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Eröffnungskonzert „Mind the Gap“ – Trio für Violine, Klavier und ein Metronom von Sebastian Themessl

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Erwin-Schrödinger-Saal
Culture / Lecture
in deutscher Sprache

CHRONOS

Inventionen zu einem zeitlosen Thema

Ein musikalischer Beitrag zum Auftakt des Europäischen Forum Alpbach 2008

Der Beitrag besteht aus zwei Teilen und beruht auf den besonderen räumlichen Gegebenheiten des Kongresszentrums in Alpbach:

1. Teil: Auftakt
27 Stufen führen im Kongresszentrum entlang des gläsernen Lichtkegels von der ersten in die zweite Etage. In Hinblick auf die Überakustik des Raums, schien es verlockend, diese Möglichkeit klanglich zu nutzen:
Etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung im Schrödinger-Saal (16.27 Uhr) soll deshalb das Poéme Symphonique von György Ligeti in modifizierter Form erklingen.
Das Poéme, erstmals durchgeführt am 13. November 1962 in Hilversum, Niederlande, ist ursprünglich für 100 mechanische Metronome konzipiert und dauert etwa 26 Minuten.
In unserer Fassung werden 27 Metronome, die 27 verschiedene Tempi schlagen, auf den 27 Stufen des Raums aufgestellt, und zwar:
– in Reihenfolge ihres Tempos: das schnellste Metronom steht unten, das langsamste auf der letzten Stufe. Da mechanische Metronome eine ungefähr vorhersehbare Laufdauer aufweisen (bei richtiger Voreinstellung laufen die schnellsten auch als erste aus), wird die Klanginstallation von unten nach oben führen, jenen Weg, den alle Besucher der Veranstaltung beschreiten müssen (das langsamste Metronom oben wird als letztes aufhören zu schlagen).
– jeweils einmal am linken Rand der Stufe, einmal am rechten. Dadurch entsteht eine Art Spalier von sukzessiv Schritt für Schritt langsameren Metronomen für jeden, der die Treppe aufwärts besteigt und vice versa.
Die Installation eröffnet eine Reihe von Rezeptionsmöglichkeiten, die sich gegenseitig durchdringen:
– Sie ist als sich entwickelndes akustisches Phänomen von verschiedenen Punkten des Raumes aus hörbar.
– Sie entwickelt etwa ab der Hälfte der Dauer eine optische Dramaturgie (hin zum ersten Stock), die mit einer Verminderung der akustischen Aktionsdichte korreliert.
– Sie ist als raumbildendes Phänomen von zwei Seiten verschieden begehbar (ritardierend/aufwärts oder accellerierend/abwärts).

Und sie schließt durch diese Vielseitigkeit eine objektiv gleiche Wahrnehmungsmöglichkeit der Anwesenden (im Unterschied zur Bühnensituation) aus, da sie an jedem Punkt des Raumes verschieden in Erscheinung tritt und Binnenräume bzw. Microstrukturen beinhaltet, die unmöglich gleichzeitig wahrgenommen werden können. (Jener, der am Geländer steht, hört etwas völlig anderes als jener, der beispielsweise das große Ritardando der Metronome verfolgt etc. Aus dieser Disposition ergibt sich auch, dass dem Gleichgültigen die Installation als unsinniger Lärm erscheinen wird, während ihr der Hellhörige verschiedene Aspekte wird abgewinnen können.)

Begrüßt wird der Gast bei Eintritt in die Installation auf der untersten Stufe durch ein kleines Schild der London Underground mit dem freundlichen Hinweis: Mind the gap.
2. Teil: Mind the Gap
Eine Komposition für Violine, Klavier und ein Metronom.
Als zweiter Programmpunkt nach der Eröffnung nehmen die Solisten Ivana Pristasova (Violine) und Gottlieb Wallisch (Klavier) das Motiv des schlagenden Metronoms (das im Flügel positioniert ist) auf und entfalten daraus einen musikalischen Dialog, der auf den Prinzipien der Entwickelnden Variation und der Begrenzten Aleatorik beruht vergängliche Inventionen zu einem zeitlosen Thema

Violinistin, Bratislava
Pianist, Wien
Komponist, Wien

Ivana PRISTASOVA

Violinistin, Bratislava

Konzertmeisterin des Orchesters "Kammersolisten Bratislava" Gründung des TRIO EIS zusammen mit Petra Ackermann (Bratsche) und Roland Schueler (Violoncello)
 Violinstudium am Konservatorium in Bratislava, an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. M. Frischenschlager und Prof. E. Tchougaeva
 intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik
seit 2000
2001

Gottlieb WALLISCH

Pianist, Wien

 Mit vier Jahren begann er das Klavierspielen und wurde im Alter von sechseinhalb Jahren als damals jüngster Schüler in die Begabtenklasse der Universität für Musik und darstellende Künste in Wien aufgenommen. Mit sieben Jahren stand er zum ersten Mal auf der Konzertbühne um im Alter von zwölf Jahren im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins zu debütieren. Später führte er seine Studien in Berlin und Paris fort. Ein Konzert unter der Leitung von Lord Yehudin Menuhin gab 1996 den Startschuss zu Wallischs internationaler Karriere: Mit der Sinfonia Varsovia führte der damals 17-Jährige in Wien das 5. Klavierkonzert von Beethoven auf. Seitdem ist Wallisch mit seinem weit gefächerten Konzertprogramm in den wichtigsten Sälen und Festivals der Welt zu Gast. Unter den Dirigenten, mit denen er als Solist bereits auftrat, sind Giuseppe Sinopoli, Sir Neville Marriner, Dennis Russell Davies, Kirill Petrenko, Louis Langrée, Lawrence Foster, Walter Weller, Martin Haselböck und Christopher Hogwood.

Sebastian THEMESSL

Komponist, Wien

Umfangreiche Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien als Schüler Erich Urbanners
 Beginn der kompositorischen Ausbildung am Tiroler Landeskonservatorium bei Prof. Martin Lichtfuss
1996-2003
 seither Freischaffender Komponist

Kunst- und Kulturprogramm

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kategorie: Alle Culture Plenary
Genre : Alle Lecture Panel