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Mit dem Zauberknopf im Ohr

Der Wiener Cellist Friedrich Kleinhapl gastiert bereits zum vierten Mal in Alpbach.

Friedrich Kleinhapl wundert sich. Über unser Ohr, „von dem wir so wenig wissen“. Über unsere Gesellschaft, in der Hörprobleme nach wie vor Tabu sind. Und über den Bürokratie-Dschungel, der Betroffene verzweifeln lässt. Doch der Cellist will lieber handeln: Seine Frau, Heidrun Maya Hagn-Kleinhapl und er haben daher 2015 den Verein „Get a hearing“ ins Leben gerufen. Unter anderem mit den Erlösen aus Benefizkonzerten konnten sie bisher etwa 30 Kindern mit Hörminderungen eine Signalübertragungsanlage ermöglichen.

„Geht nicht, gibt’s nicht“: Friedrich Kleinhapl gastiert in Alpbach (Foto: Christian Jungwirth).

Der „Zauberknopf im Ohr“, wie ihn das musikalische Paar nennt, würde oft entscheiden, ob ein Kind eine Sonderschule besuchen müsse oder nicht. Am Mittwochmorgen stellen die Kleinhapls ihr Herzensprojekt vor: Mit Hörexperimenten auf der Terrasse des Congress Centrums wollen sie Aufmerksamkeit für das Thema Hören und die Anliegen von Menschen mit Hörminderungen schaffen. „Wir haben das Wundern und Staunen verlernt“, ist Kleinhapl überzeugt. Gelegenheit zum Staunen bietet sich auch am Dienstagabend, wenn der musikalische Grenzgänger und sein Orchester mit ihrem Programm „Bridges- von Bach bis Gulda“ in Alpbach auftreten.