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05: Marktumbrüche: Herausforderung und Chance für Innovation?

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Hauptschule
Breakout / Working Group
in deutscher Sprache

Umbrüche durch regulative Eingriffe, Einstieg neuer Wettbewerber, selbst Produkt- und Prozessinnovationen gefährden etablierte Geschäftsmodelle und zwingen Unternehmen zu einer nie dagewesenen Flexibilität und Stärkung ihrer Resilienz. Die Verschmelzung industrieller Produktion mit IKT („Industrie 4.0“) eröffnet zudem neue Möglichkeiten für gezielte Kundenorientierung, Effizienz und Services. Wie können sich etablierte Unternehmen „neu“ erfinden und Geschäftsmodellinnovationen die Wettbewerbsfähigkeit stärken? Wie gelingt es dynamischen Unternehmen, mit neuen Geschäftsmodellen zu „Leitbetrieben von morgen“ zu werden?

Vortragende

Partner, Business Development and Marketing, Speedinvest GmbH, Vienna
Chief Executive Officer, VERBUND AG, Vienna
Member of the Executive Board, TTTech Computertechnik AG, Vienna
Professor for Strategic Management, University of Innsbruck; Scientific Head, Executive MBA-Programme, Management Center Innsbruck Abstract
Die Zukunft der Innovation ist digital, exponentiell und kombinatorisch. Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Rechnerleistung, Download-Geschwindigkeiten, künstliche Intelligenz, Robotik - um nur einige Technologien zu nennen, entwickeln sich mit exponentieller Geschwindigkeit. Digitale Technologien werden miteinander kombiniert. Das mobile Internet beispielsweise, verbunden mit Wearables, 3D-Druck, mit künstlicher Intelligenz usw. eröffnet unüberschaubare neue Möglichkeiten. Kaum eine Branche ist nicht betroffen. Roland Berger Strategy Consultants schätzt das Verlustpotenzial bei Verschlafen der digitalen Transformation in Europa bis 2025 auf über 600 Milliarden an Wertschöpfungseinbußen. Viele der digitalen Technologien sind disruptiv. Sie werden Branchen radikal verändern, neue Geschäftsmodelle werden alte ablösen - in immer kürzeren Zeitabständen. Die Herausforderungen sind enorm. Viele Unternehmen, vor allem große, werden damit Schwierigkeiten haben. Sie werden die Entwicklungen unterschätzen, zu langsam reagieren. Und sie werden an ihren bestehenden Geschäftsmodellen festhalten. In der Regel sind es Neueinsteiger und Start-ups, deren disruptive Geschäftsmodelle Branchen verändern. So löste Netflix Blockbuster ab, so fordert Spotify die Musikindustrie heraus, so werden Fintechs die Bankenwelt verändern. Tesla ist ein Neueinsteiger in der Autobranche, ebenso Google-Car. Disruptive Innovationen sind lange Zeit uninteressant für etablierte Unternehmen, weil sie in kleinen Nischen beginnen und die Nischen sich nicht lohnen, weil die Technologien noch viele Kinderkrankheiten haben und deshalb im Massenmarkt nicht akzeptiert werden, weil es kaum funktionierende Geschäftsmodelle gibt, die genügend Ertragspotenzial haben und weil es viel verlockender ist, das bestehende, bewährte Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, als etwas Neues anzufangen. Wie können Industrieunternehmen erfolgreich die digitale Transformation bewältigen?
Denken in Geschäftsmodellen. Digitalisierung findet auf drei Ebenen statt: Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle. Insellösungen, die nicht in das gesamte Geschäftsmodell eingebettet sind, werden kaum ausreichen. Das erfordert strukturelle und kulturelle Veränderungen. Positionierung, Produkt, Wertschöpfungslogik, Marketing und Vertrieb sowie Ertragslogik müssen abgestimmt sein.
Open Strategy: Niemand kann heute sagen, woher die nächste große Idee kommt. Daher müssen Unternehmen sich in ihrer Strategiearbeit nach innen und außen öffnen: 90% der Geschäftsmodellinnovationen sind Imitation/Rekombinationen von Mustern aus anderen Branchen.
Innovationsgeschwindigkeit dramatisch erhöhen: Die Bibel in Silicon Valley ist Lean Startup von Eric Ries. Startups arbeiten anders als die Großen. Das Motto ist: Nicht Ewigkeiten brauchen um das perfekte Geschäftsmodell zu entwickeln. Schnell, einfach und auf das Wesentlichste konzentrieren ist das Motto. Die Kernfunktionen müssen aber perfekt sein, keine Kompromisse. Nach dem ersten Markfeedback wird weiterentwickelt.
Agilität steigern: Schnell auf den Markt um zu erkennen, ob das Geschäftsmodell funktioniert ist die Devise der Startups. Wenn nicht, gilt das Zauberwort Pivoting: Sofortige Anpassung und Korrektur. Trial and Error ist das Prinzip. Damit verbunden eine entsprechende Fehlerkultur. Möglichst schnell Fehler zu machen um zu lernen.
Mit Start-ups kooperieren: Große Unternehmen haben Vorteile. Sie haben Ressourcen, Größe, Macht und die Fähigkeiten Geschäftsmodelle effizient zu führen. Start-ups haben andere Vorteile. Sie sind innovativ, schnell, flexibel und risikobereit. Eine ideale Kombination, die man nutzen kann: Corporate Venturing, Corporate Incubation, Outside-in Start-up Programme Inside-out Platform Startup Programme.
Director Business Innovation, Daimler AG, Stuttgart
Managing Director, NVS - New Venture Scouting, Vienna; Member of the Board, respACT - austrian business council for sustainable development, Vienna
Deputy Director General, Federation of Austrian Industries, Vienna Chair
Head, Department of Research, Technology and Innovation, Federation of Austrian Industries, Vienna Coordination

