to Content
Header Image

Runder Tisch: Über Emotionen auf der Bühne und auf dem Rasen

-
Plenary
german language

Speakers

Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft in der Republik Österreich, Wien
Leiter der Abteilung für Kunst- und Kultursoziologie, Universität für angewandte Kunst, Wien Abstract
Fußball
Spiel & Spektakel

These I
Fußball ist ein massenkulturelles Phänomen, das aus dem Sportparadigma alleine heraus nicht begriffen werden kann.
Fußball bezieht seine Attraktivität und Spannung aus der Wechselwirkung von Konkurrenz und Kooperation, aus der Dynamik sich stets ändernder Konfigurationen. Jedes Spiel ist eine jeweils eigene Narration, die erzählt wird von Spielern, Schiris und Zusehern und aus sich heraus wiederum eine Vielzahl von weiteren Narrativen und Diskursen evoziert. So gesehen symbolisiert der Fußball "das ganze Leben", entlang der Inszenierungen und Metaphorisierungen klassischer Mythen und Polaritäten: David vs. Goliath, Arm vs. Reich, Helden vs. Gehilfen, Ungerechtigkeit vs. Gerechtigkeit, Hoffnung vs. Enttäuschung etc.
Fußball ist, geografisch wie sozial, ein mögliches (manchmal das einzige) Aufstiegsvehikel, von seiner Anlage her multikulturell und international. Zugleich konzentrieren sich um das Spiel als gesellschaftliches Phänomen exemplarisch aber auch Marginalisierung, Nationalismen, Rassismus und Chauvinismus. Fußball ist von seiner Tradition her ein maskulin dominierter Sport der unteren sozialen Schichten, der im Zuge seiner Modernisierung/Globalisierung Zugänge auch für Frauen öffnet, und zwar in beiden Segmenten, jenem der Aktiven ebenso wie jenem der Fans. Diese "Integration" verläuft jedoch widersprüchlich und im Spannungsfeld konkreter Sexismen.

These II
Die Behauptung, dass Fußball Freude bereiten soll, basiert auf einem kulturindustriell vermittelten Missverständnis. Gedacht als Gegenargument zur (bildungs)bürgerlichen Zurückweisung des Spiels als  Proletensport geht eine solche Sichtweise doch am Kern der Sache vorbei. Als besonderes popularkulturelles Massenspektakel lebt der Fußball zu aller erst und wesentlich von der uneingeschränkten, ja bornierten Parteilichkeit derer, die nicht bloß das Spiel, sondern eine bestimmte Mannschaft lieben  und damit von deren Leidensfähigkeit. Bereits vor mehr als drei Jahrzehnten hat der englische Kultursoziologe Chas Critcher die vage bestimmte Gesamtmenge der so genannten Fußballinteressierten in die Subkategorien der Angehörigen, der Kunden und der Konsumenten differenziert. Erstere verstehen sich als Teil einer historisch gewachsenen Kultur, die sich in der Mannschaft manifestiert, der sie anhängen, zweitere gustieren gelegentlich das, was sie ein gutes Spiel nennen, für letztere schließlich bedeutet Fußball nicht mehr als eines von den vielen möglichen Unterhaltungsangeboten, die gegebenen Falls Anlass zur kontrollierten Exaltiertheit/Exaltierung bieten. Hingedacht auf die Niederungen der österreichischen Fußballwirklichkeit - wir bleiben auf der Ebene der Bundesliga - fänden sich die Angehörigen beispielsweise bei Traditionsvereinen wie dem SK Rapid und die Konsumenten gewiss idealtypisch bei Red Bull Salzburg. Die Propagandisten von massenmedialen Großinszenierungen wie die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft, zielen vordringlich auf die versammelte Klientel der Kunden und Konsumenten. Mit ihren Versprechungen von fairen und schönen Spielen mögen sie diese zu täuschen im Stande sein, all jene, die wissen, dass Fußball eine sich ständig wiederholende Passionsgeschichte mit wenigen Momenten der (vorübergehenden) Erlösung erzählt, können sie nicht täuschen.

