 1989 bis 2005 zum Mitglied der Tiroler Landesregierung gewählt. In dieser Zeit war er zuständig für die Tiroler Gemeinden und ab 1993 bis zu seinem Ausscheiden Ende des Jahres 2005 für den Bereich Finanzen, Wirtschaft und Landwirtschaft. In dieser Zeit gelang es ihm, das Budget des Landes Tirol nachhaltig zu sanieren.
 Während seiner gesamten Regierungszeit war er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tiroler Landesversicherung. Seit 1993 ist Eberle Mitglied des Aufsichtsrates der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG und seit 1995 Vorsitzender dieses Aufsichtsrates. Viele Kontakte zu innovativen Tiroler Unternehmen erwarb Eberle während seiner Zeit als Vorsitzender des Kuratoriums der Tiroler Zukunftsstiftung von 1998 bis 2005.
 Eberle studierte von 1984 bis 1989 nach Absolvierung der Berufsreifeprüfung Rechtswissenschaften, ohne die letzte Strafrechtsprüfung zu absolvieren. Neben seinen Kontakten in Tirol verfügt Eberle über ausgezeichnete Kontakte zu Politik, Verwaltung und Wirtschaft in den wichtigsten Nachbarländern Tirols und den Zentralstellen in Wien.

Ing. Rudolf LEITNER

Baumeister; Sprecher, Planende Baumeister Steiermark; Mitglied, Landesinnungsausschuss Bau, Wirtschaftskammer Steiermark, Graz

1969-1975 Schulische Ausbildung mit Abschluss der HTL für Hochbau in Graz, danach Planungs- und Bauaufsichtstätigkeit bei diversen Firmen und Architekturbüros
1980 Ablegung der Baumeisterprüfung in Graz, seither selbstständig als planender Baumeister mit zwei Bürostandorten und ca. 50 Mitarbeitern und Geschäftsführer der Leitner Zimmerei- und Baugesellschaft mbH. in Übelbach. Außerdem als Bausachverständiger für div. Gemeinden tätig.
seit 1992 Mitglied der Baumeisterprüfungskommission
seit 1996 ger. beeideter Sachverständiger für Immobilien und Revitalisierungen
seit 2005 weiterer Bürostandort in Plovdiv, Bulgarien

Dr. Leo RAFFELSBERGER

Geschäftsführer, Familienhilfe Gemeinnützige Wohnungs- und SiedlungsgesmbH, Wien

1972 Promotion an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
1972-1973 Alpine Montan AG (Fusion mit VOEST/Linz)
1973-1980 Verbandsprüfer im Österreichischen Verband Gemeinnütziger Bauvereinigungen - Revisionsverband in Wien
1980-1982 Erste Österreichische Sparkasse, Geschäftsführer "Wohnungseigentümer" Gemeinnützige WohnungsgesmbH
1982-2005 Geschäftsführer und Vorstandsmitglied "Österreichisches Siedlungswerk" Gemeinnützige Wohnungs AG
1982-2000 Geschäftsführer, Gemeinnützige Bauvereinigung "Wohnungseigentum" GesmbH
seit 1982 Geschäftsführer, "Familienhilfe" Gemeinnützige Wohnungs- u. SiedlungsGesmbH
  in Wien
1983-2001 Mitglied des Vorstandes des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen - Revisionsverband
seit 1989 Obmann GSA Genossenschaft für Stadterneuerung und Assanierung regGenmbH
seit 2000 Vorstandsvorsitzender der I. M. Privatstiftung

Johann SEITINGER

Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, Wasser- und Abfallwirtschaft, Wohnbau und Nachhaltigkeitsinitiativen, Steiermärkische Landesregierung, Graz

1980-2003 Berater und Referent in der Landwirtschaftskammer Steiermark
1989-2003 Geschäftsführer der Genossenschaft und des Handelsunternehmens Steirischer Schafzuchtverband
seit 1990 Allgemein beeideter gerichtlicher Sachverständiger
1999-2003 Bürgermeister der Gemeinde Frauenberg
seit 2003 Obmann der Landentwicklung Steiermark
seit 2003 Mitglied der Steiermärkischen Landesregierung
seit 2005 Obmann-Stv. des Steirischen Bauernbundes
seit 2006 Bezirksparteiobmann der Volkspartei Bruck an der Mur

Dr. Kurt STÜRZENBECHER

Landtagsabgeordneter und Gemeinderat; Vorsitzender, Ausschuss für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, Stadt Wien

 Matura an der Höheren Internatsschule des Bundes Graz-Liebenau
 Studium der Rechtswissenschaften, Universität Wien
 Zivildienst im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands
 Legist im Ministerialdienst; danach Klubsekretär im SPÖ-Parlamentsklub (insbesondere für Justiz- und Verfassungspolitik und Menschenrechte)
1981-1982 Vorsitzender des Verbandes sozialistischer Studenten Österreich (VSStÖ) Wien
1982-1983 Bundesvorsitzender des VSStÖ
1994-1997 Bezirksrat in Wien-Hernals
seit 1997 Gemeinderat und Landtagsabgeordneter in Wien
seit 2003 Vorsitzender des Ausschusses für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung
seit 2009 Vorstandsmitglied der SPÖ Wien

Dipl.-Ing. Ute WOLTRON

Architekturjournalistin, Der Standard und ORF - Österreichischer Rundfunk, Wien

 Studium der Architektur, Technische Universität Wien
 Redakteurin Wirtschaftsmagazin TREND, Nachrichtenmagazin PROFIL, Tageszeitung DER STANDARD
 Lehrauftrag an der Technischen Universität Wien (Architektur und Medien, Wettbewerbs- und Vergabewesen)
 Kommunikationsleiterin der BIG