Marie-Helene AMETSREITER

Partner, Business Development and Marketing, Speedinvest GmbH, Vienna

 University Degree, Business Administration, WU (Wirtschaftsuniversität Wien)
 MBA Programme, UCI - University of California, Irvine
since 1996 several Marketing and Strategy Positions, Mobilkom Austria Group
  Self-Employed, Consultant, Telecoms / CEE Region
  Director Group Marketing, Telekom Austria Group
  Director Corporate Sustainability, OMV
1999-2004 Chief Executive Officer, VIPnet, Croatia
since 2014 Partner, Speedinvest

Dipl.-Ing. Wolfgang ANZENGRUBER

Chief Executive Officer, VERBUND AG, Vienna

1977-1982 Study of Mechanical Engineering and Business Management, Vienna University of Technology
1983-1999 Leading Positions with SGP Simmering Graz Pauker AG, SYSTEC Industrieautomation GmbH, ABB Industrie GmbH, ABB Energie AG and ABB Industrie- & Gebäudesysteme GmbH
1999-2000 Member of the Managing Board, Salzburger Stadtwerke AG
2000-2003 Member of the Managing Board, Salzburg AG
2003-2008 Chief Executive Officer, Palfinger AG
since 2009 Chief Executive Officer, VERBUND AG

Mag. Georg KOPETZ

Member of the Executive Board, TTTech Computertechnik AG, Vienna

1991 Prüfungen in den Undergraduate Kursen für Mikro- und Makroökonomie, Harvard University Summer School
1992-1993 Harvard University World Model United Nations, Miedzyzdroje und Prag
1992-1996 Studium der Rechtswissenschaften, Abschluss: Magister iuris, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Universität Wien
1994 Institut für Staats- und Verwaltungsrecht, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Universität Wien
1995-1996 Europarecht und Völkerrecht (ERASMUS Stipendium), Université Paris II (Panthéon-Assas), Paris
1996 European Law Moot Court Competition, Kopenhagen
1996-1997 Grundwehrdienst, Wien
seit 1997 Gründungsgesellschafter und Vorstand (seit 1999), TTTech Computertechnik AG, Wien

Dr. Kurt MATZLER

Professor for Strategic Management, University of Innsbruck; Scientific Head, Executive MBA-Programme, Management Center Innsbruck

 Kurt Matzler ist Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck und wissenschaftlicher Leiter des Executive MBA-Programmes am MCI in Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Strategie und Innovation, Co-Creation, Open Strategy und M&A.
 
