Labs beim EFA23


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1 Aug., 2023

EFA23

Innovative Ansätze und Ideen für ein konkretes Thema: Lab-Teilnehmer:innen verbringen drei intensive Tage in eigens kuratierten Gruppen. Dank geballter Expertise, unter fachlicher Anleitung und mit inhaltlicher Tiefe wird Neues entwickelt und es werden Netzwerke für die zukünftige Zusammenarbeit gebildet.

Die EFA Labs dienen dazu, interdisziplinäre Communities für ein starkes und demokratisches Europa zu schaffen. Das EFA und seine Partnerorganisationen wählen dafür Personen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und anderen Bereichen sorgfältig aus. Jede:r Teilnehmer:in bringt das eigene Wissen ein und profitiert zugleich von der Expertise der anderen. Gemeinsam erarbeiten sie Lösungen für eine vorab festgelegte Fragestellung innerhalb eines der vier Themenschwerpunkte des European Forum Alpbach. Die divers zusammengesetzte Gruppe befasst sich aus verschiedenen Perspektiven mit aktuellen Herausforderungen und bildet fachübergreifende Allianzen. Ziel eines Labs ist es, die Basis für strategische Kooperationen zu entwickeln und einen gemeinschaftlichen Prozess anzustoßen, der weit über das EFA Event hinaus wirksam wird.

In jedem Lab widmen sich 30 bis 40 Expert:innen mittels professioneller Moderation und innovativen Methoden dem jeweiligen Thema. Die Methodik trägt zum Erfolg eines Labs bei und die jeweiligen Moderator:innen halten stets Kurs auf Bold Europe.


Die Themenstellungen der diesjährigen Labs:

Hackathon zu Finanz- und Wirtschaftsbildung

Der MEGA Hackathon legt den Fokus auf die finanzielle und wirtschaftliche Bildung der Jugend in Europa, mit besonderem Augenmerk auf Technologie, Nachhaltigkeit und Innovationen. Im Finanzbereich soll das oftmals begrenzte Wissen der jungen Generation gestärkt werden, um risikobehaftetem Verhalten vorzubeugen. Wie können wir die Finanzkenntnisse vor allem sozioökonomisch benachteiligter Jugendlicher fördern? Wie können wir Finanzbildung in lebenslanges Lernen integrieren und der wachsenden sozialen Ungleichheit unserer Gesellschaften begegnen?

In Kooperation mit der MEGA Bildungsstiftung und der Liechtenstein Group versammelt dieses Lab internationale Expert:innen, darunter Tatjana Lattorff (Fürst Liechtenstein Philanthropie Foundation), Johannes Meran (Liechtenstein Group), und Katharina Meyer (OECD). Entwickelt werden beispielsweise Finanzbildungscoachings, Workshops für nachhaltige Geschäftsmodelle und Mentoringprogramme für Unternehmer:innen. Moderiert von Matthias Strolz, bietet das Lab ein Wachstumskapital (je 5.000 Euro) sowie Zugang zum MEGA Growth Accelerator für die zwei besten Projekte.

360° University Spin offs Lab

Wenn Unternehmen aus dem akademischen Bereich eigenständige Firmen abspalten, ist meist unklar, wie dabei vorzugehen ist. Verschiedene Beteiligte – Gründer:innen, Fakultäten, Universitäten, Investor:innen – müssen für einen reibungslosen Prozess koordiniert werden. Schlussendlich wollen sie alle starke Firmen aufbauen. Und obwohl die Interessen bisweilen auf der Mikroebene voneinander abweichen, ist dies oft Missverständnissen, mangelndem Informationsfluss und falschen Erwartungen geschuldet und entsprechend vermeidbar. Hauptziel dieses Labs ist es, diese Friktion zu verringern.

In Kooperation mit xista und unter der Leitung von Markus Wanko, Alexander Schwartz (beide geschäftsführende Partner bei xista) und Barbara Heitger besteht die internationale Gruppe des Labs aus Personen aus Wissenschaft und Industrie, Spin-off-Gründer:innen und Risikokapitalgeber:innen. Sie erarbeiten ein White Paper der Spin-off-Grundprinzipien, in dem alle relevanten Parteien und deren Zielsetzungen im Prozess berücksichtigt werden.

