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Pick of the day – 31.8.

Eine kapitalismus-kritische Künstlerin, unsere zweite „Alpbach-Debatte“ und ein Abend mit Evgeny Morozov.

15.30-16.00 Uhr | Heiss-Saal | Meet the artist: Christin Lahr

Christin Lahr eröffnet die Finanzmarktgespräche und steht anschließend für Fragen zur Verfügung. Sie überweist seit 31. Mai 2009 täglich einen Cent an das Bundesfinanzministerium in Berlin. In die Verwendungszeile schreibt die deutsche Künstlerin 140 Zeichen aus „Das Kapital“. Bis etwa 2052 würde sie 157 Euro und den ersten Band aus dem Buch von Karl Marx übermittelt haben.

Ein Cent pro Tag ans Finanzamt. Credit: APA/Hochmuth.

Im deutschen Ministerium hatte man mit dem geschenkten Geld zuerst keine Freude. Denn der minimale tägliche Zuschuss bedeutete für die Beamten zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Lahrs Geldgeschenke sind dabei nicht als Dreistigkeit gemeint, sondern als Teil einer fundierten Systemkritik. Passend zum Alpbach-Generalthema „Konflikt und Koopeation“ sieht Lahr sich als „David“, der wie im Tai Chi die größeren Kräfte des „Goliath“ gegen ihn verwendet. Denn Bankkonten sind für alle offen – auch jenes des deutschen Bundesfinanzministeriums.

Christin Lahr

16.00-17.30 Uhr | Elisabeth-Herz-Kremenak-Saal | Die Alpbach-Debatte: Die Zukunft des Euro

Tycho Onnasch. Credit: Oxford Union

Das zweite Mal nach Dienstag wird in Alpbach im Format der Oxford Union diskutiert. Diesmal wird die Frage diskutiert, ob eine Fiskalunion in Europa zum Wohle der gemeinsamen Währung wäre.

Die Moderation übernimmt der 21-jährige Tycho Onnasch aus Holland. Der Oxford-Absolvent in Geschichte und Politik ist ein Freund von leidenschaftlichen Debatten. „Wenn konträre Meinungen aufeinanderprallen, werden Argumente deutlich sichtbar und es entstehen auch neue Ideen. Mehr von dieser Kultur würde uns in Europa sehr gut tun“, sagt Onnasch.

Bei der Alpbach-Debatte am Donnerstagnachmittag wird wieder das Publikum entscheiden, welche Seite mehr überzeugt hat. Auch kurze Wortmeldungen von den ZuhörerInnen soll es laut Onnasch geben.

Grégory Claeys, Wilhelm Hemetsberger, Filippo Taddei, Andreas Treichl, Tycho Onnasch (Chair)

Evgeny Morozov. Credit: ORF/Thomas Jantzen

21.30-22.30 Uhr | Elisabeth-Herz-Kremenak-Saal | Special Lecture: Evgeny Morozov

Mit Evgeny Morozov kehrt einer der bekanntesten Kritiker des Silicon Valley nach Alpbach zurück. 2006 war der gebürtige Weißrusse bereits als Stipendiat beim Forum. Der „Guardian“-Kolumnist und Buchautor spricht darüber, wie Europa die Souveränität über seine Daten bewahren bzw. wiedererlangen könnte. „Die Share-Economy ist wie Neoliberalismus auf Steroiden“, sagte Morozov einmal zum deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Evgeny Morozov