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Die Finanzierung Europas: Woher kommt das Geld der EU?

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Festsaal
Plenary / Panel
German and English language

Vortragende

Chief Economist, UniCredit Bank Austria AG, Vienna Abstract
Einer der wesentlichsten Gründe dafür, dass die europäischen Institutionen, mit Ausnahme der EZB, keinen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Eurokrise leisten konnten war die Tatsache, dass sie über keine Budgets verfügen. Eine Zwischenlösung wurde zwar mit dem ESM gefunden, er kann jedoch die Möglichkeiten dauerhafter Einnahmen nicht ersetzen. Will die EU, vor allem der Euroraum, langfristig bestehen, muss es zu einer deutlich stärkeren fiskalischen Integration kommen. Dies bedeutet deutlich mehr als fiskalische Regeln für Nulldefizite. Mehr Geld heißt gleichzeitig jedoch auch mehr demokratische Verantwortung und Legitimierung. Dass Haushaltsdisziplin und Demokratie offensichtlich schwierig zu vereinbaren sind, gilt nicht nur in der EU.
Leiter, Abt. III/2: Koordination von EU-Angelegenheiten, Bundesministerium für Finanzen, Wien Abstract
Das gegenwärtige Finanzierungssystem der EU ist intransparent und kompliziert, und es wird von den meisten Mitgliedstaaten als ungerecht empfunden. Die Debatte über die Höhe und die Ausgestaltung des Finanzrahmens ist weniger dadurch bestimmt, welchen Mehrwert ein Programm für Europa, sondern welchen Mehrwert es für den einzelnen Mitgliedstaat bringt. Die Einführung einer EU-Steuer würde die Nettozahler-/ Nettoempfängersicht zwar nicht beseitigen, könnte sie aber zumindest entschärfen. Gleichzeitig kann die Ausgestaltung des Finanzierungssystems nicht unabhängig von der Ausgabenstruktur diskutiert werden: Je mehr es gelingt, die Ausgabenseite zu reformieren und auf  zukunftsorientierte Aufgaben zu fokussieren, desto weniger sind komplizierte einnahmenseitige Korrekturmechanismen er-forderlich. Letztlich stellt sich die Frage, inwieweit die Ausstattung des EU-Haushaltes ange-sichts der geänderten Rahmenbedingungen und Herausforderungen (Wachstums- und Be-schäftigungsförderung, Klimaschutz und Ressourcensicherheit, Bewältigung der Schulden-krise) noch zeitgemäß ist.
Professor, Department of Public Policy and Director, Center for European Union Research, Central European University, Budapest Abstract
Die Diskussion der Frage, was die Finanzierung der EU bedeutet, hat sich in der Post-Lissabon-Periode dramatisch gewandelt. Die Reaktionen der EU auf die Finanzkrise bedeuten bislang unbekannte finanzielle Verpflichtungen auf Seiten der Mitgliedstaaten. Diese Verpflichtungen erreichen Dimensionen, die mit der hergebrachten Debatte über den EU Haushalt nicht vergleichbar sind. Die Finanzkrise bringt in dramatischem Ausmaß ein Problem zum Vorschein, was der Entwicklung der EU letztlich seit dem Vertrag von Maastricht zugrundeliegt. Die Dezentralisierung von Verantwortlichkeiten in so wichtigen Feldern wie der Haushalts-, Außen- oder Sicherheitspolitik bedeutet keineswegs, dass sich diese Bereiche kostenneutral verhalten. Es ist an der Zeit, einzugestehen, dass mit der Vertiefung des Integrationsprozesses die wechselseitigen Verantwortlichkeiten zugenommen haben.
Secretary General, Austrian Society for European Politics, Vienna Chair

Mag. Stefan BRUCKBAUER

Chief Economist, UniCredit Bank Austria AG, Vienna

 Stefan Bruckbauer leitet den Makro- und Bankenmarktresearch für Österreich der UniCredit Bank Austria und ist Chefvolkswirt der Bank Austria.
 Zuvor war er lange Jahre in der Abteilung Volkswirtschaft der Bank Austria und ihrer Vorgänger beschäftigt. Davor war er als Assistent und Projektmitarbeiter an der Universität Linz tätig. Stefan Bruckbauer ist Magister der Volkswirtschaftslehre der Universität Linz. Neben seiner Tätigkeit in der UniCredit Bank Austria war er lange Jahre Lektor für Volkswirtschaftstheorie an der Universität Linz und Lektor an der Fachhochschule für Bank- & Finanzwirtschaft Wien und ist derzeit Referent speziell zu Zins-, Währungs- und Konjunkturfragen und zum Euro, Vortragender beim Fonds- und Portefeuillemanagementlehrgang der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften, der Bankakademie und anderer Institutionen.