Den unternehmerischen Wachstumskreislauf durch Kapitalmärkte ankurbeln

Die Lab-Teilnehmer:innen diskutieren über die europäischen Kapitalmärkte entlang des Finanzierungszyklus von Unternehmen. Sie erforschen den Weg eines europäischen Unternehmens von der Gründung bis zur Reife. Warum schneiden manche Länder besser ab als andere? Welche Rolle könnten tiefere und breitere Kapitalmärkte spielen? Was sind die größten Hindernisse? Jeder Tag beginnt mit einem Überblick über horizontale Fragen, die für das Thema des Tages als wichtig erachtet werden. Best- und Worst-Practice-Beispiele werden diskutiert und wirtschaftliche und politische Empfehlungen abgeleitet. Der erste Tag behandelt Mitarbeiterbeteiligungen. Am zweiten Tag geht es um die Mobilisierung finanzieller Ressourcen für Innovationen. Am dritten Tag steht die Finanzierung traditioneller Unternehmen im Mittelpunkt.

In Kooperation mit der ERSTE Stiftung bringt dieses Lab Vordenker:innen wie Alois Flatz (Aufsichtsratsmitglied der Erste Group Bank AG), Birgit Niessner (Direktorin für volkswirtschaftliche Analysen an der OeNB) oder Michael Pistauer (Co-CEO bei Montana Aerospace) an einen Tisch.

10x100 Cities Lab

Angesichts ihrer einzigartigen Infrastruktur können Städte zu Orten des Wandels werden und Aufschluss darüber geben, wie bestehende Reglementierungen und Finanzierungsmechanismen angepasst werden müssen. Aufgrund ihrer natürlichen Beschränkungen sowie Grenzen im Energiebereich müssen dicht besiedelte Städte innerhalb ihrer realen Beschaffenheit umgestaltet werden, um Umweltbelastungen zu minimieren. Die Veränderung urbaner Ernährungssysteme ist in Anbetracht der aktuellen Krisendynamik für das Überleben der Menschen entscheidend. Das Lab wird Vorschläge für Entscheidungsträger:innen auf kommunaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene erarbeiten, um die transformative Kraft von Ballungsräumen zu erschließen. Dieses Lab ist Teil einer mehrjährigen, gemeinschaftlichen Initiative und entwickelt die Grundlagen für systemisches Handeln in einer neuen, risikobehafteten Zeit.

In Kooperation mit Dark Matter Labs und Politics for Tomorrow, dem Global Parliament of Mayors, der Stadt Mannheim und unter der Anleitung Caroline Paulick-Thiels (Direktorin von Politics for Tomorrow), Indy Johars (Gründungsdirektor von Dark Matter Labs), und Peter Kurz‘ (Vorsitzender des Global Parliament of Mayors), wird eine interdisziplinäre Expert:innengruppe mit Vordenker:innen wie Alexandr Hobza (Chefökonom an der Common R&I Strategy & Foresight Service der Europäischen Kommission), Anja Katalin Decunto (Teamleiterin bei Food bei Eurocities), Anna Sobczak (Policy-Koordinatorin für EU-Kohleregionen im Wandel bei der Generaldirektion für Energie der Europäischen Kommission), Kirsten Dunlop (CEO von EIT Climate-KIC) und Ralph Thurm (geschäftsführender Direktor bei r3.0) in diesem Lab zusammenarbeiten.

Politik neu denken – wie Gender in politischen Führungsrollen repräsentiert werden kann

Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, auf den im Lab des vergangenen Jahres entwickelten Handlungsräumen aufzubauen und an einem politischen Führungsverständnis zu arbeiten, das repräsentativ, intersektional und wirkungsorientiert ist. Aktivist:innen aus Graswurzel-Bewegungen, wie lokale, nationale und internationale politische Akteur:innen kommen zusammen, um gemeinsam herauszufinden, was Geschlechterparität auf allen Ebenen der politischen Vertretung in Europa jeweils fördert oder unterbindet. Ziel ist es, neue Wege zu ergründen, um die bestehende Kluft schneller zu schließen und um Frauen in politischen Führungsrollen zu unterstützen, sowie eine Solidargemeinschaft zu schaffen.