Über die Verortung des Fußballs
Mit der herannahenden EURO 2008 in der Schweiz und Österreich wird es wieder einmal deutlich, und es ist ja auch keine allzu große Neuigkeit mehr, Fußball ist nicht so sehr ein Sportspiel, sondern ein globales Medienspektakel. Wer in diesen Tagen einen Blick in die diversen Zeitschriften und Hochglanzmagazine wirft oder durch die Kanäle zappt, dem wird nicht entgehen können, dass hier mehr auf dem Spiel steht, als Verlust oder Gewinn nationaler Ehre via Fußball. Gewiss ist dies ein wichtiger Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Andererseits haben wir es mit einem globalen Spektakel mit global vermarkteten Stars zu tun, die nicht mehr simpel national kodiert sind. David Beckhams Wechsel zu Real Madrid zum Beispiel war wohl weniger dessen fußballerischem Können als seinem Appeal als Quasi-Popstar auf dem ostasiatischen Markt geschuldet. Spätestens seit dem so genannten Bosman-Urteil des Europäischen Gerichtshofes (1995), das die Freizügigkeit der Arbeitskraft Fußballspieler neu regelte, ist die Anzahl der Spieler, die bei einem Verein ihrer eigenen Nationalität spielen dramatisch gesunken. Arsenal London  und das ist nur ein Exempel  trat in der diesjährigen Saison mehrfach ohne einen einzigen englischen Spieler an. Selbst im fußballerisch eher unbedeutsamen Österreich finden sich im Kader jenes Vereins, der origineller Weise das Wort  Austria in seinem Namen führt, kaum mehr Spieler aus Österreich, was eine Wiener Tageszeitung zur geistreichen Schlagzeile  United Colors of Austria  Rot-Weiß-Rot ist out (Kurier, 5. März 2006) motivierte.
Angesichts solcher Entwicklungen scheint es auf müßig, die Frage nach der möglichen regionalen Bedeutung des Fußballs in der Gegenwart auch nur zu stellen. Und doch wäre es eine ziemliche Unterschätzung der atavistischen Kraft dies es Spiels, seine massenmediale Seite allzu schnell für das Ganze zu nehmen. Immer noch wird Fußball in seinen lokalen und regionalen Artikulationen als ein Moment politischer und kultureller Identitätsbildungsprozesse wirksam.

Geschichte
Die Entwicklung des Fußballs zu einem modernen Sportspiel setzte in England um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Was als pasttime der noblen Eliten begonnen hatte, war dort spätestens seit den 1880er Jahren zu einem wesentlichen Moment proletarischer Alltagskultur geworden.
Diese war in hohem Maße durch ihre regionalen, ja lokalen Komponenten geprägt, sie griff einerseits traditionelle Rivalitäten auf (Yorkshire vs. Lancashire, Nordengland vs. Südengland), und verband sich andererseits, und hier wird das proletarische Moment sichtbar, mit der Lebenswelt der lokalen working-class communities. Die professionellen Fußballer, die es legal seit 1885 gab, fungierten hier als Spieler des örtlichen Vereins (Blackburn Rovers, Preston North End, etc.) und dadurch zugleich als Vertreter einer bestimmten lokalen Kultur.
Dieses Muster lässt sich auch bei der Aufnahme des Spieles in anderen Ländern und Städten finden.
Nicht zuletzt in Wien, wenngleich es fast zwanzig Jahre dauerte, bis sich das  weithin wenig beachtete  Hobby einer aristokratischen, anglophilen, zum Teil auch der liberalen Mittelschicht angehörenden Minderheit in einen modernen Zuschauersport verwandelte. Erst mit der Einführung einer regulären Meisterschaft in Wien im Jahre 1911/12 war die Grundlage für eine Entwicklung gelegt, die zehn Jahre später, in äußerst spektakulärer Weise in der Form des männlichen  Arbeiter-Sonntags Gestalt annahm. Die Zuschauerzahlen begannen zu steigen, seit den frühen zwanziger Jahren drängten sich Woche für Woche Tausende von Zuschauern in den Stadien zusammen. Aber nicht nur die Masse der Zuschauer scheint die zeitgenössischen Kommentatoren aus der Fassung zu bringen, sie lamentieren auch über deren rüdes Benehmen und deren Herkunft ( Vorstadtmob ). Der  Sport der Gentlemen war zu einer ungeregelten, lauten  Massenunterhaltung geworden. Diese Beobachtung wird auch durch statistische Quellen aus den Teilen der Stadt gestützt, wo in den frühen zwanziger Jahren bedeutende Fußballstadien errichtet oder erweitert wurden. Fast ausnahmslos handelte es sich um die Vorstädte von Wien, also um Distrikte, wo die Arbeiterbevölkerung wohnte. Es gab in wachsender Zahl Fußballvereine, die man als typische Distriktklubs ansehen kann, z.B. Wacker (in Meidling), Hertha (in Favoriten), Simmering (in Simmering), Rapid (in Hütteldorf). Sie wurden zu idealen Repräsentanten  ihres Bezirkes . Es war dies ein Prozess politisch-kultureller Identitätsformierung, der auf Seiten der lokalen Anhänger eines vor allem anderen erforderte, nämlich Loyalität, d. h. Treue zum Verein, der aber auch die Spieler darauf festlegte, sich als Teil dieser Kultur zu verstehen und Z.B. nicht leichtfertig den Verein zu wechseln.