 Gastprofessuren bzw. Forschungsaufenthalte an der Wharton School, University of Pennsylvania, Fairfield University Connecticut, Southeast Missouri State University, Bocconi Universität Mailand. Zum Zeitpunkt seiner ersten Berufung an die Universität Klagenfurt (2003) war Kurt Matzler im Alter von 34 Jahren der drittjüngste Professor für Betriebswirtschaft im gesamten deutschsprachigen Raum. Er ist Autor bzw. Herausgeber von mehr als 20 Büchern und Verfasser von über 200 wissenschaftlichen Aufsätzen, unter anderem in Zeitschriften wie Strategic Management Journal, MIS Quarterly, Journal of Product Innovation Management, Journal of Management Information Systems, MIT Sloan Management Review, California Management Review, Information Systems Journal, Technovation, Creativity and Innovation Management, Journal of Economic Psychology, Marketing Letters, Industrial Marketing Management usw.

Wilfried STEFFEN

Director Business Innovation, Daimler AG, Stuttgart

1981 Masters Degree in Business Administration, Albertus-Magnus-University Cologne
1981-1993 various roles, Daimler-Benz AG, Stuttgart / Bremen
1993-1996 General Manager Corporate Controlling, Mercedes-Benz of North America, Montvale
1996-1999 Vice President Finance & Controlling, Mercedes-Benz of North America, Montvale
1999 Head Post-Merger Integration and Vice President, Global Sales & Marketing, DaimlerChrysler AG Stuttgart
2000-2003 Chief Executive Officer and Managing Director, DaimlerChrysler Switzerland
2003-2010 President & Chief Executive Officer, Mercedes-Benz UK Limited (formerly DaimlerChrysler UK Limited)
since 2011 Head, Business Innovation, Daimler AG Stuttgart

Mag. MBA Werner WUTSCHER

Managing Director, NVS - New Venture Scouting, Vienna; Member of the Board, respACT - austrian business council for sustainable development, Vienna

 Study, Jurisprudence, Karl-Franzens-Universität Graz
 Masters Degree, Harvard University, Cambridge, MA
 during University: Austrian Economic Chamber
1994 Office of the Minister of Agriculture and Forestry
1995-1999 Head of Cabinet, Federal Minister Wilhelm Molterer
1999 Secretary-General, responsible for Corporate Governance, Agrana Beteiligungs-AG
2000-2007 Secretary-General, Federal Ministry of Agriculture, Forestry, Environment and Water Management
  Transport, Human Resources and Human Resources Development, Real Estate and Expansion, IT,
  Public and Legal Affairs), organic brands "Ja! Natürlich" and "Wegenstein", REWE International AG
2007-2011 COO and Member, Executive Board (Strategy, Finance, Sustainability, Logistics and
since 2010 Board Member, respACT - austrian business council for sustainable development
since 2012 Vice President, Eco Social Forum Austria and Europa
since 2012 Business Consultant und Business Angel

Ing. Mag. Peter KOREN

Deputy Director General, Federation of Austrian Industries, Vienna

1988 Landwirtschaftlich/technische Matura mit Auszeichnung
1988-1995 Studium der Rechtswissenschaften, Karl-Franzens-Universität Graz
1995-1996 Stage, Generaldirektion Landwirtschaft, Europäische Kommission, Abteilung Agrarrecht, Brüssel
1996-1997 Trainee, Industriellenvereinigung (IV): Österreichischer Raiffeisenverband, Confederation of British Industry (CBI)
1997-2000 Ministersekretär, Kabinett des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
2001-2003 Beauftragter des Konzern-Vorstandes, Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG (Verbundgesellschaft)
seit 2004 Vize-Generalsekretär, Industriellenvereinigung
2015 Executive Certificates in Strategy and Innovation, Leadership and Management, MIT, Boston, USA