In Kooperation mit den Apolitical und Multitudes Stiftungen und unter deren Anleitung vereint dieses Lab eine sehr diverse Gruppe von Akteur:innen – von jungen und erfahrenen Politiker:innen über Parteipolitiker:innen und politische Innovator:innen und den Gründer:innen der beschriebenen Initiative. Dabei sind u.a. die Gemeinderätin Jana Degrott und die Parlamentsabgeordnete Anna Donáth, wie auch Seyi Akiwowo (Gründerin von Glitch) und Johanna Mair (Professorin der Hertie School).

Nach dem Krieg: Wiederaufbau und Wiedervereinigung des ukrainischen Staats und der Gesellschaft

Seit 2014 unterliegt die Ukraine einem tiefgreifenden Wandel ihrer sozialen Struktur, ihrer nationalen Identität und ihres politischen Systems. Ein revolutionärer und ambitionierter Prozess zog sich über mehrere Jahre: Zweck war es, die Demokratie zu konsolidieren und politische Stabilität herzustellen. Mit Beginn des russischen Angriffskriegs verstärkte sich dieser Prozess. Dieses Lab analysiert die Vorgänge, entwickelt Szenarien für eine Nachkriegsukraine, und formuliert politische Empfehlungen für die nicht-wirtschaftlichen Aspekte des Wiederaufbaus, etwa in den Bereichen staatlicher Strukturen und sozialer Bindungen. Im Lab werden darüber hinaus Perspektiven für die Reintegration der besetzten Gebiete und die Wiedervereinigung der ukrainischen Gesellschaft mit den Menschen, die seit 2014 dort leben, diskutiert.

In Kooperation mit dem European Council on Foreign Relations (ECFR) befassen sich Expert:innen wie Marie Dumoulin (Direktorin des Wider Europe Programme beim ECFR) und Stefan Meister (Leiter des Center for Order and Governance für Osteuropa, Russland und Zentralasien des German Council on Foreign Relations), Politiker:innen wie Dmytro Natalukha (Vorsitzender des Economic Affairs Committee des Ukrainischen Parlaments) und Eamon Gilmore (EU Sonderbeauftragter für Menschenrechte) mit dem Einfluss des Krieges auf den ukrainischen Nation Building Prozess, sowie auf die Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft.

Die Jugend als Schlüssel zur demokratischen Erneuerung – Auswirkungen auf die Europawahlen

Das Demokratiedefizit in dieser von digitaler Transformation, grünem Wandel und Desinformation geprägten Zeit wird eine der Schlüsselfragen für die EU und ihre künftige demokratische Legitimation. Alle strategischen Ziele der EU sind auf die „Zukunft” ausgerichtet und einige der neuen EU-Instrumentarien richten sich an die „nächste Generation“. Wer also ist diese nächste Generation? Was ist ihre Zukunft? Wer sind die jungen Menschen, die 2024 – nach einer Pandemie und mit dem Krieg in der Ukraine – zum ersten Mal an einer EU-Wahl teilnehmen? Was bedeutet Demokratie für diese nächste Generation? Was motiviert sie, sich politisch zu engagieren?

In Kooperation mit der ERSTE Stiftung und unter fachlicher Anleitung, sucht das Lab mit Expert:innen für demokratische Partizipation, Social Entrepreneurs und Jugendvertreter:innen Antworten auf die oben gestellten Fragen. Mit dabei sind Ivana Dragicevic (N1 Television), die Zukunftsforscherin Regina Joseph, Alberto Alemanno (The Good Lobby), Marko Filipović (Bürgermeister von Rijeka), und Repräsentant:innen europäischer Jugendnetzwerke, darunter Fellows von Europe101.