Das Publikum
Nun könnte rechtens argumentiert werden, dass eine solche Struktur in Zeiten des modernen Fußballs obsolet geworden ist. Differenziert man allerdings das Fußballpublikum, wie es Chas Critcher in Anlehnung an Raymond Williams getan hat, in die unterschiedlichen Gruppen der Anhänger, Kunden und Konsumenten (siehe oben), dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Den vom Medienspektakel faszinierten Konsumenten und den am Fußballspiel allgemein interessierten Kunden stünden auch heute noch die Traditionalisten, also die Anhänger im oben beschriebenen Sinne gegenüber. Sie sind es, die uns hier vor allem interessieren  und es gibt sie, wenngleich unterschiedlich figuriert, auf allen Ebenen des Fußballspiels, von der Wiener Liga bis zur Champions League.
Am augenfälligsten zeigt sich Vereinsbindung noch in den unteren Ligen. Im Rahmen einer größeren Studie über das Publikum auf Fußballplätzen haben mein Kollege Matthias Marschik und ich auch die Besucher von Spielen der Wiener Liga und der Burgenländischen Landesliga untersucht (vgl.). Dabei konnte eine Reihe von Überlegungen zur Besonderheit der  Fußballkultur der unteren Klassen empirisch erhärtet werden. Spieler und Publikum stammen oft aus demselben Bezirk oder aus derselben Gemeinde, persönliche Bekanntschaften sind der Regelfall, das Moment der Lokalität ist für die Zuseher von zentraler Bedeutung. Zwischen 80 und 90 Prozent von ihnen, so fanden wir heraus, wohnen in der näheren (oder manchmal: weiteren) Umgebung des Fußballplatzes und sind auch im Ort oder Bezirk, in dem er steht aufgewachsen. Der Besuch des Spieles ist eine regelmäßig geübte lokale wochenendliche Praxis. Was nun die soziale Komposition und kulturelle Figuration des Publikums angeht, können wir nun allerdings durchaus Differenzen zwischen der Wiener Liga und dem Burgenland festhalten. Das betrifft zunächst den Frauenanteil, der bei burgenländischen Landesligavereinen mit ca. 25% weit über dem der Vereine der Wiener Liga (ca. 5%) liegt. In Wien ist das Publikum zudem deutlich älter als im Burgenland und weniger der Arbeiterschaft zuzurechnen, also tendenziell sozial durchmischter, wobei allerdings sogleich hinzuzufügen ist, dass die Besucher (und Besucherinnen) von Spielen der österreichischen Bundesliga eher höheren gesellschaftlichen Status genießen. Noch zwei wichtige Unterschiede sind festzuhalten: das Publikum von Vereinen der Wiener Liga ist viel eher bereit, als das in der Burgenländischen Landesliga neben ihrem Verein auch noch einem Wiener Großklub (Rapid oder Austria) anzuhängen und besucht auch nicht so regelmäßig und häufig die Heimspiele der eigenen Mannschaft.
Wenn wir versuchen die oben skizzierten Daten idealtypisch zusammen zu fassen, so ergibt sich folgendes Bild: lokale Vereinsanhängerschaft ist in Wien (auf der Ebene des unterklassigen Fußballs) viel eher Teil einer breiteren  wesentlich maskulinen  Fußballkultur, die auch die Anhängerschaft zu einem großen Wiener Verein inkludieren kann. Sie ist nicht exklusiv auf den einen lokalen Verein zu reduzieren.
Anders präsentiert sich das Bild im Falle des Burgenlandes. Hier ist der lokale Klub unbestritten die Nummer eins, er ist wichtiger Teil einer bestimmten, eigenen (manchmal dörflichen, manchmal kleinstädtischen) Welt.
Und dies betrifft nicht nur Vereine der Landesliga, an der Geschichte des SV Mattersburg, der seit einigen Jahren in der Bundesliga spielt, wird dies deutlich. Nach dem Aufstieg in die T-Mobile-Liga im Jahre 2003 blieb der Verein einerseits eine lokale Einrichtung, mutierte aber andererseits zugleich zu einer regionalen Größe. Als doppelter Vertreter von Stadt und Region positionierte sich der Klub durchaus offensiv als ein Gegenbild zur medialisierten Hype der Großklubs, wie in dem schönen Burgenland-Heft der Fußballzeitschrift  ballesterer nachzulesen ist. Hier, so wurde (und wird) einem vermittelt, herrscht noch nicht ausschließlich schnöder Mammon, hier kommen die Besucher (und es sind deren mehr als so mancher Verein mit größerem Namen in sein Stadien zu bewegen vermag) weil noch die traditionellen Fußballwerte herrschten.