Mag. Isabella MERAN-WALDSTEIN

Head, Department of Research, Technology and Innovation, Federation of Austrian Industries, Vienna

1991-1997 Studium der Betriebswirtschaft, Wirtschaftsuniversität Wien
1998 Referentin, Ministerium für Auswärtige Angelegenheit, Sektion III Wirtschaftspolitische Integration, Abteilung III.6 Umwelt und Energie
1999-2000 Expertin, Industriellenvereinigung, Büro Brüssel
2000-2005 Projektleiterin und Expertin, Bereich Industriepolitik, Industriellenvereinigung, Wien
2006-2013 Projektleiterin und Expertin, Bereich Industriepolitik und im Bereich Internationale Angelegenheiten, Industriellenvereinigung, Wien
2013-2016 Stellvertretende Bereichsleiterin Innovation & Technologie, Bereich Ressourcen & Infrastruktur, Innovation & Technologie, Industriellenvereinigung, Wien
seit 2016 Bereichsleiterin Forschung, Technologie & Innovation; Industriellenvereinigung, Wien

Technologiegespräche

Timetable einblenden

27.08.2015

10:00 - 12:30TechnologiebrunchSocial
13:00 - 13:10Eröffnung der Alpbacher Technologiegespräche 2015Plenary
13:10 - 14:00FTI-TalkPlenary
14:00 - 15:30Zukünftiges Leben mit der MaschinePlenary
16:00 - 17:30Cyber Physikalische SystemePlenary
19:45 - 21:15Regional Debate Central Eastern EuropePlenary
21:15 - 23:30AbendempfangSocial
21:15 - 23:30KarriereloungeSocial

28.08.2015

09:00 - 10:30BioökonomiePlenary
09:00 - 18:00Junior Alpbach - Wissenschaft und Technologie für junge MenschenBreakout
09:00 - 15:00Ö1 Kinderuni Alpbach - Wissenschaft und Technologie für KinderBreakout
10:50 - 12:15Complexity SciencePlenary
12:15 - 13:00Imbiss für die TeilnehmerInnen der Breakout SessionsSocial
13:00 - 18:00Breakout Session 01: 2015: Das Ende der EnergiewendeBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 02: Bio-Economy in Action: Nationale Bioökonomie-Strategien im VergleichBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 03: Human Enhancement Technologien: Verstärkung oder Reduktion von UngleichheitBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 04: Forschungsförderung zwischen Risiko, Kreativität und MainstreamBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 05: Marktumbrüche: Herausforderung und Chance für Innovation?Breakout
13:00 - 18:00Breakout Session 06: Entrepreneurship: Was kann das Wissenschaftssystem beitragen?Breakout
13:00 - 18:00Breakout Session 07: Spiele der UnGleichheitBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 08: Physisches Internet: Überragende Vision für Logistik und MobilitätBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 09: Dynamik durch Heterogenität: Wie Wirtschaft und Forschung von Unterschieden profitierenBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 10: Energiewende: Gleiches Ziel - ungleicher WegBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 11: Wasserstoff und Brennstoffzelle: Kommt der Marktdurchbruch?Breakout
13:00 - 18:00Breakout Session 12: Leuchtende Zukunft? Herausforderungen und Chancen der LED-BeleuchtungBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 13: Wahrheit und Wirklichkeit: Zur Bedeutung von Modellen in Ökonomie, Wissenschaft und PhilosophieBreakout
13:00 - 18:00Breakout Session 14: Virtuelles Lernen: Chancen(Un)Gleichheit im Bildungsbereich?Breakout
20:00 - 21:30Urban Innovators Challenge - Start Up Your CompanyPartner

29.08.2015

09:00 - 10:30Das Media Lab des MIT zu Gast bei den TechnologiegesprächenPlenary
10:30 - 11:30UnGleichheit: Die neue SeidenstraßePlenary
11:50 - 13:15Kunst, Design und Architektur als Labor der Digitalen ModernePlenary
13:15 - 13:30Abschluss-Statement der Alpbacher TechnologiegesprächePlenary
13:30 - 14:00Imbiss zum Abschluss der VeranstaltungSocial