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03: Werte, Normen, Devianz

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Hauptschule
Seminar / Seminar
german language

SEMINARÜBERSICHT UND LITERATURHINWEISE

I. Soziale Normen und anomische Verhältnisse

1. Soziale Normen und Rollen
2. Normales Verhalten – Wandel und Fremdheit
3. Normalität, Stabilität und Gesundheit einer Gesellschaft
4. Konformität und Nonkonformität
5. Der Wandel des abweichendes Verhaltens
6. Der Wandel des kriminellen Verhaltens
7. Gruppenidentitäten zwischen Normalität und Devianz

II. Individualisierung und Pluralisierung

1. Individualismus: Auflösung verbindlicher Normgebäude
2. Die kulturelle Erfindung des Individuums
3. Der moderne Individualisierungstrend
4. Persönliche Identität: die Person gestalten
5. Identitätsprobleme: Optionen und Überforderungen
6. Pluralisierung: Toleranz und Permissivität
7.Bastelidentität: zwischen Gestaltung und Verbindlichkeit
8 Spaßidentität: Normalität in der Erlebnisgesellschaft
9. Grenzen der Individualisierung: Konsumistische Konformitäten
10 Anhang: Theorien der (gelingenden oder misslingenden) Sozialisation
11.Psychoanalytische Theorie
12.Behavioristische Theorie
13 Interaktionistische Theorie

III. Wertewandel in der Spätmoderne

1.Kultur und Wertsystem
2.Die einsame Masse und das Marketing-Ich: der außengesteuerte Mensch
3.Der Postmaterialismus: Wertewandel oder heterogene Milieus
4.Von Pflicht- zu Selbstentfaltungswerten: der Kern und die Ränder
5.Kulturkrise in der postindustriellen Gesellschaft: Rationalität und Boheme
6.Aufstieg und Verfall der Postmoderne: vom Wert zum Spiel
7.Anything goes? Zwischen Toleranz und Permissivität

IV.Theorien devianten Verhaltens (in Auswahl und in Anknüpfung an die unter I.-III. thematisierten Phänome)

1.Anomietheorien
2.Subkulturtheorien
3.Kulturkonflikttheorie
4.Etikettierungsansätze
5.Der rational-choice-Ansatz in der Kriminologie

V. Versuche integrierender Theoriebildung

1. Unter gesellschafts-, justiz- und medienkritischem Aspekt: Die “konstruktivistische” Theorie von Sebastian Scheerer und Henner Hess (Was ist Kriminalität. Skizze einer konstruktivistischen Kriminalitätstheorie, Kriminologisches Journal 1997, S. 83-155)
2. Unter kriminalpolitischem Aspekt der Gestaltung der Interventionen: Die Theorie des “re-integrative shaming” von John Braithwaite (Crime, Shame and Reintegration; Cambridge: University Press 1989)
3. Unter dem Aspekt der Erfassung der personenbezogenen kriminellen Gefährdung für die tägliche Praxis der Strafrechtspflege: Die Methode der idealtypisch-vergleichenden Einzelfallanalyse (MIVEA)

VI.Die Arbeitsweise von MIVEA (Fallbearbeitung mit praktischen Übungen der Teilnehmer)

1.Die Erhebungen
2.Die Auswertung der Erhebungen (“Analyse”)
3.Die kriminologische Beurteilung (“Diagnose”)
4.Folgerungen zur weiteren Entwicklung und zu Interventionen (“Prognose”)

Außer der bereits angegeben Literatur wird den Teilnehmern empfohlen, sich unter www.mivea.de über die Methode der idealtypisch-vergleichenden Einzelfallanalyse zu informieren.

Speakers

Univ.-Prof. für Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafrecht, Strafvollzug in Mainz Chair
Corresponding Member, Austrian Academy of Sciences; Professor, Institute of Sociology, University of Graz Chair

Dr. Michael BOCK

Univ.-Prof. für Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafrecht, Strafvollzug in Mainz

1975 Theologische Dienstprüfung
1978 Dr. rer. soc., Tübingen
1983 Dr. iur., Tübingen
1985 Dr. rer. soc. Habilitation, Tübingen
1985 Univ.-Prof. für Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafrecht, Strafvollzug in Mainz

Mag. Dr. Manfred PRISCHING

Corresponding Member, Austrian Academy of Sciences; Professor, Institute of Sociology, University of Graz

1970-1974 Rechtswissenschaften, Universität Graz, Dr. jur.
1971-1977 Volkswirtschaftslehre, Universität Graz, Mag. rer.soc.oec
1976-1978 Institut für Rechtsphilosophie, Graz
1978-1980 Institut für Volkswirtschaftslehre und Volkswirtschaftspolitik, Graz
seit 1980 Institut für Soziologie
1985 Habilitation für Soziologie
1987-1988 Dozent an der Rijksuniversiteit Limburg, Maastricht, NL
1995-1996 Schumpeter-Gastprofessur an der Harvard University, Cambridge/Boston
1997-2001 Wissenschaftlicher Leiter der Technikum Joanneum GmbH (steirische Fachhochschulen)
2005-2006 Forschungsaufenthalte an den Universitäten New Orleans, Little Rock, Las Vegas
2006-2010 Institutsvorstand Soziologie, Universität Graz
seit 2006 Leiter des Centrums für Sozialforschung

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