Politik
Aber nicht nur in der Welt des kleinen Fußballs finden wir regional geprägte Formen der Fußballanhängerschaft. Sie haben sich, wenngleich unterschiedlich gestaltet, auch bei manchen international bedeutsameren Klubs gehalten und sie sind oft mit Momenten der Politik durchwirkt. Ein Beispiel aus den 1980er Jahren ist die Geschichte des FC Napoli, der mit Diego Maradona 1987 den  scudetto gewinnen konnte. Dieser Meisterschaftsgewinn eines Vereines aus dem Süden Italiens versammelte ganz Neapel in einer Wendung gegen den reichen Norden. Fortan ward Maradona Neapolitaner, sein Bild findet sich noch immer in so manchem Herrgottswinkel neben dem der Heiligen Jungfrau Maria. Durch seine Leistungen wurde er, der Argentinier, zum lokalen Helden.
Die Mutation eines so genannten  Legionärs zum Vertreter eine Kultur, die er als  Fremder betrat, ist so selten nicht. Funktionieren kann sie allerdings nur, wenn sie von beiden Seiten (vom Spieler und den Anhängern) Ernst genommen wird. Hans Krankl ist so ein Beispiel. Immer wieder betont er, dass er auch Katalane sei. So eigenartig das dem nüchternen außen stehenden Betrachter auch vorkommen mag, dokumentiert es doch, dass der  Goleador verstanden hat, worum es beim FC Barcelona auch geht. Nicht nur ein sehr erfolgreicher und eigenwilliger Fußballerverein ist er, sondern, wie es einer seiner Chronisten formulierte,  die epische Sublimierung des katalanischen Volkes in einer Fußballmannschaft . Und das hat durchaus historische Gründe. Unter der Francodiktatur fungierte der Klub als Symbol des antifaschistischen, katalanischen Widerstandes, er versammelte  räumlich (in den versteckten Kammern des Stadions, wie ein seinem Oval) und symbolisch  diverse Insurgenten unter dem Mantel des  Sports . Die Verfolgung jeglichen Ausdrucks katalanischer Identität bewirkte eine Projektion der regionalistischen Gefühle auf den Fußballverein Barca, die am klarsten in der Präsenz von über 100.000 Zuschauern, vor allem wenn es sich um ein Spiel gegen den Vertreter der Zentralmacht Real Madrid handelte, zum Ausdruck kamen. Auch heute noch steht der FC Barcelona für Katalonien und er weiß um die Bedeutung von Zeichen: erst jüngst wurde das Ansinnen, auf den Dressen Werbebotschaften zuzulassen zurück gewiesen.

