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Segel setzen für neue Projekte

Mit dem Ende der Baukulturgespräche rollen die Festspiele des Wissens ihre Teppiche ein – vorerst! Denn mit den Abreisenden finden die in Alpbach entstandenen Ideen und Projekte neue Wege in Europa.

Das Europäische Forum Alpbach bleibt in Bewegung. „Das diesjährige Forum hat uns nicht nur Europas Scheidewege, sondern auch mögliche Richtungen aufgezeigt. Jetzt gilt es, auf Basis des gesammelten Wissens verantwortungsvoll und nachhaltig zu handeln und den richtigen Pfad einzuschlagen“, zieht Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Bilanz. Es wird ein Aufbrechen zum Umbrechen – von alten Strukturen, Denkmustern und Vorurteilen.

„Wir leben in einem Europa vieler Geschwindigkeiten. Gleichheiten und Ungleichheiten zeigen sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen“, ergänzt Philippe Narval, Geschäftsführer des Forums. Etwa beim „Digital Gap“ zwischen jenen Menschen, die neue digitale Technologien beherrschen und jenen, die keinen Zugang haben. Aber auch Ungleichheiten im Klassenzimmer, am Arbeitsplatz wie auch am Weltmarkt drängen das Ideal „Chancengleichheit“ weiter zurück. Um diesen Entwicklungen Lösungsansätze entgegenzuhalten, heftet sich das Europäische Forum Alpbach im nächsten Jahr das Generalthema „InEquality“ auf die Fahnen. Zwischen 19. August und 4. September 2015 gilt es „Gleichheit dort zu suchen, wo Differenzen trennen, und Ungleichheit dann zu fordern, wenn Konformität das Weiterkommen hemmt“, betont Fischler.

Alpbach als Quelle für neue Wege und Ideen

Insgesamt 13 Projekte initiierten die junge Entrepreneure im Rahmen der Wirtschaftsgespräche. Darunter ein neues Vernetzungsprogramm zwischen Wissenschaft und Wirtschaft oder eine Kommunikationskampagne zu erfolgreichen EU-Wirtschaftsprojekten. Die ExpertInnen der Alpbach-Laxenburg-Gruppe, darunter der indische Ökonom Montek Singh Ahluwalia, der Direktor der Tsinghua Universität Jining Chen oder Mary Robinson, ehemalige Präsidentin Irlands, formulierten Thesenpapiere zu globalen Bildungs- und Energiefragen, die sie in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Während der Gesundheitsgespräche erarbeiteten 220 ExpertInnen Antworten auf Zukunftsfragen zu Big Data, Neurowissenschaften oder Genetik und fanden Wege, wie Gesundheitsvorsorge in allen Lebensbereichen besser integriert werden kann. Worauf Hochschulen ihre AbsolventInnen angesichts aktueller Veränderungen vorbereiten müssen, haben die TeilnehmerInnen der diesjährigen Hochschulgespräche diskutiert.

Spannende Köpfe aus aller Welt

Renommierte SprecherInnen aus unterschiedlichen Feldern begleiteten und inspirierten die Debatten. Zu den Highlights zählten die Auftritte der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, der Starökonomen Jeffrey D. Sachs und Branko Milanovic, ebenso wie die Denkanstöße vom eh. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy, dem tschechischen Ökonomen Tomás Sedlacek, dem UN-Flüchtlingshelfer Kilian Kleinschmidt oder der britischen Gesundheitsexpertin Ellen Nolte. Das vielfältige Kulturprogramm rief Größen wie den weltbekannten Verhüllungskünstler Christo auf die Bühne und beeindruckte mit berührenden Fotos aus dem UNHCR Zaatari Flüchtlingscamp in Jordanien („Let the Children Play“) und der Protestbewegung in der Ukraine („Alpbach Maidan“).

Junge Menschen engagieren sich für Europa

Frischen Wind brachte das Engagement junger TeilnehmerInnen: So unterzeichneten die VertreterInnen aller Alpbacher Initiativgruppen eine „Charta for Diversity“. StipendiatInnen aus der Ukraine lenkten mit einem Flashmob im Erwin-Schrödinger-Saal während der Politischen Gespräche die Aufmerksamkeit auf den aktuellen Konflikt in ihrer Heimat. Aus dem Blickwinkel junger EuropäerInnen berichteten die JournalistInnen der Alpbacher Medienakademie tagesaktuell vom gesamten Konferenzgeschehen. Kurz und bündig zum Durchklicken auf www.alpbach.org/alpbuzz, kritisch und hintergründig auf www.alpbach.org/magazines.

4.000 BesucherInnen, darunter 750 StipendiatInnen und zahlreiche Tagesgäste aus insgesamt 64 Nationen prägten das Bild der vergangenen 16 Tage. Insgesamt bot das Europäische Forum Alpbach 779 Stunden Programm, 60 Podiumsdiskussionen und 75 Breakout Sessions.