Während der Conference Days widmet sich die Main Stage am Nachmittag tiefergehend einem der vier Fokus-Themen mit prominenten Speaker:innen, die ihre jeweiligen Perspektiven dazu einbringen.
MO | Handlungsfähigkeit & Erneuerung: Europas Tatkraft mobilisieren
Europa wird nicht an Stärke gewinnen, wenn es nicht gemeinsam handelt. Die Frage ist nicht länger, ob Reformen notwendig sind, sondern wann und wie Europa seine institutionellen Grundlagen erneuert, die Handlungsfähigkeit überhaupt erst ermöglichen.
Im Rahmen dieses Schwerpunkts wird vertieft, was es konkret bedeutet, wenn Europa in einer Welt voller Geschwindigkeit, Ungewissheit und geopolitischer Konkurrenz seine Entscheidungsmacht zurückgewinnen will. Das geht weit über die vertraute Debatte von Mehrheitsentscheidungen und Vetos hinaus und stellt tiefere Strukturfragen: Versuchen wir, das 21. Jahrhundert mit Institutionen zu gestalten, die für das 17. Jahrhundert entworfen wurden? Welche Formen von Agilität, Subsidiarität und Verantwortung müssen entstehen, wenn Europa mehr sein will als eine reaktive Kraft in globalen Angelegenheiten?
Europas Tatkraft zu mobilisieren ist keine rein technische Aufgabe für institutionelle Einrichtungen – sie ist eine Frage politischer Vorstellungskraft, ziviler Courage und ehrlicher Antworten: Wie sieht eine erneuerte europäische Handlungsfähigkeit aus? Wie bauen wir Institutionen, die nicht nur Krisen verwalten, sondern Ambitionen fördern und Durchbrüche ermöglichen? Und wie kann Europa eine Entscheidungskultur entwickeln, die zugleich demokratisch und entschlossen ist? Das Focus Topic “Handlungsfähigkeit & Erneuerung” eröffnet Gespräche über Europas „Betriebssystem“ – und darüber, wie es werden muss, wenn Europa führen statt folgen will.
DI | Finanzen & Vertrauen: Europas Zukunftsversprechen finanzieren
Haushaltsverhandlungen wirken technokratisch, doch sie bestimmen Europas Fähigkeit, seine Versprechen einzulösen. Hinter jeder Zeile des Multiannual Financial Framework (MFF) steht ein Ringen um Prioritäten, Werte und die Bedeutung europäischer Solidarität. Mit dem Focus Topic “Finanzen & Vertrauen” untersucht das EFA26, wie Europa seine gemeinsamen Ressourcen verteilt – und was diese Entscheidungen über unsere gemeinsame Zukunft verraten.
Europas „Zukunftsversprechen“ zu finanzieren bedeutet anzuerkennen, dass es bei Investition nicht nur um Geld geht: Es geht um das Vertrauen zwischen Generationen, zwischen Mitgliedstaaten, zwischen Bürger:innen und den Institutionen unserer Gesellschaft.
Es geht um nichts weniger als Europas Kapazität, in einer Zeit des Klimawandels, technologischer Beschleunigung und geopolitischer Instabilität kohärent zu handeln.
Dieser Schwerpunkt lädt zu einer vertieften Betrachtung ein: Wie schaffen wir Finanzarchitekturen, die langfristige Resilienz statt kurzfristiger Kompromisse ermöglichen? Wie stellen wir sicher, dass die Ressourcenverteilung den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt, statt ihn zu schwächen? Was finanziert Europa und warum – und wie prägen diese Entscheidungen die Richtung unserer gemeinsamen Entwicklung? Europas Zukunft zu finanzieren heißt zu definieren, wofür Europa steht!
MI | Technologie & Gesellschaft: Europas künftige Infrastruktur bauen
Europas Fähigkeit, in einer sich rasant ändernden Welt „zu gewinnen“, hängt von mehr ab als von industrieller Stärke oder schnelleren Innovationszyklen. Sie hängt davon ab, ob Europa die Infrastruktur für eine souveräne Gesellschaft bauen kann – eine Gesellschaft, die in der Lage ist, ihre eigene Zukunft zu gestalten.
Mit dem Focus Topic „Technologie & Gesellschaft“ beleuchtet das EFA26, was Europa entwerfen und erneuern muss, um sein eigenes Schicksal weiter in der Hand zu haben: von widerstandsfähigen und vernetzten Energiesystemen über Daten- und Recheninfrastrukturen, die Vertrauen und Autonomie ermöglichen, bis hin zu Technologien, die die Werte liberaler Demokratien stärken statt sie zu untergraben.
Der Aufbau Europas zukünftiger Infrastruktur ist daher nicht nur eine technische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Frage. Was braucht eine „gute Gesellschaft“ im Jahr 2026, um sich laufend weiterzuentwickeln? Welche Technologien erweitern unsere kollektive Freiheit, Kreativität und Zukunftsfähigkeit – und welche engen sie ein?
Dieser Schwerpunkt ist darauf ausgelegt, über kurzfristige Lösungen hinauszudenken und stattdessen die langfristigen Zukunftsaufgaben in den Blick zu nehmen: die Fähigkeit, Herausforderungen vorauszusehen, Strukturen strategisch aufzubauen und die nächste Generation mit den Werkzeugen auszustatten, die sie benötigen, um die kommenden Jahrzehnte nicht bloß zu überstehen sondern eigenständig zu gestalten.
DO | Eine Vision für das Europa, das wir gestalten
Die Weltordnung wird neu geschrieben: durch Gewalt, durch Märkte, durch Technologie und durch den schieren Ehrgeiz anderer zivilisatorischer Projekte.
Europas Antwort darf nicht darin bestehen, etwas davon nachzuahmen. Europas Stärke liegt woanders: in der bewussten Entscheidung, ein Zivilisationsmodell nach eigenen Maßstäben aufzubauen.
Seine Zukunft basiert auf Selbstwirksamkeit: Wie fördert Europa seine Fähigkeit, aus Überzeugung zu handeln, in der Entschlossenheit, dass seine Entscheidungen von Bedeutung sind, und wie kultiviert es die institutionelle und intellektuelle Bereitschaft, diese zu treffen?