Zeitgeist
Wir kehren nach Österreich zurück und beschließen damit diesen Text. Hier begab sich im letzten Jahr Besonderes. Der Softdrinkproduzent Red Bull übernahm im einer Weise, die in der freien Wirtschaft gerne mit dem Begriff der feindlichen Übernahme bezeichnet wird, den Fußballklub, der einmal den Namen Austria-Salzburg geführt hatte. Ein österreichischer Trainer, bekannt dafür, dass er mit überbezahlten Spielern immerhin die hiesige Meisterschaft gewinnen kann, wurde angeheuert, der Kader da facto erneuert und mit alten Stars und ehemaligen Nachwuchshoffnungen bestückt, und  Kaiser Franz Beckenbauer als Berater installiert. Seitens der alten Anhängerschaft sorgte vor allem die Ersetzung der traditionellen Klubfarbe violett durch das Firmenrot des Dosengetränks für Empörung, ihr Aufbegehren blieb allerdings ergebnislos. Red Bull Salzburg bezog das neue Stadion und beträchtliche Zuschauermengen finden sich nun dort regelmäßig ein. Da es sich bei diesem Publikum wohl nicht nur um fanatische Energydrink-Konsumenten handeln kann, erhebt sich die Frage, wer denn da zu den Heimspielen kommt. Wir können mutmaßen, dass es sich um Fußball-Konsumenten im Critcher schen Sinne handelt, aber da müssen auch andere Kräfte wirksam werden. Es ist ein zeitgeistiger Provinzialismus, der hier sichtbar wird und der sich aus einer anti-metropolitanen Attitüde speist. Zeitgeistig ist er, weil er sich  mit dem Verweis auf die Zukunft (vgl. das Interview mit Dietrich Mateschitz im Standard, 30. Mai 2005)  von Geschichte verabschiedet und nicht bedenkt, dass die leerste Rede von der Zukunft jene ist, die ihre eigene Geschichtlichkeit negiert. Provinzialismus nennen wir einen Regionalismus, der sich nicht bloß in Opposition zur Metropole verortet, sondern sich  als verallgemeinerte Idee  an ihre Stelle setzen will. Angesichts der politischen und kulturellen Entwicklung, die unser Land in den letzten Jahren genommen hat,  Verösterreicherung als Provinzialisierung allerorten, fügt sich der Fall Red Bull Salzburg nicht nur blendend ins Gesamtbild, er lässt zudem erahnen, wie es wohl weiter gehen wird. Dunkle Zeiten, fürwahr.
Direktor Luzerner Theater Abstract
Das Thema interessiert mich. Bin im Beirat des FC Luzern und plädiere entschieden gegen das Ausspielen von Kultur und Sport. Und das, obwohl meine Unsportlichkeit legendär ist. Aber die Lebensqualität, die Emotionalität einer Stadt oder einer Region ist komplex, so komplex wie eben die Menschen sind, die dort Leben. Fussball und Theater haben viele Gemeinsamkeiten. Trainer/Direktor: Nicht jeder Trainer/Direktor ist für jeden Club/jedes Theater der Richtige. Trainer und Direktoren müssen Teams/Ensembles bilden. Motivationsstrategien.
