Das European Forum Alpbach 2026 findet vom 24. August bis zum 4. September statt.
„How Europe Wins“ soll keine fertige Antwort sein - es ist eine Einladung, Europas Strategien neu zu denken und gleichzeitig eine dringender Aufruf, dem Denken auch Taten folgen zu lassen.
In einer Welt, in der alle anderen scheinbar schneller und entschlossener handeln, steht Europa vor grundlegenden Fragen: Ist Europa derzeit auf der Siegerstrasse? Kann Europa in den entscheidenden Fragen überhaupt noch gewinnen? Wenn ja, alleine oder mit welchen Partnern? Muss jemand verlieren, damit Europa gewinnt? Was fehlt Europa zum geborenen Winner - und was haben wir schon. Und welches Spiel wird überhaupt gespielt?
Das European Forum Alpbach 2026 wird diesen Fragen nachgehen – mit Stimmen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, mit jungen Denker:innen und erfahrenen Entscheidungsträger:innen. Denn die Einladung und Aufforderung zu Antworten und Taten richtet sich an alle. Niemand kann es sich leisten, im Status quo zu verharren.
Europas Fähigkeit, in einer sich rasant verändernden Welt „zu gewinnen“, wird von mehr abhängen als von industrieller Stärke oder schnelleren Innovationszyklen. Sie wird davon abhängen, ob Europa die Infrastruktur einer souveränen Gesellschaft aufbauen kann – einer Gesellschaft, die in der Lage ist, ihre eigene Zukunft zu gestalten. Dieser Schwerpunkt untersucht, was Europa entwerfen, erneuern und neu denken muss, um Herr seines eigenen Schicksals zu bleiben: von widerstandsfähigen und vernetzten Energiesystemen über Daten- und Recheninfrastrukturen, die Vertrauen und Autonomie ermöglichen, bis hin zu Technologien, die die Würde des demokratischen Lebens stärken statt untergraben.
Die Entwicklung von Europas nächster Infrastruktur ist daher nicht nur eine technische, sondern eine zivilisatorische Frage. Was braucht eine „gute Gesellschaft“ im Jahr 2026, um zu gedeihen? Welche Technologien erweitern unsere kollektive Freiheit, Kreativität und Zukunftsvorbereitung – und welche engen sie ein? Dieser Schwerpunkt fordert uns heraus, über kurzfristige Lösungen hinauszudenken und stattdessen die langfristige europäische Zukunftsfähigkeit in den Blick zu nehmen: die Fähigkeit, Herausforderungen vorauszusehen, strategisch zu bauen und die nächste Generation mit den Werkzeugen auszustatten, die sie benötigen, um die kommenden Jahrzehnte zu gestalten – nicht nur zu überstehen.
Europa wird die Zukunft nicht gewinnen, wenn es nicht gemeinsam handeln kann. Die Frage ist nicht länger, ob Reformen notwendig sind, sondern ob Europa die institutionellen Grundlagen erneuern kann, die Handlungsfähigkeit überhaupt ermöglichen. Dieser Schwerpunkt untersucht, was es bedeutet, dass Europa in einer Welt voller Geschwindigkeit, Ungewissheit und geopolitischer Konkurrenz seine Entscheidungsmacht zurückgewinnt. Er geht über die vertraute Debatte über Mehrheitsentscheidungen hinaus und stellt tiefere Strukturfragen: Versuchen wir, das 21. Jahrhundert mit Institutionen zu regieren, die für das 17. Jahrhundert entworfen wurden? Welche Formen von Agilität, Subsidiarität und Verantwortung müssen entstehen, wenn Europa mehr sein will als eine reaktive Kraft in den globalen Angelegenheiten?
Europas Handlungsfähigkeit zu mobilisieren ist keine rein technische Aufgabe institutioneller Gestaltung – sie ist eine Frage politischer Vorstellungskraft und zivilen Mutes. Wie sieht eine erneuerte europäische Handlungsfähigkeit aus? Wie bauen wir Institutionen, die nicht nur Krisen verwalten, sondern Ambitionen ermöglichen? Und wie kann Europa eine Entscheidungskultur entwickeln, die zugleich demokratisch und entschlossen ist? Dieser Schwerpunkt eröffnet ein Gespräch über Europas „Betriebssystem“ – und darüber, was es werden muss, wenn Europa führen statt folgen will.
Haushaltsverhandlungen wirken technokratisch, doch sie bestimmen Europas Fähigkeit, sein Versprechen einzulösen. Hinter jeder Zeile des Multiannual Financial Framework (MFF) steht ein Ringen um Prioritäten, Werte und die Bedeutung europäischer Solidarität. Dieser Schwerpunkt untersucht, wie Europa seine gemeinsamen Ressourcen verteilt – und was diese Entscheidungen über unsere gemeinsame Zukunft verraten. Europas „neues Versprechen“ zu finanzieren bedeutet anzuerkennen, dass Investition nicht nur Geld betrifft: Sie betrifft das Vertrauen zwischen Generationen, zwischen Mitgliedstaaten und zwischen Bürgerinnen und Bürgern und ihren Institutionen.
Es geht um nichts weniger als Europas Kapazität, in einer Zeit des Klimawandels, technologischer Beschleunigung und geopolitischer Instabilität kohärent zu handeln. Wie schaffen wir Finanzarchitekturen, die langfristige Resilienz statt kurzfristiger Kompromisse ermöglichen? Wie stellen wir sicher, dass die Ressourcenverteilung den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt statt ihn zu schwächen? Dieser Schwerpunkt lädt zu einer vertieften Betrachtung ein: Was finanziert Europa – warum – und wie prägen diese Entscheidungen unsere kollektive Entwicklungsrichtung? Europas Zukunft zu finanzieren heißt zu definieren, wofür Europa steht.
Dieser vierte Schwerpunkt bleibt bewusst offen und flexibel gegenüber realen Entwicklungen im Jahr 2026, sodass das Forum die dringendsten und bedeutsamsten Veränderungen aufgreifen kann, die Europas Position in der Welt prägen. Im Kern stellt er jedoch eine einfache, tiefgreifende Frage: Was bedeutet es heute, Europa zu entwerfen? „Envisioning“ ist keine Vorhersage – es ist die Fähigkeit, Komplexität zu verstehen, Räume für Möglichkeiten zu öffnen und durch gemeinsames Handeln Bedeutung zu schaffen.
Angesichts neuer geopolitischer Realitäten, gesellschaftlicher Spannungen und technologischer Umbrüche untersucht dieser Schwerpunkt, wie Vorstellungskraft zu einer strategischen Fähigkeit wird. Wie kultivieren wir die Weitsicht, Kreativität und den intellektuellen Mut, die nötig sind, um Unsicherheit zu navigieren? Und wie kann Europa vom Vorstellen zum Ermöglichen übergehen? Dieses Thema gibt dem Forum die Flexibilität, auf neue Ereignisse zu reagieren, während es das Programm gleichzeitig auf eine der bleibenden Stärken der EFA gründet: die Fähigkeit, Generationen zusammenzubringen, um Europas Zukunft neu zu denken.
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