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Video: Ein Pionier erzählt

Der Holländer Jos de Blok fordert das Gesundheitssystem heraus – inzwischen in vielen Ländern der Welt.

In vielen westlichen Ländern wird Krankenpflege vor allem als Problem gesehen: steigende Kosten, überlastete MitarbeiterInnen, unzufriedene Patienten.

Beim niederländischen Unternehmen Buurtzorg ist die Situation anders. „So wie man Krankenpflege im Allgemeinen immer organisiert hat, ging es um Produktivität und vermeintliche Effizienz. Wir haben gesagt, nein, wir konzentrieren uns auf gute, nachhaltige Beziehungen zwischen Pflegerin und Patient“, sagt Pflege-Unternehmer Jos de Blok.

Bei Buurtzorg entscheiden die KrankenpflegerInnen selbst über die Betreuung ihrer Patienten, nicht eine praxisferne Verwaltung.

De Blok hat selbst als Krankenpfleger begonnen und machte sich mit einem kleinen Team selbstständig. Heute hat Buurtzorg 14.000 MitarbeiterInnen. In den kleinen, selbstverwalteten Pflegeteams arbeiten maximal 12 Arbeitskräfte.

Millionen versickern

„Im System werden 20 bis 30 Prozent des Geldes ausgegeben, die nicht zu mehr Pflege führen. Es fließt an Entscheidungsträger, Manager und viele Bereiche jenseits der KrankenpflegerInnen. Wir wollten bei Buurtzorg zeigen, dass man all diese Leute nicht für hochwertige Pflege benötigt“, sagt de Blok.

Er ergänzt, wenn andere als die PflegerInnen über den Betreuungsaufwand entscheiden würden, erhöhe sich die Zahl der Betreuungsstunden. Oft seien stundenlange Betreuungen gar nicht notwendig. Es geht eben um Geld.

Zur Frage der Kontrolle sagt de Blok, man vertraue der Selbstkontrolle. Im Buurtzorg-Modell kontrollieren einander die Team-Mitglieder. Mittlerweile sind 40 Länder dabei, das Konzept von Buurtzorg zu übernehmen, oder haben bei den Holländern Interesse bekundet.