Kreativität: Ein grosser Fussballer ist kreativ muss improvisieren können Im Augenblick muss er entscheiden, welchen Spielzug zum Erfolg führt. Die Improvisation ist als Arbeitsmittel für Bühnendarsteller sehr wichtig.
Aber: Die Theaterereignisse wollen nur zum Teil Events sein. Ein Theater ist für die kulturelle Grundausstattung einer Stadt zuständig. Will ganz bewusst auch immer wieder gegen den Zeitgeiststehen. Will vielleicht populär sein, sicherlich nicht populistisch. Kunst ist auch Kommunikation zwischen den Ländern, zwischen den Generationen, aber Kunst muss und will auch auf die Unterschiede hinweisen. Sportlicher
Univ.-Prof., Institut für Germanistik an der Universität Wien Abstract
1. Die Intellektuellen melden sich zu Wort, wenn es um Fußball geht.
Warum? Weil ihnen die Themen (vom Freien Willen bis zum
Terrorismus) obsolet geworden sind.
2. Fußball ist universell, er geht aufs Ganze: Kat`holon,
vergleichbar der Kirche, die das auch sein will. Überall sind
Fußballfelder, er herrscht in drei Kontinenten, die anderen zwei
(Asien, Nordamerika) wird er noch erobern.
3. Im Fußball findet der noch nicht überwundene (und auch kaum zu
überwindende) Nationalismus sein Refugium.
4. Fußball erlaubt es, den auserwählten Persönlichkeiten zu huldigen,
Heroen oder Heiligenverehrung. . Das Sterben von G. Best 2005 war
ein öffentliches. Maradona ("die Hand Gottes, der Kopf Maradonas")
genießt göttliche Ehren.
5. Fußball besitzt wie das Kunstwerk eine Aura (W. Benjamin), wenn
man dabei ist. Es ist aber -- wie das Kunstwerk -- auch technisch
reproduzierbar. Jedes Match ist unverwechselbar, das Theater lebt
von der Reprise.
Board Member, Austrian Lotteries GmbH, Vienna Abstract
Die UEFA EURO 2008TM ist für die Schweiz und für Österreich eine einmalige Chance ihr positives Image weltweit zu transportieren. Die Zusehereinschaltquote liegt bei 7,9 Milliarden bei 30.000 Stunden TV-Übertragung in 200 Ländern. Unser Land, mit all seinen positiven Facetten vom Tiroler Hüttenzauber bis zu den Salzburgerfestspielen, von den Kärntner Seen zu den Wiener Sängerknaben, vom Riesenrad zur Marillenmarmelade und den österreichischen Weinspezialitäten, von Mozart bis zu Sigmund Freud, all diese Bausteine österreichischer Identität werden durch die UEFA EURO 2008TM und damit durch den Fußball in die Welt getragen. Diese positive Werbung für unser Land ist unbezahlbar und einmalig und geht weit über die Grenzen des Sports hinaus.
Germanistin, Romanistin, Kleinlandwirtin und Kulturjournalistin Chair