Mag. Erhard MOSER

Leiter, Abt. III/2: Koordination von EU-Angelegenheiten, Bundesministerium für Finanzen, Wien

1982 Abschluss des Studium der Volkswirtschaft, Johannes Kepler Universität Linz
1983 Eintritt in das Bundesministerium für Finanzen
1992-1996 Ständige Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union, Brüssel
seit 1999 Leiter, Abteilung für die Koordination der EU- Politiken, Bundesministerium für Finanzen, Wien

Ph.D. MA Uwe PUETTER

Professor, Department of Public Policy and Director, Center for European Union Research, Central European University, Budapest

 Uwe Puetter is Professor at the Department of Public Policy (DPP) and Director of the Center for European Union Research (CEUR). He holds the Jean Monnet Chair in European Public Policy and Governance awarded by the European Commission.
 From 2006 to 2008 Uwe Puetter served as first Head of DPP. Originally he had joined Central European University in September 2004. In the context of the MA and PhD degree programs he is teaching courses on European integration, comparative politics and socio-economic governance.
 He holds a PhD from Queen's University Belfast, Northern Ireland/UK. Specialising in the area of comparative European politics, international relations and European political economy he carried out the first comprehensive institutional analysis of the so-called Eurogroup - the informal circle of finance ministers coordinating the economic policies of the euro area countries. For his research on the Eurogroup Uwe Puetter has received the 'Lord Bryce Prize for Best Dissertation in International Relations/ Comparative Studies in 2003-2004' awarded by the Political Studies Association in the United Kingdom, and the 'Ernst B. Haas Prize' sponsored by the European Politics and Society Section of the American Political Studies Association.
 His research monograph 'The Eurogroup' was published with Manchester University Press in 2006. In 2009 he published the book 'Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU' (The economic and social policy of the EU) with UTB. He is currently working on a monograph about deliberative intergovernmentalism in EU policy-making which reviews the changing role of the European Council and the Council.
 The main research interests of Uwe Puetter are in the fields of comparative European politics and European integration studies. He has a particular interest in processes of institutional change in the enlarged European Union, both at the national and European level. His current research also concentrates on European socio-economic governance including Economic and Monetary Union (EMU), as well as processes of policy learning and epistemic communities.
 Together with Andrea Lenschow at the University of Osnabrück Uwe Puetter has organised the international conference 'Enlargement - five years after: The state of European integration and new challenges for the discipline' in May 2009. In the context of the ECPR Joint Sessions in Münster which took place in March 2010 he organised together with Dermot Hodson at Birkbeck College, London the workshop 'Contested policies: European socio-economic governance and the global economic crisis'. During the academic year 2008-09 Uwe Puetter was a Visiting Fellow with Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.
 Uwe Puetter has served on the Committee of the 'University Association for Contemporary European Studies' (UACES) from 2007-2009 and is a member of the 'Sprecher/innen'-team which coordinates the 'Arbeitskreis Integrationsforschung' of the 'Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft' (AKI-DVPW) - the working group on European integration research of the German Association for Political Science.

Mag. Paul SCHMIDT

Secretary General, Austrian Society for European Politics, Vienna

2001-2006 Expert for European Policy, OeNB (Central Bank of the Republic of Austria), Brussels/Basel/Paris
  Representation of Austria to the European Union, Brussels
2006-2009 Deputy Head, Representative Office of the OeNB (Central Bank of the Republic of Austria) at the Permanent
since 2009 Secretary General, Austrian Society for European Politics, Vienna

Wofür soll die EU ihr Geld ausgeben?

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21.03.2012

19:00 - 22:00AuftaktempfangSocial

22.03.2012

09:30 - 10:00BegrüßungPlenary
10:00 - 12:00Die Finanzierung Europas: Woher kommt das Geld der EU?Plenary
12:00 - 14:00MittagspausePlenary
14:00 - 16:00Europäische Finanzierungsinstrumente: Wer zahlt was und wie viel?Plenary
16:00 - 16:15KaffeepausePlenary
16:15 - 18:15Europäische Regionalpolitik: Das Europa der Reichen und ArmenPlenary
20:00 - 22:00AbendempfangSocial

23.03.2012

09:00 - 11:00Die EU und ihre NachbarnPlenary
11:00 - 11:30KaffeepausePlenary
11:30 - 13:30Wofür steht Europa?Plenary
13:30 - 13:45SchlusswortePlenary