Civic Foresight – Bruchstellen der Demokratie vorhersehen und ihnen entgegenwirken

Der zivilgesellschaftliche Raum Europas steht unter Druck und wurde schon mehrfach von autoritären und populistischen Kräften angegriffen. Dies wird durch soziale Netzwerke und das wachsende Misstrauen gegenüber den traditionellen Institutionen einer Demokratie verstärkt. Politik, Gesetzgebung und Zivilgesellschaft haben mit unterschiedlichen Antworten darauf reagiert. Die Union wird jedoch seit Anbeginn dafür kritisiert, Krisen eher mit Reaktion statt durch Vorbeugen zu begegnen. Ist es möglich, Gefahren für Demokratie und Zivilisiertheit in Europa vorherzusehen sowie gesellschaftliche Regeln, Fähigkeiten und strategische Instrumentarien zu entwickeln, um dem entgegen wirken zu können? Was ist nötig, um solche Vorhersagen treffen zu können und jene an vorderster Front dafür zu sensibilisieren? Dieses Lab bietet Raum, um gemeinsam zu lernen, wie demokratische Resilienz durch Bottom-up-Ansätze gestärkt werden kann, sodass lokale Gemeinschaften zukünftigen Bruchstellen ihres Mikrokosmos mit einer besseren Widerstandskraft gegenübertreten können.

In Kooperation mit dem CIVICS Innovation Hub, Visegrad Insight, NECE Labs, dem German Marshall Fund of the United States und unter Anleitung durch Wojciech Przybylski (Visegrad Insight) sowie mit der zivilgesellschaftlichen Bildungsexpertise von The Civics, empfängt dieses Lab eine breit aufgestellte Gruppe an Akteur:innen aus ganz Europa, darunter Hortensia Völckers (Kulturstiftung des Bundes), Seema Shah (International Idea), Elena Calistru (Funky Citizens) und Goran Buldioski (Open Society Foundations) sowie das NECE network.

Datensouveränität – Handlungsfähigkeit und Kontrolle im digitalen Raum – für Einzelpersonen, Unternehmen, Gesellschaften und Staaten

In einer digitalen Welt muss der Begriff der Souveränität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe neu definiert werden. Derzeit herrschen Abhängigkeiten von globalen IT-Marktführern oder sogar von Monopolplattformen mit weltweiter Breitbandinfrastruktur. Damit ist eine enorme Datensammlung verbunden. Es gilt nun, die Werte, Prinzipien, und Gesetze zu klären, die den Austausch, die Verarbeitung und die gezielte Nutzung von Daten regeln. In diesem Lab werden die Bedingungen für eine nachhaltige und global wettbewerbsfähige, europäische Datenwirtschaft erörtert. Der Stand der Entwicklungen und der weitere Fahrplan werden evaluiert, indem Konzepte, Spezifikationen und verfügbare Open-Source-Anwendungen auf die Auswirkungen von Datenmissbrauch und KI untersucht werden. Der Kampf gegen Fake News, Desinformation und Verschwörungstheorien dient dabei als Beispiel.

In Kooperation mit dem AIT – Austrian Institute of Technology setzen sich einschlägige Expert:innen wie Reinhard Altenburger (Institut für Business Administration and Management an der IMC Fachhochschule Krems), Tünde Fülöp (Research Institute Austria), Katarina Klingova (Centre for Democracy and Resilience bei GLOBSEC), Roland Fadrany (Gaia-X European Association for Data and Cloud) mit den Gefahren, denen wir ausgesetzt sind, auseinander und befassen sich auch mit effektiven KI-Werkzeugen, die für den Schutz unserer Demokratie und Freiheit grundlegend sind.

Alpbach in Motion 2023 – The EFA Leadership Lab

Alpbach in Motion (AiM) ist ein Angebot des European Forum Alpbach für bis zu 40 herausragende Talente zwischen 30 und 40 Jahren, die Europa gestalten wollen.

Seit 10 Jahren finden engagierte junge Führungskräfte, Changemaker:innen, Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Aktivist:innen und viele mehr in einer einzigartigen Erfahrung zusammen. Durch gemeinsames Lernen und innovative Lösungsansätze schafft Alpbach in Motion Raum für Aktion und Reflexion. Gemäß der Mission des European Forum Alpbach, ein stärkeres Europa zum Wohl aller zu gestalten, findet Alpbach in Motion von 24. bis 27. August 2023 statt. AiM unterstützt Berufstätige verschiedenster Sparten darin, in ihren jeweiligen Bereichen und im größeren gesellschaftlichen Kontext Veränderung herbeizuführen.

Die Mentoren der diesjährigen AIM23 Kohorte sind Manuel Güll (Impact - Purpose - New Work) und Elsabeth van Overbeeke (ForChiefs Alliance e.V.s).

Mehr Information (in englischer Sprache) HIER.