Dr. Urs BREITER

Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft in der Republik Österreich, Wien

1972 Lizenzität in Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen
1977 Doktorat an der Universität St. Gallen in Wirtschaftswissenschaften
1976-1978 Außenhandelsdelegierter beim Verein Schweizerische Textilindustrielle in Zürich
1978 Länderdienst Asien des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements in Bern
1980-1986 Mitglied der Schweizer Delegation bei der OECD in Paris
1980-1982 DAC Delegierter
1983-1986 IEA Energy Advisor
1984-1986 Vorsitzender des OECD Budgetausschusses
1986-1990 Erster Mitarbeiter an der Schweizer Botschaft in Brasilien
1991-1993 Exekutivdirektor der MIGA (Multilateral Investment Guarantee Agency), Vertretung der Schweiz und der Niederlande
1991-1996 Leitung des Finanz- und Wirtschaftsdienstes bei der Schweizer Botschaft in Washington, D.C.
1996-2000 Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Schweiz in Brasilien
2000-2006 Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge und Mitglied der Geschäftsleitung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement
seit 2006 Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft in der Republik Österreich

Ao. Univ.-Prof. Dr. Roman HORAK

Leiter der Abteilung für Kunst- und Kultursoziologie, Universität für angewandte Kunst, Wien

1999 Habilitation, Lehrbefugnis: Politikwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung von Kulturtheorie
2000 Externer Lektor, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Kunstpädagogik, Universität für angewandte Kunst, Wien
2001 Ab 1. März Vertragsassistent, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft, Kunstpädagogik, Ordinat für Philosophie, Universität für angewandte Kunst, Wien
2002 Ab 1. März a.o. Univ.-Prof., ebendort
2003 Leiter der Abteilung `Kunst- und Kultursoziologie`, ebendort
2003-2004 Gastprofessor, IFF, Universität Klagenfurt, Lehrbeauftragter FH Studiengang Sozialarbeit, Wien
seit 2004 External evaluator für die Europäische Kommission

Dominique MENTHA

Direktor Luzerner Theater

 Studium an der Hochschule für Musik in München, privat Schauspielunterricht
 Tätigkeit als Konzert- und Opernsänger in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz
1983-84 Regieassistent und Abendspielleiter am Bremer Theater
1985 Szenischer Studienleiter und Spielleiter am Bremer Theater
1987 Oberspielleiter des Musiktheaters am Stadttheater in Würzburg
1989 Oberspielleiter des Musiktheaters am Stadttheater in Münster
1992-1999 Intendant am Tiroler Landestheater/Innsbruck
1999-2003 Direktor der Volksoper Wien
 Inszenierungen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, den USA etc.
 Unterrichtstätigkeit am Internationalen Kulturinstitut für Management (IKM) und am Konservatorium der Stadt Wien
seit 2004 Direktor des Luzerner Theaters

Dr. Wendelin SCHMIDT-DENGLER

Univ.-Prof., Institut für Germanistik an der Universität Wien

 Studium der Klassischen Philologie und Germanistik an der Universität Wien
1966-1980 Universitätsassistent
 Direktor des Österreichischen Literaturarchivs (Österreichische Nationalbibliothek)
seit 1980 Universitätsprofessor für Neuere Deutsche Literatur

DI Friedrich STICKLER

Board Member, Austrian Lotteries GmbH, Vienna

1982-1984 Auslandsabteilung, zuständig für Sonderprojekte und das Management der Schiffscasinos
1985-1986 Vorstandssekretariat - Referent des Generaldirektors der Casinos Austria AG, Dr. Leo Wallner Leitung des Vorstandssekretariates, Sonderprojekte
1985-1986 Projektleitung Einführung von Lotto in Österreich Projektleiter bei Vorbereitung und Einführung von Lotto 6 aus 45 und bei der Übernahme des Sporttotos
  Public Relations, Vertrieb, Recht und Personal
seit 1986 Mitglied des Vorstandes der Österreichischen Lotterien GmbH zuständig für die operativen Bereiche Marketing,
 Seit 2000 Vorsitzender des Vorstandes der Österreichischen Sportwettengesellschaft m.b.H.
 Seit 2002 Vorsteher des Fachverbandes der Lotterien der Wirtschaftskammer Österreich
seit 1998 Mitglied der Geschäftsführung der Omnimedia Werbeges.m.b.H.
2002 Präsident des Österreichischen Fußball Bundes
2002 Vorsitzender der Kommission für Clubwettbewerbe der UEFA
2006 Vorstandsmitglied der Österreichischen Werbewissenschaftlichen Gesellschaft
2006 Mitglied des Ausschusses für Strukturreformen der BSO
2006 Generaldirektor-Stellvertreter der Österreichischen Lotterien GmbH
2007 Kooptiertes Mitglied des UEFA Exekutiv-Komitees