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Wo das Fremde Wurzeln schlägt

Die Alpbacherin Gabriele Walcher öffnet ihre Gartentür für Besuch aus nah und fern.

Nein, Gabriele Walcher will niemanden pflanzen. Tatsächlich ist es ihr voller Ernst, wenn sie sich als Integrationshelferin für Salbei, Ringelblumen und Stangenbohnen vorstellt. „Auf Wanderschaft. Pflanzen und andere Integrationswunder“ heißt das Projekt, das gemeinsam mit Botanikern der Uni Innsbruck, Schloss Ambras und der Boku Wien entstanden ist. Im Mittelpunkt stehen Pflanzen, die aus der Ferne stammen, aber in Alpbach heimisch geworden sind.

Mit heimisch gewordenen Exoten im Haar: Gabriele Walcher aus Alpbach (Foto: Maria Noisternig)

Gabrieles Garten ist eine der Stationen der Freiluftausstellung, zu der das Europäische Forum Alpbach zwischen 19. und 30. August jeden Mittwoch und Samstagabend einlädt. Für Gabriele verrät einem das eigene Beet viel über das nicht immer leichte Thema Integration: „Mein Garten mag für manche etwas wild aussehen, aber erst die Mischkultur macht die Pflanzen so gesund. Sie stärken sich gegenseitig“, weiß die 37-Jährige. Im Garten wie im Zusammenleben brauche es aber Geduld. „Wir können nicht alles beeinflussen und müssen Fehler zulassen. Am Ende profitieren wir aber von der Vielfalt.“ Und manchmal fügt sich das Fremde dann so gut in die Farbenpracht ein, dass der vertraute Nachbar erst durch den Hinweis der Botaniker seinen Migrationshintergrund offenbart.