zum Inhalt
Header Image

Wissen für alle? – Neue Medien und geistiges Eigentum

-
Aula der Universität Innsbruck
Plenary / Panel
in deutscher Sprache

Vortragende

Geschäftsführerin, Literar-Mechana - Wahrnehmungsgesellschaft für Urheberrechte GesmbH, Wien Abstract
Die gesetzgeberische Bewältigung von Nutzungen im digitalen Umfeld stellt sicherlich eine große Herausforderung dar; größer als sie bei den Medienumbrüchen in der Vergangenheit war, wie etwa beim Aufkommen des öffentlichen Rundfunks, des Kabelfernsehen oder der Privatkopie, ist sie aber nicht.

Der Konsument von heute steht vor der Distributionsmaschine Internet und dem dahinter liegenden Dschungel. Man braucht daher Urteilskraft, um sich zu orientieren. Zu dieser gelangt man, wenn man ein Fundament aus Bildung und Rechtssicherheit hat.

Vom Gesetzgeber wird verlangt, dass er einen Spagat auf einem Drahtseil macht. In einem kontinuierlichen Prozess muss sich die Urheberrechtsordnung den beständigen verfassungsrechtlichen Gegebenheiten und den sich ständig ändernden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen anpassen, ohne aber ihre gesetzlich festgelegten Grundsätze und Ziele außer Acht zu lassen. So ist es unabhängig davon, welche Nutzung es zu regeln gilt, sei es nun für anstehende Digitalisierungsprojekte von Bibliotheksbeständen oder etwa den angemessenen Ausgleich für die zulässige Privatkopie auf Computerfestplatten, es darf dabei nicht übersehen werden, dass im Zentrum der Überlegungen der Urheber und dessen (geistiges) Eigentum steht, dessen Absicherung eine der kardinalsten Aufgaben des Staates ist, zumindest solange die Eigentumsgarantie in der Verfassung steht.

Nur wenn der Gesetzgeber geeignete Rahmenbedingungen schafft, die es dem Rechteinhaber auch ermöglichen, Rechtsverletzungen im Internet effektiv verfolgen zu können, wird er das Ausmaß der Verfügbarkeit steigern. Andernfalls wäre das Internet ein Tatort potentieller Rechtsverletzungen, den ein umsichtiger Rechteinhaber nur versuchen kann, großräumig zu umgehen, wobei er aber auf einen aussichtsreichen Vertriebsweg und der Konsument wiederum auf attraktiven Content verzichten muss. Diese Option kann nicht im Interesse der Bildungsgesellschaft sein.
Geschäftsführer, Czernin Verlags GmbH; Vorsitzender, Österreichischer Verlegerverband, Wien
Autor und Wirtschaftsjurist, München Abstract
Ein historischer Vergleich der Entwicklung der für den Buchmarkt relevanten Faktoren (Autorenhonorar, Neuerscheinungen, Buchpreise, Auflagengröße und Verbreitung der Schriften) zwischen Großbritannien und Deutschland zeigt, dass das Urheberrecht jedenfalls bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nachteilige Folgen für die Allgemeinheit und den Großteil der Autoren hatte. Der durch die Absenz des Urheberrechts wirksame Wettbewerb hatte eine effiziente Buchhandelsbranche zur Folge, so dass Deutschland (der Deutsche Bund) im 19. Jahrhundert nicht nur zur führenden  Buchnation wurde, sondern auch eine außergewöhnliche wissenschaftliche Entwicklung vollzog, die sich in dem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts niedergeschlagen hat.

Die Untersuchung zeigt, dass die typischen Annahmen zu den Vorteilen des geistigen Eigentums fehlerhaft sind. Dies gilt auch dann, wenn wie heutzutage nicht mehr das verfügbare Einkommen der potentiellen Leser der limitierende Faktor ist.
Professor of Internet Governance and Regulation, Oxford Internet Institute, University of Oxford Abstract
Auseinandersetzungen, darüber wer Zugang zu welchem Wissen hat, sind zu erwartende Alltagserscheinungen in einer sich etablierenden Informationsgesellschaft. Die politische Ökonomie der Rechte an geistigem Eigentum ist vorhersehbar. Was hingegen unser Interesse verdient, sind die veränderten Erwartungen der NutzerInnen - ebenso wie Konzentrationserscheinungen der Informationsflüsse. Paradigmatische Veränderungen sind notwendig - sollen sie erfolgreich sein, müssen sie auf einem Fundament von empirischen Fakten ruhen, nicht auf Mythen und Ideologien.
Ehemaliger Vorstand, Kulturabteilung, Amt der Tiroler Landesregierung, Innsbruck Chair

Dr. Sandra CSILLAG

Geschäftsführerin, Literar-Mechana - Wahrnehmungsgesellschaft für Urheberrechte GesmbH, Wien

1998-2000 Verlagsleitung, Fechter Musikverlag
2001-2008 Leiterin der Abteilung für Rechts- und Auslandsbeziehungen, Literar-Mechana
 
 Vortragstätigkeit (Auswahl):
seit 2008 Geschäftsführerin, Literar-Mechana
  Lektorin, Postgraduate-Lehrgänge für Journalisten, WIFI
  Lektorin, Theaterdramaturgie, Volkshochschule Wien
seit 2007 Lektorin, Fachhochschule für Publizistik und Journalismus, WIFI
seit 2010 Lektorin, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien

Benedikt FÖGER

Geschäftsführer, Czernin Verlags GmbH; Vorsitzender, Österreichischer Verlegerverband, Wien

1988-2000 Studium der Biologie und Germanistik in Wien (ohne Abschluß). Forschungsaufenthalte an der Universität Oxford (UK), an der Universidad Nacional de Luján (AR) und in Uruguay
1997-2004 Freier Wissenschaftsjournalist und Autor u.a. bei der Tageszeitung Die Presse
seit 2004 Geschäftsführender Gesellschafter, Czernin Verlag, Wien
seit 2009 Vorsitzender, Österreichischer Verlegerverband sowie Vizepräsident, Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels

Eckhard HÖFFNER

Autor und Wirtschaftsjurist, München

 Studium Rechtswissen, Geschichte und neue deutsche Literatur, Dissertation zum Urheberrecht
1993 Mitgründung des SPEAK-Verlags
seit 1995 als Rechtsanwalt tätig; diverse Tätigkeiten als Autor, Herausgeber oder Verleger.

Dr. Viktor MAYER-SCHÖNBERGER

Professor of Internet Governance and Regulation, Oxford Internet Institute, University of Oxford

1986 Founder, Ikarus Software
1999-2008 Associate Professor of Public Policy, Harvard Kennedy School of Government
2008-2010 Associate Professor of Public Policy and Director, Information and Innovation Policy Research Centre, Lee Kuan Yew School of Public Policy, National University of Singapore
2009-2011 Economic Policy Adviser to Austrian Minister of Finance Dr. J. Pröll
since 2010 Professor of Internet Governance and Regulation, Oxford Internet Institute, University of Oxford

Dr. Christoph MADER

Ehemaliger Vorstand, Kulturabteilung, Amt der Tiroler Landesregierung, Innsbruck

 Studium der Geschichte und Alten Geschichte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
1976 Promotion
1976-1978 Universitätsbibliothek Innsbruck
1978-1980 Diplomatische Akademie Wien
1980-2006 Kulturabteilung, Land Tirol
seit 1989 Vorstand Kulturabteilung, Land Tirol
1997-2003 "Gemeinsamer Ländervertreter" in EU-Kulturangelegenheiten

Kultur und Wirtschaft 2011

Timetable einblenden